Aktivrente: Ausgrenzung der Selbständigen von Steuererleichterungen?

Die Aktivrente ist ein geplantes deutsches Sozial- und Steuerprogramm, das voraussichtlich im Januar 2026 eingeführt wird. Es ermöglicht ggf. Rentnerinnen und Rentnern, die das gesetzliche Rentenalter erreicht haben und weiterhin berufstätig sind, bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzuzuverdienen. Eine sehr große Gruppe soll jedoch davon ausgeschlossen werden …

Ziel ist es, die Erwerbsquote im Alter zu erhöhen, Mehrarbeit zu fördern und dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Zusammenfassend, die Aktivrente:

  • gilt ggf. für Angestellte und Beamte ab Erreichen des gesetzlichen Rentenalters
  • ist ein steuerfreier Hinzuverdienst bis zu 2.000 Euro monatlich
  • schließt Selbstständige und Pensionäre aus

Generell denke ich:

„Den steuerfreien Betrag von 2.000 Euro halte ich persönlich für überzogen: Er verursacht Steuerungerechtigkeiten, kostet den hoch verschuldeten Staat Milliarden – und viele Menschen verdienen in ihrem ganzen Arbeitsleben kaum mehr. Das ist also unfair.

Außerdem ist die Aktivrente, meiner Meinung nach, nicht der richtige Hebel, um Menschen länger im Arbeitsleben zu halten. Und: Arbeitgeber sind bis heute viel zu wenig bereit, „alte“ Mitarbeiter zu beschäftigen.“


Aber: Selbstständige auszuschließen, geht gar nicht!

Sie sind Einzelunternehmer, arbeiten 6–7 Tage die Woche, sind absolute Hochleister, die ständig mit Problemen kämpfen: Bürokratie, steigenden Preisen, Gesetzesänderungen, Personalmangel und mehr.

Sie sind zum Beispiel Inhaber von …

  • einem Dachdeckerbetrieb mit drei Mitarbeitern
  • oder einer KFZ-Werkstatt mit zwei Gesellen
  • oder eines Friseursalon mit drei Teilzeitkräften
  • oder Restaurants mit studentischen Aushilfen

Oder sie arbeiten allein als …

  • Heilpraktiker
  • Journalist
  • Informatiker
  • Werbegrafiker
  • oder Ähnliches

Diese Menschen sind das Rückgrat unserer Gesellschaft. Sie sind Steuerzahler. Arbeitstiere. Menschen, die wir täglich brauchen!


Ja, sie heißen „Unternehmer“ oder „Selbstständige“ und werden oft als „Gewinner“ angesehen. Aber das ist Quatsch, denn ihr Leben ist oft ein ständiger Kampf.

Sollten sie es trotz Krisen, Gesetzesänderungen, Zahlungsausfällen oder Mitarbeitermangel überhaupt bis zur Rente schaffen, leben viele am Ende ihrer Hochleistungszeit von einer sehr kleinen Rente – wenn sie überhaupt eine bekommen.

Vielleicht haben sie …

  • zu wenig in die Rentenkasse eingezahlt?
  • Oder ihre Altersrücklagen in der Corona-Krise verbraucht,
  • durch Gesetzesänderungen ihre Geschäftsgrundlage verloren,
  • ihren Betrieb schließen müssen wegen Zahlungsausfällen, Personalmangel oder unleistbarer Bürokratie?

Nichts davon ist hausgemacht. Nichts selbstverschuldet.

Die Folge: Sehr viele müssen über das normale Renteneintrittsalter hinaus weiterarbeiten – und sollen nun von der Aktivrente ausgeschlossen werden?

Mein Kommentar dazu auf LinkedIn:

„Unerträglich! Wie können die absoluten Hochleister unserer Gesellschaft davon ausgeschlossen werden, während Beamte mit sicherstem Einkommen profitieren? Als ehemalige Unternehmerin in der IT-Branche, die ihre Firma durch Scheinselbstständigen-Gesetz, Weltwirtschaftskrisen, 9/11, DSGVO-Einführung und Systemfehler schließen musste, und die sich heute als alleinerziehende Mutter und Freiberuflerin durchschlägt, kann ich solch ein politisches Vorgehen kaum ertragen!“

Vom Prinzip her gilt: Gleiche Regeln für alle sind selten fair. Aber eine Menschengruppe komplett auszuschließen, ist pure Ungerechtigkeit.


Das Gesetz ist noch in der Mache!

Ich setze mich dafür ein, dass Selbstständige nicht aus der Aktivrente ausgeschlossen werden. Du auch?

Mein Schreiben (darfst zu verwenden, basiert in Teilen auf dem Musterschreiben vom VDSG) an Bundestagsabgeordnete (hier finden) aus meiner Region ist das.


Soviel Menschen sollen von der Aktivrente ausgeschlossen werden:

In Deutschland gibt es aktuell rund 3,7 Millionen Selbstständige, einschließlich Freiberufler und Selbstständige mit Familienangehörigen, wovon etwa 2,2 Millionen hauptberuflich tätig sind (DESTATIS)

Überblick in Zahlen, davon sind:

Kategorie Zahl (in Mio.) Quelle
Selbstständig Erwerbstätige inkl. Familienangehöriger ca. 3,6 – 3,7 Destatis, IFM Bonn
Kleinstunternehmen (bis 10 Mitarbeiter) ca. 2,6 DESTATIS
Solo-Selbstständige (ohne Mitarbeiter) / freie Berufe ca. 1,5 – 1,9 IZA, IfM Bonn

Die Zahlen zeigen die große Bedeutung von Einzelunternehmen und Kleinbetrieben in der deutschen Wirtschaftsstruktur.


Quellen:

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