Brief an Abgeordnete wegen Aktivrente

Droht Altersarmut? Warum Selbstständige nicht ausgeschlossen werden dürfen.

Sehr geehrte/r Frau/Herr [NACHNAME],

mein Name ist Susanne Braun-Speck (50plus). Ich bin alleinerziehende Mutter – seit jeher ohne jeglichen Unterhalt – und war viele Jahre Unternehmerin in der IT-Branche mit eigener mittelständischer Firma zur Vermittlung von IT-Experten. Heute arbeite ich als Freiberuflerin, unter anderem als Referentin für Digitale Bildung und Nachhaltigkeit (BNE), und engagiere mich im Bildungssystem (siehe sii-talents.de).

Meine gesamten Altersrücklagen im sechsstelligen Bereich musste ich im Laufe der Jahre aufgrund meiner Situation als Alleinerziehende aufbrauchen!

Das bedeutet für mich und viele andere: Im Alter werden wir arm sein, wenn sich an der aktuellen Politik nichts ändert.

Heute wende ich mich an Sie, weil zum Jahreswechsel die Aktivrente eingeführt werden soll – ein steuerlicher Freibetrag von 2.000 Euro im Monat für Menschen, die ab dem gesetzlichen Rentenalter weiter erwerbstätig sind. Doch: Selbstständige sollen von dieser Regelung ausgeschlossen werden.

Für mich und viele andere ist das eine erhebliche Ungerechtigkeit.

Wir Selbstständigen arbeiten oft 6–7 Tage die Woche, tragen unternehmerisches Risiko und kämpfen mit Bürokratie, steigenden Kosten, Personalmangel und sich ständig ändernden Gesetzen oder Maßnahmen, die unsere Tätigkeit einschränken (Corona…). Und dennoch tragen wir als Einzelunternehmer, Freiberufler und Kleinbetriebe einen wesentlichen Teil zur Wirtschafts- und Versorgungsstruktur in Deutschland bei.

Die Politik fordert seit Jahren, dass Menschen länger arbeiten sollen. Doch mit welchem Anreiz? Wenn wir nach Erreichen der Regelaltersgrenze steuerlich schlechter gestellt werden als Angestellte oder Beamte, wird unser jahrzehntelanger Einsatz missachtet.

Ich selbst habe als Unternehmerin schon viele Krisen durchgestanden: das Scheinselbstständigen-Gesetz, mehrere Weltwirtschaftskrisen, u.a. durch 9/11, die Einführung der DSGVO und Systemfehler, die letztlich meine Firma ruinierten. Heute kämpfe ich als alleinerziehende Freiberuflerin weiter. Umso unerträglicher ist es, wenn die Politik uns Selbstständige erneut benachteiligt.

Meine Bitte an Sie: Setzen Sie sich dafür ein, dass auch Selbstständige von der Aktivrente profitieren.

Die wichtigsten Argumente für eine faire Regelung sind:

  • Selbstständige sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft (3,7 Mio. Selbstständige, davon 2,2 Mio. hauptberuflich).
  • Viele können aufgrund von Krisen, Zahlungsausfällen oder fehlender Absicherung nicht von einer auskömmlichen Rente leben.
  • Wer ohnehin weiterarbeiten muss, darf nicht benachteiligt werden – das verstößt gegen den Grundsatz fairer Gleichbehandlung.

Daher bitte ich Sie um eine Stellungnahme: Werden Sie einem Gesetz zustimmen, das Selbstständige so offensichtlich diskriminiert?

 Gern würde ich mich in einer Videokonferenz mit Ihnen über eine faire Aktivrente austauschen.

Sie erreichen mich unter:
[Telefonnummer]
[E-Mail-Adresse]

Ich danke Ihnen für Ihre Zeit und dafür, dass Sie sich diesem wichtigen Thema für die Selbstständigen in Deutschland widmen.

Mit freundlichen Grüßen,

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