Autorin: Susanne Braun-Speck. Beitrag aus dem Community-Buch „Nachhaltige Bildung. Nachhaltige Schule“. Beitrag (mit Bildern und Grafiken) als PDF herunterladen > klick hier.

Buchcover Nachhaltige Bildung. Nachhaltige Schulen (Verleger: sii-kids)

Digitalisierung? Lehrkräfte-Mangel? Schüler:innen aus der Ukraine? Wie können der Schulalltag, die digitale Transformation und nachhaltige Schulentwicklung realisiert, wie kann hochwertige, chancengerechte Bildung entsprechend Nachhaltigkeitsziel 4 in Schulen gewährleistet werden? Die Antwort liegt in SDG 17: (Bildungs-) Partnerschaften zur Erreichung der Ziele.

Ohne externe Partner steht das Bildungssystem vor einem beinahe unlösbaren Personalproblem, wie im Laufe dieses Beitrages ersichtlich wird!

Am 29. Mai 2022 veröffentliche das Institut für Wirtschaft (* Quelle 1a), dass durch die ukrainischen Schüler:innen hochgerechnet zwischen 13.500 und 19.400 Lehrkräfte zusätzlich gebraucht werden, in Kitas ähnlich viele Betreuer. Zur Lösung dieses Personalproblems sollen einerseits Lehrkräfte aus dem Ruhestand zurückgeholt und andererseits ukrainische Lehrkräfte eingestellt werden. Wie viele Lehrpersonen geben ihren Ruhestand auf? Wie überwinden ukrainische Lehrkräfte die Sprachbarriere?

Das ist nur ein akutes Personalproblem. Doch Schulen stehen ständig vor neuen Herausforderungen und Aufgaben! Zum Beispiel sollen sie jetzt und in naher Zukunft…

  • Bildung für nachhaltige Entwicklung und Entrepreneurship (Gründergeist) Education inkludieren
  • das Pflichtfach Informatik einführen
  • und/oder Digitale Bildung nachhaltig in alle Fächer integrieren
  • dafür medienpädagogische Konzepte (weiter-) entwickeln
  • (mehr) digitale Endgeräte beschaffen und regelmäßig nutzen
  • fachübergreifende nachhaltige Schulentwicklung gestalten
  • Lehrkräfte-Fortbildungen und Schüler-Projekte durchführen
  • IT-Netzwerke betreuen & technischen Anwender-Support leisten
  • weiterhin mit sozialpädagogischen Herausforderungen kämpfen
  • Geflüchtete, aktuell aus der Ukraine, integrieren
  • und Vieles mehr

Wie sollen Schulen das realisieren? Trotz Lehrkräftemangel, welcher seit Jahren stetig steigt? Trotz viel zu wenig „Informatik“-Lehrkräften und Medienpädagogen?

Aktuell und in den letzten Jahren gab es je Schule ein bis zwei Lehrkräfte, die als „Digitalisierungs-Experten“ gelten und zwei (manchmal mehr) bezahlte Zusatzstunden pro Woche haben, um als technische Ansprechpartner und Supporter zu agieren. Für alle Endgeräte-User an ihrer Schule mit beispielsweise 800 Schülern und 60 Lehrern. Wie sollen sie diese umfangreiche Zusatzaufgabe für so viele User in so kurzer Arbeitszeit bewältigen können? Erzählt wird auch von Schulen, wo die Schülertechnik-AG – auch oder insbesondere während des Unterrichts – IT-Support leisten und den Lehrkräften helfen. Wohin dieser Zustand in der Corona-Krise geführt hat? Jede Lehrkraft, alle Schüler:innen und ihre Eltern haben eine eigene Antwort darauf.

So oder so: Wer leitet und steuert IT- und Medien-Projekte in Schulen? Und schreibt ein Medienentwicklungskonzept mit IT-Knowhow? Wer beantwortet die vielen Fragen der Anwender? In oben genanntem Beispiel der 860 Anwender? Wer liefert Support vor Ort? Wer installiert neue Geräte, z.B. digitale Whiteboards?

Ein vergleichsweiser Blick in die Wirtschaft: In Unternehmen mit so vielen Mitarbeitern gäbe es eine ganze IT-Abteilung! Mit 20, 30 oder mehr IT-Fachkräften. Wie sollen Schulen das ohne vergleichsweise viele IT-Mitarbeiter schaffen? “Das Problem zu lösen, ist Aufgabe der jeweiligen Schule”, sagte Schleswig-Holsteins Digitalisierungs-Minister Jan Philip Albrecht, als ich ihm 2019 in Kiel diese Frage stellte. Es müssten halt Personal-Ressourcen dafür freigeschaufelt werden. Doch: Lehrkräfte sind dafür nicht ausgebildet, weswegen „Personal freischaufeln“ nicht die richtige Antwort sein kann.

IT-Fachkräfte könnten solche Aufgaben, die mittlerweile fast existenziell sind, übernehmen. Sie könnten “Digitalisierungs-Manager für Schulen”, „Medien-Coaches“  oder „Schul-Supporter“ sein.

Das Berufsprofil “Digitalisierungs-Manager für Schulen” hatte ich bereits 2018 entwickelt und in Schleswig-Holstein wie auch in Berlin an manch einer Stelle vorgestellt (per E-Mail). Doch der Digitalisierungs-Transformationswunsch und die IT-Lehrkräfte-Not waren offensichtlich nicht groß genug – jetzt, nach Corona, dürfte das anders sein. Sollte an dieser Stelle mehr über das Distanzlernen, über Homeschooling während der Corona-Pandemie geschrieben stehen? Über die flächendeckende untragbare, katastrophale Situation für alle am Schulsystem beteiligten? Ich lasse es, verweise aber auf einen Artikel, den ich mit Jugendlichen für unsere Schülerzeitung geschrieben hatte: Ausgebremst! Corona, Homeschooling & die Folgen für Ki/Ju. 5.

Nur auf ein Thema, von Vielen selbst erlebt, möchte ich hier eingehen. Während der Homeschooling-Zeit brach oft die Internetverbindung ab oder war grundlegend zu schwach; bei Online-Konferenzen hatten viele noch nicht einmal Ton – wie soll so digital kommuniziert werden? In meinen Lehrkräfte-Workshops hörte ich ständig von solchen Situationen. Manchmal fielen im Nachgang auch Beschwerden – ich hätte ja gesagt, das empfohlene Online-Konferenztool würde super funktionieren, täte es aber nicht. Doch. Denn die Ursache für die Probleme liegen woanders. Aber wo?

Spezialisierte IT-Experten hätten helfen können.

Netzwerk- und System-Administratoren in jedem Fall, aber auch Medien-Coaches und/oder IT-Berater hätten vermutlich gewusst, wie ich selbst auch: Am Online-Konferenztool selbst liegt es nicht. Ich selbst nutzte BigBlueButton, welches seit 2007 für die Bildungsbranche entwickelt wird. Es ist datenschutzkonform und bietet mehr integrierte Funktionen als ähnliche Tools: insbesondere ein digitales Whiteboard als Tafelersatz. Wenn meine Fortbildungs-Teilnehmer Zuhause waren und sich vor dort in die Onlinekurse einwählten, gab es nur vereinzelt Verbindungsprobleme – Zuhause hatten und haben sehr viele Teilnehmende eine stabile Internetverbindung. Doch nahmen die Lehrkräfte von ihrer Schule aus teil, war die Nutzung des browserbasierten Videokonferenztools am Computer oder Tablet manchmal völlig unmöglich. Einziger Ausweg: das eigene Handy benutzen, wobei aber Datenvolumen nötig ist und verbraucht wird. Selbiges wurde während des coronabedingten Distanz-Unterrichts erlebt, was das Homeschooling erheblich erschwerte, wenn nicht sogar unmöglich machte.

Was ist jeweils die tatsächliche Ursache für diese Verbindungsprobleme? Die übliche Antwort: Das liegt am Videokonferenztool! Das ist schuld! Aber: das ist falsch! Ja, die nicht-datenschutzkonformen APP-basierten Videokonferenz*-Tools (kurz: ViKo) funktionieren besser, als datenschutzkonforme Browserbasierte, aber grundlegend ist die Ursache woanders zu finden. Wer beruflich aus der IT- und Medienwelt kommt, würde fragen: Liegt es am (W)LAN der Schule? Am Landesserver? An den Endgeräten? Am Benutzer? An alten Kabeln oder falsch verlegten? An dem Server, auf dem das Videokonferenztool installiert ist? Gerade bei Bigbluebutton (kurz: BBB), welches u.a. auch in den Lern-Management-Systemen Moodle und iServ verwendet wird, war häufig das Problem, dass nur die Mindestkonfiguration* mit 4 CPU-Kernen und 8 GB Arbeitsspeicher pro BBB-Server eingerichtet war. Diese muss bei vielen ViKo-Nutzern aber deutlich höher sein. Umso mehr Nutzer, umso höher – aber wer weiß das schon? Wer sollte in Schulen herausfinden, was das Problem mit den Videokonferenzen ist, und wie das Problem behoben werden kann? Wer? Es gibt in den Schulen niemanden, der einschlägiges Knowhow und die Zeit für so etwas hätte. Niemand ist Netzwerk- und Systemadministrator (ein Ausbildungsberuf: Fachinformatiker:in Fachrichtung Systemintegration), Informatiker, Digitalisierungs-Manager oder IT-Berater. Letztere wissen sowas ggf. auch nicht, denn sie sind eher IT-Generalisten und keine spezialisierten Techniker oder Administratoren.

Deutlich wird auch: solche Tätigkeiten gehören nicht zum digitalen Lehren und Lernen dazu – die Aussage „Schulen brauchen Informatiker für digitale Bildung und digitale Transformation“ ist also nicht ganz richtig.

Tatsächlich gibt es mehr als 150 IT- und Medienberufe.

Für jeden dieser Berufe ist eine einschlägige Ausbildung oder Studium erforderlich – wobei Quereinstiege in der IT- sowie Medien-Branche durchaus üblich sind. Siehe Berufeglossar*4.

Entsprechend ist verwunderlich und ein Ding der Unmöglichkeit, dass Politik und Gesellschaft erwarten, dass Lehrkräfte das mal eben „nebenbei“ lernen und leisten. Dafür sind sie nicht ausgebildet. Nicht digital-affinen Lehrkräften darf entsprechend kein Vorwurf gemacht werden! Zwar ist auch bei Politikern mittlerweile die Botschaft angekommen, dass Schulen „IT- und Medienexperten“ und mehr Informatik-Lehrkräfte brauchen – aber: wann die kommen können und wo sie gefunden werden sollen, steht in den Sternen. Denn:

Es gibt zu wenig Informatik-Lehrkräfte, aber der Bedarf steigt. Und: IT- & Medien-Experten am Arbeitsmarkt fehlen auch!

Problem: Lehrkräftemangel, insbesondere im MINT-Umfeld

In Deutschland wird der Lehrkräfte- sowie Sonder- und Sozialpädagogen-Mangel immer größer. Zwar spricht die Kultusministerkonferenz (KMK) auch im März 2022 nur von einem Mangel von 2.700 Lehrkräften bis zum Jahr 2026. Danach rechnet sie in einigen Schulformen sogar mit einem Überangebot an Lehrkräften. Aber: Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) hat errechnet, dass im Jahr 2030 bis zu 155.000 Lehrkräfte fehlen könnten. In der Pressepräsentation vom 31.3.22 des VDE von Bildungsforscher Prof. i. R. Dr. Klaus Klemm (Universität Duisburg-Essen) steht u.a. geschrieben: „Dem von der KMK bis 2035 ermittelten Bedarf von 501.420 Lehrkräften steht nach Angaben der KMK bis dahin ein Angebot von 477.580 neu ausgebildeten Lehrkräften gegenüber, so dass 23.840 Lehrkräfte fehlen werden. Wenn das
Neuangebot bis 2035, wie es Klemm ermittelt, dagegen nur bei 374.300 liegen wird, fehlen bis dahin dann 127.120 neu ausgebildete Lehrkräfte.“ *1c

Laut weiterer Tabellen von Prof. Klemm, basierend auf Erhebungen des Bundeslandes NRW, werden beispielsweise in NRW immer mehr MINT-Fachkräfte fehlen. Das I in MINT steht für Informatik und hier liegt die Bedarfsdeckungs-Quote in NRW im Jahr 2030/31 vermutlich bei nur 5,8 %.

Mit so unfassbar wenigen Fachlehrkräften wird digitale Bildung nicht gelingen können!

An dieser Stelle möchte ich lediglich tiefer auf den Informatik-Lehrkräftemangel eingehen, denn dieser hat unmittelbaren Einfluss darauf, ob überhaupt und wie nachhaltig unsere Schüler:innen auf ihre digitale Lebens- und Arbeitswelt vorbereitet werden können.

In Schleswig-Holstein zum Beispiel gab es im Jahr 2019 lediglich 164 Informatik-Lehrkräfte für ALLE allgemeinbildenden Schulen (758 im Jahr 2020) sowie beruflichen Schulen (34 im Schuljahr 2019/20) zusammen also 792 Schulen (*2b). Der Abgeordnete Martin Habersaat (SPD) hatte beim Landtag eine entsprechende Anfrage gestellt, siehe Quellenangabe *2a

Laut Dreisatzrechnung sind das 0,2 Informatik-Lehrkräfte pro Schule gewesen?!

Für 290.000 Schüler:innen an allgemeinbildenden Schulen sowie 88.000 an Berufsschulen des Bundeslandes Schleswig-Holstein gab es so wenig?! Zwar soll es in 2022 bereits deutlich mehr Informatik-Lehrberechtigte geben, aber dazu dürften wohl auch die für Informatik-Unterricht neu zugelassenen Lehrkräfte mit entsprechenden Weiterbildungen gezählt worden sein.

Wer Informatik studieren möchte, tut dies immer seltener, um Lehrkraft zu werden. Das Arbeiten in der Wirtschaft ist viel attraktiver. Als Alternative werden Lehrkräfte anderer Fächer nun weitergebildet. In 2021 begann in SH zum Beispiel die Weiterbildung von 75 Lehrkräften im Fach Informatik. 200 weitere Lehrkräfte sollen infolge dafür qualifiziert werden. *2c In Wahrheit werden sie fachfremde Quereinsteiger sein und haben weder Informatik noch irgendetwas mit digitalen Medien studiert oder in einer Berufsausbildung gelernt. Hätten sie 10, 15, 20 oder mehr Jahre praktische Berufserfahrung als Quereinsteiger, wäre das ja in Ordnung. Denn Praxiserfahrung ist in einigen Berufen deutlich mehr wert als ein theoriegeprägtes Studium. Aber so eine Praxiserfahrung haben diese neuen IT-Lehrkräfte ja nicht.

Ob das zielführend ist? Können diese Peer2Peer ihre Kollegen:innen und Schüler:innen fit für ihre digitale Lebens- und Arbeitswelt machen? Aber so oder so wird die Anzahl der für Informatik-Unterricht zugelassenen Lehrkräfte nicht reichen! Und:

Wer vor 20 oder 30 Jahren Informatik auf Lehramt studierte, hat veraltete Kenntnisse.

Aufgrund der Altersverteilung der Lehrkräfte dürften rund 2/3 vor so langer Zeit studiert haben.

Damals wurde während des Studiums zum Beispiel Cobol- oder Assembler-Programmierung gelernt. Hiermit können sie Schüler:innen in den 2020er Jahren und später nicht die notwendigen digitalen Kenntnisse inklusive Medienkompetenz in all seinen Facetten mit Kommunikations-, Kollaborations-, Kreativitäts-Techniken, und den gesetzlichen Rahmenbedingungen, Datenschutz und jüngsten Themen wie Künstlicher Intelligenz vermitteln.

Als Referentin für digitale Bildung hatte ich (Susanne Braun-Speck) in den letzten Jahren auch immer wieder Informatik-Lehrkräfte in meinen Workshops. Zum Beispiel im WS „Digitale Projekte planen – egal ob Website, Schülerzeitungen oder Wiki“. Anfangs war ich besorgt, sagte: „Was machst Du hier? Du bist doch als Informatik-Lehrkraft bereits qualifiziert. Was soll ich Dir vermitteln können?“ Deren Einwand lautete immer so oder ähnlich: „Warte mal ab. In meinem Studium habe ich doch etwas ganz Anderes gelernt.“ Ich lernte: so ist es! Klassische Informatik ist für jegliches digitales Medium zwar die Basis, aber wie wir sie im Schulumfeld und Alltag verstehen und nutzen, hat damit wenig zu tun! Wer braucht dafür beispielsweise Datenbank- und APP-Programmier-Kenntnisse?

Aus diesem Grunde, und weil es circa 150 verschiedene IT- und Medienberufe gibt *6, und nicht nur „Informatiker“, müssen sowohl das neue Pflichtfach Informatik als auch der Lehrkräftebedarf neu gedacht werden.

Zudem: Auch IT- und Medienexperten können am Arbeitsmarkt nicht gefunden werden!

Selbst wenn die Politik bereits flächendeckend in allen Schulen IT- / Digitalisierungs- und/oder Medien-Experten vorsehen würde, sowie das Pflichtfach Informatik & digitale Medien eingeführt wäre:

Am IT-Arbeitsmarkt fehlen laut dem Branchenverband BITKOM circa 96.000 IT-Fachkräfte (Stand: Jan/Feb 2022, *6). Wie also sollen für die 41.101 (*7) allgemein- und berufsbildenden Schulen in Deutschland „IT-Fachkräfte“ gewonnen werden?

Zitat von Bitkom: „Der sich verschärfende Mangel an IT-Spezialistinnen und -Spezialisten wächst sich zu einer ganz realen Bedrohung für Deutschlands große Transformationsaufgaben aus. Das Thema digitale Bildung gehört ganz oben auf die Prioritätenliste der Bundesregierung.“

An digitaler (Weiter-) Bildung arbeiten alle irgendwie, auch in Schule, auch in den Fortbildungs-Instituten der Länder. Doch: Für eine flächendeckende digitale Transformation brauchen wir viel, viel mehr Experten, auch oder insbesondere an Schulen, als wir haben. In einer Pressemitteilung des BMBF (*8a), von Bettina Stark-Watzinger und Karin Prien, vom 4.3.22 heißt es zur Beantragung von Mitteln aus dem Digitalpakt: „… sie verfügen oft nicht über ausreichendes und hinreichend qualifiziertes Personal, um zügig die Mittel beantragen zu können. Hier braucht es unkomplizierte Verfahren und eine Finanzierung externer Beratungskosten. … Weiterhin steht dort:

Im Digitalpakt waren 500 Millionen Euro zur Förderung von Administratoren geplant, die sich um die digitale Technik kümmern sollen. … Im Zusatzprogramm für Administratoren flossen aber bisher nur rund 11 Millionen.

Leider sind zum Beispiel in der Schleswig-Holsteinischen Digitalpakt-Richtlinie Honorare / externe Berater nicht Gegenstand der Förderung (Stand: 11/2020.). Wie hätten sie also abgerufen werden können? Im Digitalpakt des Bundes sind aber tatsächlich projektvorbereitende und –begleitende Beratungsleistungen externer Dienstleister vorgesehen, siehe Ziff. 3.2.4 DigitalPakt Schule 2019 bis 2024 *8c.

 

Das heißt: Es ist möglich! Freiberufliche IT-Administratoren und IT-Berater können als Honorarkräfte in Schulen arbeiten! Auch in anderen Tätigkeitsfeldern könnten Honorarkräfte und Projektanbieter eingesetzt werden.

Die Lösung: Temporärer Einsatz von Honorarkräften und externen Partner.

Nicht nur IT-Fachkräfte, sondern diverse freiberufliche Honorarkräfte und Projektanbieter sollten von Schulen, Schulträgern & Bildungsinstituten jederzeit, nach Bedarf, eingesetzt werden können – wie in Unternehmen seit Jahrzenten! Insbesondere (alle m/w/d):

  • IT- / Digitalisierungs-Begleiter
  • Referenten für Fortbildungen
  • Medienpädagogen / -Coaches als Unterrichtsbegleiter
  • DAZ- / DAF Lehrkräfte
  • LMS- & Web-Designer / Content-Manager
  • IT-System- & Netzwerktechniker
  • Anbieter von Schüler-Projekten insbesondere, aber nicht nur im MINT sowie BNE-Umfeld
  • und Weitere

Tatsächlich sind freiberufliche Honorarkräfte die Einzigen, die zu moderaten Honoraren wenigstens tage-, wochen- oder monatsweise bzw. projektweise helfen können. IT-Systemhäuser sind dagegen viel zu teuer! Normale Freiberufler (außer stark spezialisierte Nischen-Experten), kosten ähnlich viel wie Lehrkräfte inklusive aller Arbeitgeber- und Personalnebenkosten. Eine Lehrkraft kostet den Arbeitgeber pro effektive Arbeitsstunde im Durchschnitt 75 €/Stunde* – hierfür, zu zuzüglich Mehrwert-/Umsatzsteuer, sind auch Honorarkräfte buchbar! Und diese gibt es in jedem Ort, in jedem Bundesland. Vom einzelunternehmerischen Netzwerktechniker, freiberuflichen Medienexperten und -Dozenten, Webdesignern und Content-Entwicklern. Alle werden in Zukunft in Schulen gebraucht!

*Nicht von allen Bundesländern sind Personalkostentabellen im Internet verfügbar. Ich stellte meinen Honorar-Gehalts-Vergleich mit Zahlen aus Schleswig-Holstein her, siehe Quellen-Angabe 9 oder direkt hier, auf meiner Website.

Insbesondere, aber nicht nur für IT- und Medien-Support sowie bei einmaligen Vorhaben, Schulentwicklungstagen und Schülerprojektwochen sowie als Lernbegleiter im Unterricht könnten freiberufliche Honorarkräfte und Projektanbieter in Schulen arbeiten. Ich nenne sie: “Consultants for digital and sustainable Education.”

Diese könnten als medienpädagogische Lernbegleiter und Coaches Schulen unterstützen; dort und fernmündlich mit Rat und Tat (Support) helfen; auch Workshops und Fortbildungen geben, etc. Sie könnten die Aufgaben übernehmen, für die weder Lehrkräfte noch andere Mitarbeiter in Schulen ausgebildet worden oder verfügbar sind. Zunächst stunden- oder tageweise, zeitlich begrenzt – entsprechend des Bedarfs. Zudem sollte es schuleigene Digitalisierungs-Manager auf Dauer geben und so für nachhaltige digitale Bildung sorgen können. Um das realisieren zu können, brauchen Schulen im Grunde genommen nur einen “Topf”, sprich finanzielle Mittel, mit denen sie Freiberufler-Honorare und Schulprojektanbieter bezahlen könnten. Möglicherweise aus den Vertretungsfonds? Dem neuen Digitalpakt? Die finanziellen Mittel müssen die Länder dafür bereitstellen.

Auf jeden Fall kann eine nachhaltige Entwicklung von Schule in Bezug auf die digitale Transformation, laut vieler öffentlicher Stimmen, nur gemeinsam gelingen. Bildungssystem und Wirtschaft müssen hier eng zusammenwirken! Freiberufliche Honorarkräfte und Projektanbieter aus der Wirtschaft und dem gemeinnützigen Non-Profit-Umfeld sind für Schulen eine sinn-, mach- und verfügbare sowie finanzierbare Ressource.

Wo solche Fach- und Honorarkräfte zu finden sind?            Einige hier im Buch, siehe ab Seite 329; weitere bald auf der Online-Plattform co-edu.de

Bevor wir diesen Beitrag im Buch schließen, noch eine Ausführung, die sein muss:

Die Politik spricht ständig von „Informatikern“ – aber diese sind keine Medienexperten!

Es wird im Bildungssystems ständig von Informatik-Unterricht / -Pflichtfach und den Informatik-Lehrkräften gesprochen – doch: Tatsächlich müssen Lehrkräfte wie auch die meisten Schüler:innen (außer solche, die einen entsprechenden Beruf ergreifen möchten) niemals Aufgaben von Informatikern ausführen können. Denn Informatiker:innen beschäftigen sich überwiegend mit der Entwicklung von Anwendungen (PC-Software, Web- und Smartphone-Anwendungen), Hardware (-nahe) Programmierung und Systemlösungen, sowie mit Künstlicher Intelligenz, Maschinen-Programmierung, etc. Weiterhin beschäftigen sich Techniker / IT-Administratoren (nicht Informatiker) zum Beispiel mit der Installation und Administration von Netzwerken, Servern, Computern sowie Telefon- und Funkanlagen, hier in einer Client-Server-Umgebung.

Deutlich wird erneut: solche Tätigkeiten gehören nicht zum digitalen Lehren und Lernen dazu – die Aussage „Schulen brauchen Informatiker für digitale Bildung und digitale Transformation“ ist also nicht ganz richtig.

„Programmiert“ werden muss dafür in Schule selbst eigentlich nichts; IT-Administratoren für die hausinterne Client-Server-Umgebung und Anwendersupport werden gebraucht. Aber Lehrkräfte und Schüler selbst benötigen in einer digitalen Welt „nur“ ganzheitliche, weitgreifende Anwender-Kenntnisse.

In der elektronischen Datenverarbeitung (kurz: EDV) steht der Ausdruck “Anwender / User / Benutzer” übrigens für eine Person, die einen Computer, eine APP, ein Online-Portal oder andere digitale Medien benutzt. Zukünftig werden sowohl in Schulen, wie auch in fast allen anderen Lebens- und Berufsbereichen solche digitalen Anwender-Kenntnisse benötigt. Diese sollen digital kommunizieren können (das beherrscht jede Chefsekretärin, jede Bürokauffrau). Sie sollen zudem digitale Texte schreiben, digitale Videos und Podcasts (Audios) erstellen und/oder nutzen – und das ist digitaler Content! Solch ein digitaler Content wird teilweise von Webdesignern, in jedem Fall von Content-Managern /-Entwicklern, Online-Journalisten, Video-Producern oder, oder, oder erstellt. Medienpädagogen können das auch, aber klassische Informatiker können das nicht!

Auch die Lerninhalte in Lern-Management-Systemen (kurz: LMS) sind Content. LMS basieren auf Content-Management-Systemen – sie sind technisch das Gleiche. Das bedeutet: Webdesigner und Content-Entwickler, etc. können Lern-Management-Systeme betreuen, Lehrkräfte und Schüler:innen in der Nutzung und Produktion von Lehr- und Lern-Inhalten unterstützen oder selbst die Lerninhalte (Content) dafür produzieren.

Aus Sicht der Künstlersozialkasse* sind zuvor genannte Berufsbilder übrigens künstlerische Berufe im digitalen Kontext. Solche Künstler sind keine Informatiker!

Abschließend: Einerseits ist kaum möglich, die digitale Transformation so zu realisieren, wie die Politik es sich derzeit vorstellt. Andererseits ist es möglich: durch den Einsatz von freiberuflichen Honorarkräften aus verschiedenen Berufsfeldern (nicht nur aus der Informatik), was die Möglichkeiten vervielfältigt!

Auf den letzten Buchseiten stellen sich die Autoren vor, welche teilweise Lehrkräfte und Pädagogen, teilweise freiberufliche Honorarkräfte sind.


Kontakt zur Autorin: s.braun-speck@tiefenschaerfe.de oder s.braun-speck@sii-kids.de


*Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) und die vom Gesetzgeber mit der Umsetzung dieses Gesetzes beauftragte Künstlersozialkasse (KSK) sorgen dafür, dass selbständige Künstler und Publizisten einen ähnlichen Schutz der gesetzlichen Sozialversicherung genießen wie Arbeitnehmer. Siehe: https://www.kuenstlersozialkasse.de/


Quellen (alle zuletzt abgerufen in der letzten Mai-Woche 2022):

  1. Lehrkräfte-Bedarf
    1. IW-Köln. Bedarf durch ukrainische SuS, Mai 2022: https://www.iwkoeln.de/studien/wido-geis-thoene-moegliche-auswirkungen-des-kriegs-in-der-ukraine-im-deutschen-bildungssystem.html
    2. KMK https://www.kmk.org/aktuelles/artikelansicht/kmk-legt-neuen-bericht-zum-lehrkraeftebedarf-vor-weiterhin-steigender-bedarf-aber-auch-gute-aussicht.html
    3. VBE: https://www.vbe.de/service/expertise-lehrkraeftebedarf-angebot-bis-2035
  2. Zahlen aus SH:
    1. Informatik-Lehrer in SH 2019: https://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl19/drucks/01700/drucksache-19-01737.pdf
    2. Anzahl Schulen in SH 2021: https://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl19/umdrucke/04400/umdruck-19-04460.pdf
  3. BigBlueButton-Konfiguration: https://docs.bigbluebutton.org/2.2/install.html#minimum-server-requirements
  4. Berufe-Glossar von S. Braun-Speck: https://media4schools.de/berufeglossar/ oder hier: https://tiefenschaerfe.de/berufe-it-medien/
    1. und/oder: Berufe-Net der Agentur für Arbeit: Direkt-Link oder: https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index?path=null/berufsfelder/suchergebnisseBerufsfelder&fil=eJwzNCAKGIIAcUqJBABqvRa3
  5. Artikel: Ausgebremst! Corona, Homeschooling & die Folgen für Ki/Ju https://erkant.de/corona-hinterfragt/
  6. Bitkom, 1/2022: https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/IT-Fachkraefteluecke-wird-groesser
  7. Statistiken zu Schulen:
    1. Destatis: 3/2022: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bildung-Forschung-Kultur/Schulen/_inhalt.html
    2. Oder: https://www-genesis.destatis.de/genesis/online?operation=themes&levelindex=0&levelid=1653726058568&code=21#abreadcrumb
      1. Allgemeinbildende. Schulen (GS, GMS, GYM, Sonder-) : https://www.statistischebibliothek.de/mir/receive/DEHeft_mods_00136642
      2. Berufsschulen: https://www.statistischebibliothek.de/mir/receive/DEHeft_mods_00136955
    3. Digitalpakt:
  1. Honorar-Gehalts-Vergleich: https://tiefenschaerfe.de/was-kosten-freiberufler/
  2. Informatik-Pflichtfach:
    1. https://informatik-monitor.de/
    2. https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/III/Presse/PI/2021/November_2021/III_informatik.html
    3. https://fachportal.lernnetz.de/sh/faecher/informatik/aktuelles/pilotphase-pflichtfach.html

 

Die vermutlich größte Veranstaltung zum Thema „Zukunft der Arbeit“ im deutschsprachigen Raum fand am 7. März 2019 in der Elbphilharmonie Hamburg statt: die dritte „New Work Experience“ #NWX19. Rund 1.800 Teilnehmer und Gäste tauchten in die neue Arbeitswelt ein – mit Themen rund um neue Arbeits(zeit)modelle, Vereinbarkeit, Wohlfühlatmosphäre, kreativer Weiterentwicklung z.B. durch WOL (Working Out Loud), agile Mindsets, Homeoffices sowie mobile & Co-Working-Arbeitsplätze – das in Zeiten von digitaler Transformation und Arbeitsplatzbedrohung durch künstliche Intelligenz.

Autor des Artikels / copyright by: Susanne Braun-Speck (tiefenschaerfe.de), Foto oben: XING, Foto unten: @SBraunSpeck. Dieser Artikel ist einer von zwei Beiträgen von ihr beim Booksprint der Bertelsmann Stiftung zum Thema “Vereinbarkeit 4.0.”. Das Buch wird im Frühjahr 2019 herausgegeben und gemeinfrei sein.

„New Work“ bezeichnet die Gesamtheit der modernen, orts- und zeitunabhängigen sowie flexiblen Arbeitsformen und –methoden im globalen und digitalen Zeitalter. Die Idee dazu soll auf den österreichisch-US-amerikanischen Philosophen Frithjof Bergmann zurückgehen. Sie wurde von dem deutschen Psychologen, Informatiker und Autor Markus Väth weiterentwickelt. Zentrale Werte der „Neuen Arbeit“ sind laut Bergmann Selbstständigkeit, Freiheit und Teilhabe an Gemeinschaft, sowie Arbeit, die man wirklich mag und als sinnhaft versteht.

Laut dem Zukunftsinstitut, mit Sitz in Frankfurt am Mein, ist das Zeitalter der Kreativ-Ökonomie angebrochen – und es gilt Abschied zu nehmen von der industriellen Leistungsgesellschaft; Abschied von festen hierarchischen (Macht-) Strukturen mit engen Arbeitsvorgaben und –zeiten. Nine-to-five-Jobs sind nicht mehr „in“. Das selbstbestimmte Handeln mit freier Zeiteinteilung, auch in virtuellen Teams und Kreativitäts-Entfaltung steht zukünftig im Vordergrund. „New Work“ verlangt von den Menschen in Wirtschaft und Gesellschaft eine entsprechende Haltung; Kinder und Jugendliche sollen selbstentdeckende, freiheitliche Bildung erleben dürfen; Transparenz, Offenheit und Wertschätzung unter anderem durch „Kommunikation auf Augenhöhe“ sind gewollt, ebenso wie Diversity (Dt: Vielfalt). 

Von all dem und noch viel mehr sprachen auf der #NWX19 in der „Elphi„: Gerald Hüther, Ricardo Semler, Sascha Lobo, Kathrin Menges, Fréderic Laloux, Jutta Allmendinger, Joschka Fischer, und viele mehr. 

Jobsharing: Ein Modell der neuen Arbeitswelt

Anders als bei typischer Teilzeitarbeit, bei der Aufgaben und Rollen in verschiedene Positionen aufgeteilt und somit fachlich und inhaltlich getrennt werden, ist Jobsharing insbesondere für Arbeitsplätze geeignet, die sich aufgrund von Strukturen und Verantwortlichkeiten nicht auf mehrere Personen verteilen lassen. Als CHAN bekleiden zum Beispiel Christiane Haasis (links im Bild) und Angela Nelissen (rechts im Bild) zusammen eine Führungsposition. CHAN ist „Vice President Refreshment DACH“ bei Unilever in Hamburg und als stellvertretende „Persona“ für beide und von beiden Führungskräften entwickelt worden. 

Nach Studienabschlüssen in BWL und Internationalem Management starten Christiane Haasis und Angela Nelissen ihre jeweiligen Karrieren bei Unilever. Es folgten Positionen in der Strategieführung und Markenentwicklung sowie im operativen Vertrieb einzelner Sparten. Dabei kreuzten sich ihre Wege immer wieder, bis sie einige Jahre später die Körperpflegemarke „Dove“ gemeinsam für Europa verantworteten. Eine als strategische Markendirektorin, die andere als operative Länderchefin. Nach 15 Jahren im Unternehmen beschäftigten sich beide damit, welchen anderen Weg es geben könnte, um Karriere / Arbeit und Familie besser zu vereinbaren. Zu dieser Zeit entstand die Idee für das Job-Tandem.

Weltweit sind sie aktuell das einzige Duo, das sich auf so hoher Ebene einen Job teilt. 

Im Interview auf der #NWX19 erzählten sie der Freiberuflerin Susanne Braun-Speck, tiefenschaerfe.de/sii-kids.de und dem Jugendredakteur Philipp Nuhn, stellvertretend für erkant.de, mehr von ihrem „Doppelkopfleben“ beim Jobsharing. Damit das Tandem CHAN authentisch im Interview wiedergespiegelt wird, wurden auch hier die Antworten wie von einer Person wiedergegeben. Das „Du“ gehörte zum guten Ton der Veranstaltung. 

Ihr tretet zusammen und auch einzeln unter dem Namen CHAN auf? 

Ja. CH ist das Kürzel von Christiane, AN das Kürzel von Angela. Wir sind zwei Menschen, verstehen uns im Job aber für den Arbeitgeber und Kollegen als eine „Persona„. Unsere Vorstellungen von Beruf und Arbeit sind sehr ähnlich, Qualifikationen und Kompetenzen sind vergleichbar, Tantiemen werden zu gleichen Teilen ausgeschüttet. Wir sind Eins und agieren als eine Person. Im Außenverhältnis sind wir gegenseitig jederzeit ersetzbar. 

Wie lange arbeitet Ihr inzwischen als Tandem? 

Seit 2009 sind wir im Jobsharing aktiv. Erst verantworteten wir als Category Direktor das Food-Geschäft, seit 2014 das Eis- und Teegeschäft von Unilever; aktuell in der Rolle als Vice President Refreshment für Deutschland, Österreich und die Schweiz (ca. 1mrd € Außenumsatz). 

Wie werden zwei Köpfe zu einer Führungskraft? 

Vieles ist eine Frage der Organisation. Wir sind zum Beispiel unter derselben E-Mail-Adresse erreichbar. Projekte teilen wir zwar unter uns auf, halten uns aber informiert. Wenn zum Beispiel unser direkter Vorgesetzter einen Ist-Zustand zu einem Projekt abfragen möchte, kann er stets davon ausgehen, dass wir beide eine plausible Antwort darauf geben können. 

Wie sieht das Jobsharing in der Praxis aus? 

Von einem üblichen Fulltimejob arbeiten wir beide 60%, sodass jeweils 10% der Arbeitszeit zwecks Austausches und Planung überlappen. Wie wir uns organisieren, klären wir unter uns. Einzelne Aufgaben verteilen wir nach persönlichen Schwerpunkten und Kernkompetenzen. Für Außenstehende kommunizieren wir sehr klar, wer welches Projekt gerade federführend leitet oder, ob wir zu zweit im Wechsel aktiv sind. Eine von uns arbeitet Montag bis Mittwoch, die andere von Dienstag bis Freitag; an zwei Tagen davon nur bis zum Nachmittag. Ansonsten ist es ganz normale Teamarbeit, bei der regelmäßige Infos und Unterlagen ausgetauscht werden, etc.  

Was ist wichtig, damit Jobsharing tatsächlich funktioniert? 

Wichtig sind vor allem gemeinsame Ziele, offene und ehrliche Kommunikation untereinander, aber auch mit den Chefs und Kollegen. Und, dass wir alle digitalen Tools nutzen (E-Mail, Microsoft Teams, WhatsApp) … nach 10 Jahren Jobsharing sind wir natürlich ein eingespieltes Team und es fühlt sich manchmal schon fast wie Gedankenübertragung an, wenn wir uns die Bälle zuspielen. Fatal wäre dagegen Egoismus – der stetige Teamgedanke ist enorm wichtig! 

Welchen Weg seid ihr gegangen, um das Jobsharing-Modell bei Unilever zu platzieren? 

Vor rund 10 Jahren entwickelten wir für uns die Idee; einige Jobshare-Paare gab es bei Unilever aber schon. Die Geschäftsleitung stand der Idee offen gegenüber. Infolgedessen stellten wir sie verschiedenen Führungskräften in Einzelgesprächen und bei entspannter Atmosphäre vor. Wir überlegten uns gut, was für wen wichtig ist, und warum Jobsharing darauf die Antwort sein kann. Klassisches Marketing mit Zielgruppenorientierung 🙂 Wir feilten an der Realisierung herum, machten uns weiterhin Gedanken, und konnten innerhalb weniger Wochen die Entscheider überzeugen. Als eine Position, die wir uns gemeinsam passend war, vakant wurde, konnten wir als Jobsharing-Tandem beginnen. In der Summe nach sechs Monaten. 

Macht Jobsharing Unternehmen fit für den Arbeitsmarkt der Zukunft? 

Die Welt verändert sich stetig. Um auch in Zukunft erfolgreich zu sein können, ist ein Schlüssel „diversity“. Das heißt, Mitarbeiter mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Geschlecht und Herkunft werden gebraucht. Beim Jobsharing verdoppelt sich das Know-how – zwei Köpfe denken jeweils über die gleichen Themen und Projekte nach, ohne gleich doppelt viel zu kosten und sind zusammen viel kreativer. Weiterhin müssen hochqualifizierte Mitarbeiterinnen ihren Job nicht mehr aufgeben, nur weil sie eine Familie gründen möchten – sie können bleiben und somit wird der Fachkräfte-Abwanderung entgegengewirkt. Jobsharing bietet auch die Möglichkeit, sich im Urlaub gegenseitig zu vertreten. Der Arbeitsplatz ist also jederzeit besetzt.

Was ist insbesondere für die betreffenden Tandems positiv? 

Wir teilen uns die Verantwortung, coachen uns gegenseitig, haben insbesondere einen interessanten Führungsjob – trotz Kindern. Unsere Vier sind übrigens im Alter von 10 sowie 12 bis 18 Jahren; wir mussten uns nicht zwischen Beruf oder Familie entscheiden. Unsere Ehemänner stehen beide als gleichberechtigte Partner neben uns. Mit ihnen spielen wir uns die Familien-Aufgaben wie Pingpongs immer nach Bedarf hin und her. Außerdem entwickeln wir über das normale Maß hinaus stetig unsere Management-Fähigkeiten weiter – wir sind ja Sparringspartner, die sich gegenseitig coachen! 

Gibt es Nachteile? Habt ihr das Gefühl, ihr verpasst etwas, wenn ihr nur zu 60% arbeitet? 

Anfangs war die Organisation nicht ganz einfach. Man muss überzeugen können; dann läuft das Modell und verändert die Arbeitskultur für viele. Verpassen? Nein, niemals. Ganz im Gegenteil! Wir haben den Raum und die Möglichkeiten dafür, gestalten und entwickeln zu können.  

Ist Euer Jobsharing-Modell im Sinne von „New Work“ erfolgreich?  

Inzwischen gibt es im Hause Unilever 30 Jobsharing-Teams. Das Modell bietet die Chance auf und den Verantwortungsumfang von Jobs, die nicht in reiner Teilzeit angeboten werden können – und eben doch alle Freiheiten der Teilzeit! 

Wir sind überzeugt, und bei Unilever ist dies gelebte Praxis, dass jeder Job geteilt werden kann. Entsprechend wird jetzt, von Arbeitgeberseite aus, bei neuen Stellenausschreibungen immer darüber nachgedacht, ob der jeweilige Job in Teilzeit oder eben im Jobshare-Modell gemeinsam von zwei Mitarbeitern besetzt werden könnte. Jetzt stellt sich nur die Frage: Who‘s next? 



Unilever ist mit einem Umsatz von mehr als 50 Milliarden Euro nach Procter & Gamble und Nestlé der drittgrößte Hersteller von FMCG (Fast Moving Consumer Goods) weltweit. Der Konzern entstand 1930 aus der Fusion des britischen Seifenherstellers Lever Brothers mit dem niederländischen Produzenten Margarine Unie. 

Bis heute hat das Unternehmen sowohl Standbeine im Lebensmittel- als auch im Non-Foodsektor. Den wichtigsten Produktbereich stellen heute mit rund 20 Milliarden Euro Jahresumsatz Körperpflegeartikel dar. Dove wird zu den wertvollsten Körperpflege- und Kosmetikmarken der Welt gerechnet. Bei Deodorants (u.a. Axe und Rexona) ist Unilever Weltmarktführer. Getränke (v.a. Teegetränke unter dem Lipton-Label) und Eiscreme sind nach wie vor ein bedeutendes Geschäftssegment und steuern knapp ein Fünftel zum Gesamtumsatz bei. Unilever ist der größte Eiscremeproduzent der Welt. Die wichtigsten Marken in diesem Bereich sind das im Jahr 2000 gekaufte Ben & Jerry’s und die „Heartbrands“-Markenfamilie, die ein globales Logo (ein stilisiertes Herz) eint, die aber unter jeweils lokal verschiedenen Bezeichnungen auftritt – als Langnese in Deutschland. 

Quelle: Statista, abgerufen am 08.03.2018 unter: https://de.statista.com/themen/1647/unilever/ 


Weitere Quellen & Urheber: 

 

Firma. Familie. Freizeit? Rentenvorsorge? Freiberufler, (Solo-) Selbständige und Unternehmer tragen hohe Risiken und viel Verantwortung. Dabei leben sie oft ohne Netz und doppelten Boden – manchmal bis zum Lebensende. Ist das so? Wie sind sie sozial abgesichert? Ermöglicht die neue digitale Arbeitswelt z.B. durch Homeoffices eine bessere Work-Life-Balance und Vereinbarkeit von Beruf & Familie? Und: Ist eine Selbständigkeit für Eltern und Alleinerziehende (m/w) geeignet?


Autor des Artikels / copyright by: Susanne Braun-Speck (tiefenschaerfe.de), Foto oben: XING, Foto unten: @SBraunSpeck. Dieser Artikel ist einer von zwei Beiträgen von ihr beim Booksprint der Bertelsmann Stiftung zum Thema “Vereinbarkeit 4.0.”. Das Buch wird im Frühjahr 2019 herausgegeben und gemeinfrei sein.

26. September 2018: Während des 7. deutschen Weiterbildungstages mit dem Thema „Digitale Weiterbildung in Unternehmen“ fanden die Teilnehmer in Norderstedt (Schleswig-Holstein) einen Vorfall besonders charmant: An der Präsentation einer Schulungsfirma nahm u.a. ein freiberuflicher Mitarbeiter von extern / per Internetverbindung teil. Seine Aufgabe: Digital durch eine virtuelle Lernwelt navigieren und diese dem Publikum erklären. Doch plötzlich erklang ein heller Schrei. Weinen. Dann: Ton aus …

Die beiden Chefs auf der Bühne riefen ihren freiberuflichen Mitarbeiter. Er war nicht mehr zu hören, aber: unerwartet zu sehen. Die Kamera seines Notebooks war jetzt an – und alle im Vortragssaal sahen ihn: in Jeans und T-Shirt und mit Kleinkind auf dem Arm; zuhause am Küchentisch. Als sie merkten, dass sie zu sehen waren, winkte der Vater verlegen und das Kind unbedarft in die Kamera. Die rund 150 Zuschauer im Saal (Selbständige und Führungskräfte) jubelten und klatschten und freuten sich über dieses Bild der schönen, neuen digitalen Arbeitswelt.

#FreieMitarbeit #NewWork #Vereinbarkeit – sieht sie so aus? Ist das herrlich oder nervig?

Werbung in eigener Sache …

Selbständigkeit klingt erst einmal spannend, bietet Abwechslung, ist aber auch eine große Last! Banken sehen sie selten als kreditwürdig an und das Privatleben kommt eigentlich immer zu kurz. Die Familie im Norden, der Kunde im Süden. Projekte, deren Zeitziel oft zu knapp kalkuliert wurde oder mehrere Aufträge parallel, sorgen für Stress. Mitarbeiter, die ausfallen oder Fachkräfte, die gar nicht erst zu gewinnen sind, treiben Unternehmer an den Rand der Machbarkeit. Solche und viele andere unternehmerische Risiken erfordern starke Nerven & einen langen Atem! Während zum Beispiel mittelständische Unternehmer besonders viel Verantwortung für ihre Mitarbeiter und deren Arbeitsplätze tragen; weiß ein Solo-Selbständiger oder Freiberufler: Ohne ihn geht nichts. Er ist nicht ersetzbar! Egal ob freiberuflicher Berater in der IT-Branche oder Arzt mit Praxis: Wenn der Chef zum Beispiel wegen Krankheit ausfällt, wird kein oder weniger Geld verdient. Nach 6 Wochen übernimmt vielleicht – wenn vorhanden – eine Kranken(tage)geldversicherung die Einkommensersatzleistung.

Selbständige und ihre Familie – kommt sie zu kurz?

So wie der oben genannte Vater entscheiden sich viele für die freiberufliche Tätigkeit, weil es in ihrer Berufsgruppe üblich ist – Ärzte, Rechtsanwälte, Hebammen, etc. Andere werden selbständig, weil sie sich als solche eher verwirklichen können, als in Festanstellung und – laut einer Umfrage von tiefenschaerfe.de – ihre Selbständigkeit der Familie viele Vorteile bietet. Mit den wenigen Nachteilen kann der größte Teil der Umfrageteilnehmer gut leben!

Rund 1/3 von ihnen findet es zudem herrlich, zuhause zu arbeiten, weil es familiennah und besser organisierbar ist. Sie schätzen, dass lange und stressige An- und Abfahrzeiten entfallen. Jeder 3. ist zudem davon überzeugt, im Homeoffice konzentrierter Arbeiten zu können und entsprechend produktiver zu sein. Für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie (+Freizeit) sind ihrer Meinung nach mobile (digitale) Arbeitsplätze perfekt. Doch manche Unternehmer mussten erst Lehrgeld bezahlen, bis sie sich endlich solch eine persönliche Freiheit nahmen …

Armin Moghaddam, Chef der Firmen Alfalot und AMA (pistazien.de).

Armin Adib-Moghaddam, Unternehmer aus Reinbek, bei Hamburg, gründete parallel zu seinem Studium die A.M.A. Nussveredelungs-Manufaktur, danach zudem die Firma alfaLot, einem Exporteur von Industrieausrüstungen. Vor nunmehr 12 Jahren hat er in Reinfeld bei Lübeck ein innerstädtisches, 67.000 qm großes parkähnliches Industriegelände erworben. Hier vermietet er Einzelbüros, kleine und größere Lager und Produktionsflächen. Die Nachfrage ist groß und die Auslastung liegt bei über 80 %. Auch Coworking-Arbeitsplätze wären hier möglich.

Der Unternehmer ist geschäftlich täglich 12 Stunden eingebunden und oft auf Geschäftsreisen. Zusätzlich engagiert er sich als 2. Vorsitzender des örtlichen Handelsvereins und als „Business Angel“ für Existenzgründer. An diesen zeitlich aufwendigen Aufgaben ist seine erste Ehe mit zwei Töchtern gescheitert. In seiner jetzigen Partnerschaft, mit derzeit zweijährigem Sohn, will er das nicht wieder riskieren und arbeitet deshalb nur noch 4-Tage die Woche im Büro – und einen Tag zuhause. Zitat: „Ich schätze den frühen Morgen, wenn ich mit meinem Sohn am Frühstückstisch sitze und unsere gemeinsamen Freitage. Die Kindheit meiner – heute erwachsenen – Töchter verpasst zu haben, hat mich gelehrt, was wirklich wichtig ist. Die Zeit lässt sich leider nicht zurückdrehen …“

Sein Vater war über 60 Jahre selbständiger Kaufmann. In dieser Zeit hat er viele Millionen Euro Steuern bezahlt und musste dennoch in Krisenzeiten seine Altersrücklagen auflösen – das kennen viele Unternehmer. Seine ehemaligen 20 Mitarbeiter erhalten heute Rente – er nicht. Armin Adib-Moghaddam selbst zahlt einen fast 4-stelligen monatlichen Betrag an seine private Krankenkasse und seit ewigen Zeiten freiwillig den Mindestbeitrag in die gesetzliche Rentenkasse. Ob und wenn ja, wieviel er jemals rausbekommen wird, ist ungewiss. Der Industriepark und seine Unternehmungen sind in dem Sinne seine Rentenvorsorge. Was passiert, wenn er arbeitsunfähig wird, möchte er sich nicht ausmalen.

Selbständige leben ohne Netz und doppelten Boden!

Alexandra A. (Name von der Redaktion geändert) aus dem nördlichen Speckgürtel von Hamburg löst Sozialversicherungs-Probleme und Traum durch eine hybride Tätigkeit: Sie hat einen 15-Stunden-Job in Festanstellung und arbeitet zudem als selbständige Heilpraktikerin. Eine andere Chance hatte sie nicht … Nach langjähriger Familienzeit als Mutter ohne Berufstätigkeit war der Weg zurück ins Arbeitsleben schwer. Ihre Ausbildung fand bei Arbeitgebern keine Anerkennung mehr – zulange war sie raus aus dem alten Job. Zudem ist sie alleinerziehend mit Kind – aus Arbeitgebersicht keine gute Kombination. Aber: sie hat sich auf eigene Kosten Stück für Stück weitergebildet und sich als Heilpraktikerin zertifizieren können. Zuhause hat sie nun einen Praxisraum, wo sie Patienten behandelt. Irgendwann klappte es auch mit dem oben genannten Halbtagsjob als Betreuerin in einem Schulhort, worüber sie ein regelmäßiges Einkommen hat und sozialversichert ist. Bevor sie diesen Job hatte, war sie jahrelang als Aushilfe bei ihrem Ex-Mann versichert – um bezahlbar sozialversichert sein zu können!

Schulferienzeiten kann sie als einzige berufstätige Alleinerziehende perfekt überbrücken!

Bei ihrer Festanstellung im Schulhort arbeitet sie jede Woche mehr, als sie bezahlt bekommt und erarbeitet sich quasi die Ferienzeiten im Voraus – so wie Lehrer. Dadurch kann Alexandra A. ohne Probleme 3 Monate Ferien pro Jahr mit Kind stressfrei gestalten. Doch ohne den Kinderunterhalt vom Vater würde all das dennoch nicht für ein gutes Auskommen reichen. Alleinerziehend, ist alleinerziehend d.h. selbst in der Summe aller Tätigkeiten kein volles – und gut bezahltes – Einkommen.

Autorin & alleinerziehende Freiberuflerin Susanne Braun-Speck, tiefenschaerfe.de

Susanne Braun-Speck (Autorin dieses Artikels, tiefenschaerfe.de), aus Reinfeld bei Lübeck kommt väterlicherseits aus einer Unternehmerfamilie – sie hat quasi das Unternehmer-Gen. Ihr Anliegen bei Gründung ihrer ersten Firma: eine neuartige Geschäftsidee verwirklichen und „etwas“ bewegen. Seitdem sie alleinerziehende Mutter ist (ab dem 8. Jahr ihrer Selbständigkeit), zeigt sich:

Überwiegend im homeoffice als Selbständige zu arbeiten, mit absolut flexiblen Arbeitszeiten ist für sie der einzig gangbare Weg, um qualifizierte Arbeit leisten sowie Beruf & Kind vereinbaren zu können.

Eine 5-Tage-Woche mit 40, 50 Arbeitsstunden z.B. in Hamburg mit langen Anfahrtzeiten ist für sie undenkbar.

Seit 2006 (seit der Einführung dieser Versicherung) ist Susanne Braun-Speck freiwillig bei der Agentur für Arbeit arbeitslosenversichert. Ihre Firma erlebte viele Aufs und Abs, ging aber erst den Bach runter, nachdem die Chefin  ihren zweiten Burnout erlebte und parallel alleinerziehende Mutter war. Das langjährige Risiko, nicht sozialversichert gewesen zu sein, konnte sie Anfang 2017 endlich mindern, in dem sie sich neu aufgestellt hat: Sie ist jetzt Kreative im Bereich Webdesign & Content-Management (Online-Redakteurin) und somit (freiwillig) in der Künstlersozialkasse (kurz: KSK) pflichtsozialversichert – daraus gibt es jetzt auch kein Entkommen mehr.

Die KSK bezahlt 50% ihrer Sozialversicherungsbeiträge (Krankenkasse, Rente, Pflege), die nunmehr auch nicht mehr pauschal berechnet werden, sondern – wie bei Angestellten – sich prozentual am Einkommen (Honorar nach Abzug der Kosten) orientieren. Endlich ist sie sozial abgesichert! Neben ihrem ewigen Risiko als kleine Freiberuflerin wie große Unternehmerin (die ehemalige Firma hatte ein Franchise-System mit 9 Niederlassungen, sie war der Chef d.h. Franchisegeber) UND alleinerziehende Mutter, die nie Unterhalt bekam, hat mit der sozialen Absicherung über die KSK nunmehr ihr unternehmerisches Risiko ein wenig gemindert. Doch wird sie von ihrer gesetzlichen Rente ziemlich sicher nicht leben können (Status heute).

Wie lösen andere Selbständige solche Probleme? Wer ist sogar versicherungspflichtig?

Alex Kauz, Dachdecker aus Bad Oldesloe ist pflichtsozialversichert.

Dachdecker-Meister Alex Kauz aus Bad Oldesloe (Kreis Stormarn, kauz-bedachung.de) ist mittlerweile mehr als 3 Jahre selbständig und liefert handwerkliche Qualitätsarbeit. Die hat seinen Preis – wirklich gute Gesellen fordern auch wirklich guten Lohn. Damit er diese auch über die Wintermonate halten und bezahlen kann, lässt er sich selbst in einem befreundeten, größeren Handwerksbetrieb im Winter sozialversichert einstellen – für Büroarbeit. Als selbständiger Handwerker gehört er traditionell zum Kreis der Pflichtversicherten in der gesetzlichen Rentenversicherung (Quelle: Deutsche Rentenversicherung 2018 (siehe Link)). Dazu zählen alle Gewerbetreibenden, die in die Handwerksrolle eingetragen sind und tatsächlich selbständig arbeiten. Der Regelbeitrag in 2018 beträgt für selbständige Pflichtversicherte 501,27 Euro. Alex Kauz hat übrigens zwei Kinder und sein Büro sowie Lager im Anbau am Haus – so ist er wenigstens indirekt mal zuhause. Zeit für die Familie hat der Familienvater nur bei sehr, sehr schlechtem Wetter und am Sonntag; da nimmt er sich die.

Weitere selbständige Pflichtversicherte sind zum Beispiel: Lehrer, Künstler / Kreative wie Webdesigner; Hebammen, Erzieher, Tagesmütter und Beschäftigte in der Pflege; Hausgewerbetreibende; Selbstständige mit einem Auftraggeber („Scheinselbständige“) etc. Vorteilhaft ist für sie natürlich, dass sie entsprechend Anspruch auf Alters- oder Erwerbsminderungsrente haben. Doch die Summe der monatlichen Versicherungskosten ist hoch, und muss erst einmal verdient werden. Alleine für die Rentenversicherung kann der Höchstsatz für Selbständige bis zu 1.078,80 EUR betragen (Quelle: Deutsche Rentenversicherung 2018 (siehe Link)).

Geht das überhaupt, wenn der betroffene Selbständige zum Beispiel Kinder hat und wegen ihnen nur Teilzeit arbeiten kann?

Wenn er im Extremfall alleinerziehend und nirgendwo anders – also nicht z.B. über einen Ehepartner – versichert ist? Gering verdienende Selbst­ständige zahlen bislang z.B. unver­hält­nismäßig hohe Krankenkassenbeiträge. Die Kassen setzen noch ein fiktives Mindest­einkommen von 2 284,75 Euro an; die Höchstgrenze 2018: 4.425 Euro pro Monat. Für Selbstständige mit Gründungszuschuss von der Agentur für Arbeit oder besonderer Beitragsentlastung: 1.522,50 EUR.

Ab dem 1. Januar 2019 wird durch GKV-Versichertenentlastungsgesetz (GKV-VEG) das fiktive Einkommen auf 1.015 Euro im Monat und damit der zu zahlende Mindestbeitrag auf rund 188 € (f. KV + Pflege) gesenkt werden. Damit ist bereits ein wichtiger Beitrag geleistet!

Doch: Deutlich höhere Beiträge sind schnell erreicht … In Zahlen:

Versicherungen Mindest-beitrag bis Ende 2018
Beträge beim Einkommen* von 4.500 € zugrunde  liegende Höchstgrenze % Satz 2018 / Erläuterungen
Rente 283,19 € 566,37 € 3.045 € 18,6% von der Höchstgrenze
Krankenv. mit Tagegeld 333,43 € 685,88 € 4.425 € 14,6% mit Krankengeld-Anspruch
ggf zzgl. KV-Zusatzbeiträge 20,03 € 39,83 € 4.425 € 0,9% bei der TK (Techniker TK)
Pflege 58,24 € 112,84 € 4.425 € 2,55% (zw. EUR 58,24 u. 112,84)
zzgl. freiw. Arbeitslosen-V. 45,68 € 91,35 € 3% bzw. Pauschalen bei Selbständigen
Summe pro Monat: 740,57 € 1.496,27 €
1/2 Satz (50%) 370,28 € 748,13 € für KSK-Mitglieder; auch für Selbstständige mit Gründungszuschuss kommen andere Summen zustande.
Quellenangaben:

Vom Bruttoeinkommen (nach Kosten für den Betrieb) in Höhe von 4.500 € / pro Monat bleiben dem normalen Selbständigen nach Abzug der Sozialversicherungsleistungen in Höhe von 1.496,27 € nur noch 3.003,73 EUR übrig. Hierauf bezahlt er Lohnsteuer in Höhe von ca. 858 € (je nach Steuerklasse)

Das bedeutet:

Der Selbständige hat bei diesem Beispiel ein Nettogehalt von 2.145,73 Euro – für all seine Risiken!

Lohnt sich das? Ist das verhältnismäßig? Ganz gewiss nicht. Deswegen zahlen viele Selbständige / Unternehmer nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein, sondern schließen – in jungen Jahren ohne Kinder – eine günstigere private Krankenversicherung ab und sorgen durch private Versicherungspolicen vor. Doch Altersvorsorgen verschwinden oft schneller, als sie aufgebaut wurden: beispielsweise wenn die Umsätze nicht ausreichen, das Unternehmen in eine Schieflage gerät und die Altersvorsorge für den weiteren Betrieb gebraucht wird – kein Einzelfall und bei Insolvenzen die Regel.

Was sind die Alternativen? Gibt es Lösungen?

Eine Alternative für selbständige Berater ist in jüngster Zeit zum Beispiel die Mitgliedschaft in einer Genossenschaft, worüber sie dann versichert sind. Doch: Gerade Alleinerziehende und viele andere Kleinstunternehmer jeder Branche leben ohne soziale Absicherung, dass heißt ohne Netz und doppelten Boden. Einfach nur, weil die Gesellschaft deren Situation verkennt und die im Sozialsystem über Bord gehen lässt, die am Dringensten benötigt werden: Frauen, die Kinder in die Welt setzen & Kleinstunternehmer, die die Wirtschaft tragen. Helfen würden eine:

Sozialkasse für Alleinerziehende & Kleinstunternehmer (SAK)* ähnlich der Künstlersozialkasse

Die von Susanne Braun-Speck erdachte und noch zu gründende Sozialkasse für Alleinerziehende & Kleinstunternehmer (SAK) würde ihre Mitglieder a) ähnlich wie die Künstlersozialkasse, in den vollumfänglichen Schutz der gesetzlichen Sozialversicherung stellen und 50% ihrer Beiträge übernehmen bzw. durch Steuergelder finanzieren. Alleinerziehenden wird b) zudem das Einkommen und die Rentenvorsorge so aufgestockt, als wären sie Vollzeit berufstätig. Sollten sie und auch andere als Kleinstunternehmer selbstständig sein, zahlen sie wie Angestellte nur prozentual Sozialversicherungsbeiträge anstatt hohe Pauschalen. Denn: Eine freiberufliche bzw. selbstständige Tätigkeit macht es ihnen möglich, flexibel zu arbeiten – wann und wo sie wollen und wegen ihrer Kinder können!

# Creative Commons Lizenzvertrag „SAK – Sozialkasse für Alleinerziehende & Kleinstunternehmer“ von Susanne Braun-Speck ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz. Beruht auf dem Werk unter https://tiefenschaerfe.de/sak/.

Warum die Finanzierung klappen kann: Bund und Länder zahlen die Zuschüsse der SAK anstatt ALG oder Hartz IV aus selbigen Kassen. ALG I und II-Empfänger sind ja auch sozialversichert. Das heißt, die Mehrkosten für Bund/Länder für SAK wären gering. Langfristig rechnet sich das. Denn arbeitslose Eltern inbesondere Alleinerziehende werden zu Selbständigen. Auch mal zu überdenken: Eine verheiratete nebenberufliche Selbständige/r (max 18 Std/Woche) ist kostenfrei in der Familienversicherung mit krankenversichert, sofern der Ehepartner gesetzlich versichert ist. Alleinerziehende haben diese Möglichkeit NICHT und müssen sich z.B. voll als Selbständige krankenversichern.

Durch die SAK würden Start-Up´s und Kleinunternehmen gefördert und der Fachkräftemangel gesenkt werden, da in vielen Berufen Teilzeitarbeit auf selbständiger Basis sehr gut möglich ist (vom Rechtsanwalt bis zur Pflegefachkraft). Es gäbe ein deutlich kleineres Risiko als Unternehmer UND soziale Sicherheit, wodurch deutlich mehr Mütter, die eine Fachausbildung oder Studienabschluss haben, neben den Kindern selbständig dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Sogar die Geburtenrate würde sich erhöhen und so für mehr Nachwuchs sorgen. Eine derartige soziale Absicherung böte Frauen den Anreiz, der Wirtschaft ihre Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen UND Kinder zu bekommen. Natürlich ist eine berufliche Chance auf selbständiger Basis eine Alternative zu Hartz IV und: Kinder werden aus der Armutsfalle geholt und erleben eine förderliche Entwicklung – diese Kinder sind die Ingenieure UND Rentenzahler von morgen!

Letzte Worte. Ja. Die neue digitale Arbeitswelt bietet z.B. durch Homeoffices Vielen, insbesondere Müttern eine bessere Vereinbarkeit von Beruf & Familie. Für die soziale Absicherung wurden hier Lösungen vorgestellt. Die Politik muss sie nur realisieren.


Schon gewusst? Auf das Jahr gerechnet, verdienen viele Selbständige oft NICHT mehr als Angestellte!

So berechnet sich das Honorar von ihnen mit der Gehalt vs Honorar Berechnung (kurz: GvH-Berechnung)*:

Angestellten-Gehalt vs Beraterhonorar
Position / Kosten für einen Angestellten (Beispiel: Software-Entwickler) Euro / Jahr pro Monat pro Tag

bzw. Std

Durchschnittsgehalt Angestellter (12 Gehälter, brutto) 56.000,00 € 4.666,67 €
zzgl. Arbeitgeberanteil Sozialversicherung (ca. 20%) 11.200,00 € 933,33 €
freiwillige AG-Leistungen wie z.B. Pensionsfonds, vermögenswirksame Leistungen, etc (200,-/mon.) 2.600,00 € 216,67 €
Weiterbildungskosten p.a. 1.000,00 € 83,33 €
Summe pro Jahr (brutto) 70.800,00 € 5.900,00 €
Arbeitstage eines Angestellten
Kalendertage 365
abzgl. Wochenend-Tage -104
abzgl. Urlaub -30
abzgl. Feiertage -10
abzgl. Krankheit -8
abzgl. Weiterbildung -6
produktive Tage eines Angestellten á 8 Stunden 207
Das kostet ein Angestellter tatsächlich PRO TAG:
Gehalt durch produktive Arbeitstage 342,03 €
das sind in der Stunde (8/Tag) 42,75 €
das dürfte nun ein gleichwertiger Freiberufler kosten, um das gleiche wie ein Angestellter zu verdienen:
Summe Gehalt pro Jahr Angestellter (siehe oben) 70.800,00 €
zzgl. Betriebskosten für Freelancer (Büromiete, Steuerberaterkosten, etc) je Monat 400 € 4.800,00 €
Summe 75.600,00 €
tatsächliche Arbeitstage für Freiberufler errechnen sich so:
Tatsächlich produktive Angestellte-Arbeitstage 207
abzgl. Leerlauf zw. Projekten, Akquisephase (22 Tge/Jahr) -22
abzgl. „Heimarbeit“ / Tage für interne, nicht an Kd fakturierbare Arbeitstage (4 Tage pro Monat) -48
Summe tatsächlich fakturierbarer Arbeitstage: 137
notwendiges Honorar pro Tag  (Zeile 24 geteilt durch Zeile 30)
(um das selbe wie ein Angesteller zu verdienen)
  551,82 €
Honorar pro Stunde eines gleichwertigen Freiberuflers (netto zzgl. Ust)   68,98 €
* Gehalt vs Honorar-Berechnung (kurz: GvH-Berechnung) von Susanne Braun-Speck ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz. Beruht auf dem Werk unter https://tiefenschaerfe.de/wertschaetzung/ bzw. https://jobhopper.de/wertschaetzung/

Diese Berechnung hat die Autorin erstmalig 2011 in ihrem Artikel „Wertschätzung von Know-how und Leistungen – sind Freelancer ihre Honorare wert?“ erstellt. Seitdem wird sie von einigen Firmen zur Berechnung von fairen Honoraren genutzt!

Bildungsmonitor straft Schleswig-Holsteiner Schulen ab.

Erstmals wurde im Bildungsmonitor 2018 der Bereich “Digitalisierung in Schulen” vertieft untersucht. Das Ergebnis zeigt: Deutschland liegt im internationalen Vergleich schwach im Mittelfeld, Schleswig-Holstein bekommt ein “unterdurchschnittlich”.

Der Bildungsmonitor vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln läuft im Auftrag der Initiative “Neue Soziale Marktwirtschaft” (INSM). Er zeigt im internationalen Vergleich, dass Deutschland bei der Computernutzung an Schulen, bei den IT-Kompetenzen der Schüler und bei der Forschung Nachholbedarf hat. Innerhalb Deutschlands zeigt sich ein differenziertes Bild: Bayern und Baden-Württemberg zeigen hier Stärken. Schleswig-Holstein und viele der neuen Länder schwächeln. Siehe Factsheet SH. Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der INSM wird in deren Pressemitteilung vom 15.8.2018 wie folgt zitiert: „Für die Digitalisierung brauchen wir eine bessere Ausstattung der Schulen, mehr Lehrerfortbildung, mehr Austausch über innovative digitale Lehr- und Lernkonzepte und vor allem eine regelmäßige Überprüfung digitaler Kompetenzen der Schüler und ihrer Lehrer.“

Konkrete Lösungsvorschläge liefert ein Reinfelder Thinktank

Nicht nur die Bundeskanzlerin möchte jetzt (endlich) die Digitalisierung vorantreiben. Auch ein Elternteam mit einschlägigem Fachwissen aus Reinfeld (Holstein) macht sich Gedanken darüber. Vor den Sommerferien stand bereits die Idee im Raum, ein Lernportal für den Unterricht aufzubauen und jetzt zudem die Position eines Digitalisierungs-Managers in der Schule zu schaffen. Für ein skalierbares Pilotprojekt werden Sponsoren und ein Schirmherr (m/w) gebraucht!

Zum Reinfelder Digitalisierungs-Thinktank-Team gehört Susanne Braun-Speck, die bereits die beste Online-Schülerzeitung Deutschlands 2018 – erKant.de – coachte. Sowie René Krolow (CDU), der in den Sommerferien zur Schülerzeitungsredaktion Kontakt aufnahm, um zusammen herauszufinden, wie die Oberstufe der Immanuell-Kant-Schule in Reinfeld belebt werden kann. Aktiv mitarbeiten wird auch Barbara Hilgert, die Mutter von 3 Schülern und KMU-Beraterin im Bereich “Work 4.0 – Digitalisierung im Arbeitsleben” ist. Krolow ist IT-Projektleiter und Braun-Speck Webdesignerin und Content-Marketing-Fachfrau. Zusammen sind die drei ein fachlich versiertes Team! Die richtigen Fragen aus der Elternschaft, die mit digitalem Arbeiten bisher kaum etwas zu tun hatten, stellt u.a. Team-Mitglied Petra Naethbohm. Letzte Woche lernte sie bei Braun-Speck, wie am PC Bewerbungen erstellt und per E-Mail versendet werden. „Ich bin jetzt Anfang 50 und muss lernen, wie das geht, damit ich meine Tochter unterstützen kann. Ist das nicht eigentlich die Aufgabe der Schule in Zeiten wie diesen?“

Jüngster Bildungsauftrag für Lehrer ist tatsächlich, in allen Schulfächern digitales Lernen und Arbeiten einfließen zu lassen. Doch: Das ist einfacher gesagt als getan, denn vielen Lehrern geht es ähnlich, wie Naethbohm: Sie sind nicht mit PC, Handy und den Möglichkeiten des Internets aufgewachsen.

Das Digi-Thinktank aus Reinfeld v.li.: Susanne Braun-Speck (fast 50j), René Krolow (40j), Barbara Hilgert (44j) & Petra Naethbohm (51j)

Aber wie kann nun digitale Bildung gelernt und gelehrt werden?

“Vor den Ferien war ich u.a. Teilnehmer einer Konferenz mit Lehrern, bei der der Lehrplan durch digitale Lehrinhalte erweitert werden sollte. Hier waren deutlich Umsetzungsprobleme zu spüren, die von Lehrer- sowie Technikmangel, Generationskonflikten und fehlender Praxis herrühren: Woher sollen Knowhow, Technik und Zeit dafür kommen? In der ersten Schulwoche findet dazu eine Veranstaltung in Kiel statt. Sollen da jetzt alle Lehrer von SH zeitgleich hinfahren? Unmöglich.”

In der Konferenz konnte Braun-Speck natürlich Ideen für digitale Lerninhalte liefern und verneinte auch nicht direkt, die Online-Schülerzeitung für Unterrichtszwecke nutzbar zu machen, aber: “Kaum war ich aus der Tür, stand für mich fest: Schülerzeitung soll Schülerzeitung bleiben (der Sinn dahinter hat nichts mit Unterricht zu tun, sondern mit freier Meinungsäußerung und selbstaktivem Wirken) und kann sowieso nicht alle Probleme lösen.”

Denn: Wer würde den rund 65 Lehrern zeigen, wie das online alles geht?

Die Redakteure der Schülerzeitung erKant haben bei Braun-Speck Workshops und/oder Einzelschulungen mitgemacht, und nutzen von ihr erstellte Lernvideos. Ein Schüler absolvierte im Herbst 2017 sogar sein Betriebspraktikum in ihrer Agentur tiefenschaerfe.de, wurde aber danach direkt als “Fachkraft” für das Projekt Schüler-Medien-Lotsen abgeworben. In den Lernvideos sind einige Lerninhalte, die auch im Lehrplan für das Fach “Informatik” stehen, enthalten. Doch all das hat ihr niemand bezahlt, nur beim Finanzieren der Fremdkosten haben ihr ein wenig Sponsoren geholfen, die sie aber selbst über ihren Verein sii-kids &-talents e.V. gewinnen musste.

Fakt ist: In Schulen wird nach wie vor überwiegend Frontalunterricht gegeben. Bei der Online-Schülerzeitung lernen und nutzen die Jugendredakteure allerdings all die neuen selbstaktiven, digitalen Methoden: Projektarbeit mit digitalen Medien, kreatives Arbeiten, Flipped Classroom, blended und online Learning, Recherche im Internet, etc.

Das Wichtigste: Die Jugendredakteure von erKant sind keine Konsumenten von digitalen Lösungen, sondern: sie entwickeln diese und sind Produzenten von multimedialen und interaktiven Online-Seiten, Videos, Audios, etc.

 

Grafik: mmb Institut GmbH 2018, Quelle: Bertelsmann Stiftung


Chancengleichheit? Soziale Gerechtigkeit?

Ohne gemeinnütziges Engagement würde es in vielen gesellschaftlichen Bereichen ganz anders aussehen. Aber im Bereich Digitalisierung für Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit zu sorgen, ist ein ziemlich großes Projekt, denn das Problem fängt in den Privathaushalten ohne PC´s an und setzt sich in den Schulen nur fort. Chancengleichheit finden Schüler übrigens auch in der regionalen Schullandschaft nicht: An der Reinfelder Gemeinschaftsschule gibt es z.B. nur eine Informatiklehrerin. Eine für alle ab dem 9. Jahrgang, die das Wahlpflichtfach “Informatik” haben. 30 Schüler pro Jahrgang. Was soll das bringen? Wie werden die vielen anderen Schüler im Digitalisierung-Zeitalter auf die Zukunft vorbereitet? Anders dagegen sieht es zum Beispiel auf dem Oldesloer Gymnasium aus. Dort haben alle Schüler ab der 8. Klasse Informatikunterricht.

Auf die Frage einiger Lehrer an Braun-Speck, wie die Online-Schülerzeitung für den Unterricht genutzt werden könne, schlug sie etwas Anderes vor: Ein eigenes Content-Management-System als Lernportal für Schüler mit ihren Lehrern inklusive Nutzung der Lehrvideos, die sie für die Schülerzeitung bereits erstellt hat, sowie: Das Geben eines Kurses “Digitale Medien” im Ganztagsunterricht – allerdings nicht mehr pro bono. Im Grunde genommen wäre es aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn nur eine Gruppe von 10, 12 Schülern pro Schuljahr mitmachen könnte. Es müsste flächendeckende Lösungen geben. Für alle Schüler. Bundesweit an 33.000 (Quelle: Statista) allgemeinbildenden Schulen!

Digitalisierungs-Manager für Schulen könnten es leisten.

Als der Reinfelder CDU-Politiker Krolow sich in den Sommerferien an die Schülerzeitung wendete, trafen sich er, Braun-Speck sowie Abiturient und Schülerzeitungsmitglied Marvin Ladwig zum Gedankenaustausch im Mocca am Herrenteich. Ursachen und Gründe wurden gesucht, zum gegenseitigen Verständnis gebracht und Ideen entwickelt. Gesprächsgegenstand waren verschiedene Schulthemen, aktiv wird jetzt vorerst das “Digitale Lernen & Arbeiten in der Schule” in Angriff genommen. Hilgert und Naethbom, seit Kurzem auch Elternvertreter in der Kant-Schule, wollten direkt daran mitarbeiten. SEB-Vorstand Jan Hohmeyer ist natürlich auch ein wenig involviert, zumal er selbst Organisations-Entlastung durch digitale Lösungen braucht. Auch die Lehrer-Digitalisierungs-AG hat sich Braun-Specks Ideen schon angehört – und war begeistert.

Fakt ist: Finanzielle Mittel und Knowhow-Vermittler fehlen bisher, um praktische Lösungen, die Vielen und nicht nur einem Bruchteil der Schüler und Lehrer nutzen, anbieten zu können. Auf Landesebene sind bereits Digitalisierungs-Programme und Fördermittel geplant, wurde Braun-Speck auf Nachfrage per E-Mail mitgeteilt. Aber wie lange dauert es bis zur Umsetzung? Vermutlich viel zu lange für all die Schüler, die spätestens ab der 9. Klasse wissen sollten, wie das digitale Lernen und Arbeiten geht. Fachlich könnten Digitalisierungs-Manager den Schulen liefern, was diese dringend brauchen. Deren Aufgabenkatalog bzw. Berufsprofil ist schon entworfen und dem Lehrer-Digitalisierungs-Team vorgestellt.

Stadt, Wirtschaft und/oder Sponsoren könnten es finanziell möglich machen

Schlussendlich sind es Firmen und Betriebe, die fürs Arbeitsleben digital vorbereitete Jugendliche als Nachwuchs brauchen. “Ein Bekannter von mir entwickelt gerade ein Förderprogramm für Digitalisierungs-Vorhaben von Klein- und Mittelständlern, welches zu 50% aus EU-Mitteln und zu 50% durch Sponsoring aus der Wirtschaft finanziert werden soll – gemeinsam mit dem zuständigen Ministerium. Das wäre vielleicht auch ein gangbarer Weg im Bildungswesen?” Auch eine lokale Finanzierung wäre denkbar, das heißt durch die Gemeinde.

Was das Team hier als Pilotprojekt in einer Schule im Sinn hat, könnte bereits im November starten und nach der Anlaufzeit von circa drei Monaten in der nächsten Schule eingeführt werden.

Lokal starten und dann bundesweit skalieren ist möglich.

Eine Skalierung im ganzen Kreis Stormarn, ja sogar in ganz Schleswig-Holstein und dann bundesweit ist möglich. Frührentner aus der IT-Welt kennt Braun-Speck aus ihrem alten Job (IT-Personalvermittlung) genug (bundesweit). All die mit Trainer- / Dozenten-Erfahrung wären dafür geeignet. Teilzeit reicht. Hauptsache es geht flächendeckend los.

Vereinsvorstand Braun-Speck sucht nun für das Vorhaben “Digitales Lernen und Arbeiten in der Schule“ finanzstarke Partner. Stiftungen, Privatpersonen und Unternehmen könnten bereits ihre Hilfe anbieten und einen Letter of Intent (LOI) senden (formlos, in eigenen Worten), in dem sie erklären, so ein lokales oder kreisweites Pilotprojekt mit der Summe x unterstützen zu wollen. An: kontakt@sii-kids.de. Sofort-Spenden können direkt aufs Vereinskonto gehen: Sparkasse Holstein, IBAN: DE 08 213 522 400 179 094 214 oder über Paypal an spenden@sii.kids.de


Interessante Termine zum Thema:

Weiterführende Informationen & Quellen:

Der Begriff „Manager-Krankheiten“ wurde in den 1950er Jahre definiert und vor allem für stressbedingte Herz-Kreislauf-Probleme von Führungskräften genutzt. Heutzutage wird häufiger vom „Burnout“ gesprochen, der überwiegend psychische Krankheits-Symptome umfasst. Doch was ist, wenn nicht alleine Stress und Druck daran Schuld sind? Gibt es vielleicht ganz andere Ursachen?

Mein Labor-Ergebnis aus 2014 hat mir die Augen geöffnet und klingt nach DER Erklärung für alles! (geschrieben 03/2014, ergänzt 03/2017)

Stress-Symptome? Doch der Grund ist etwas anderes …

Manager arbeiten Abends oft, wenn nicht sogar regelässig, länger als andere und viele auch an den Wochenenden. Sie sehen selten die Sonne und haben kaum Zeit für Sport … Bei mir zeigten sich vor einigen Jahren folgende Symptome:

  • totale Erschöpfung und Antriebslosigkeit (zunächst 2012 als Burnout diagnostiziert)
  • Tinnitus (Ursache lt Diagnose: Stress)
  • Hochsensiblität / massive Geräuschempfindlichkeit
  • Stimmungsschwankungen, oft gereizt
  • massive Schlafprobleme (aufgrunddessen war ich 2012 monatelang krankgeschrieben)
  • Konzentrationsmangel u. Müdigkeit am Tag
  • niedriger Blutdruck und Schwindel (viele haben eher Bluthochdruck)
  • Wadenkrämpfe und nervöses Augen-Lid-Zucken
  • kurzfristig: Schmerzen in Gelenken und Muskeln

weitere Symptome sind:

  • Depressionen
  • Schmerzen in Rücken und Knien (ursächlich soll i.d.R. Bewegungsmangel sein)
  • Skoliose, Rippenschwellungen
  • Herzrythmusstörungen
  • etc

Wegen dem Tinnitus und der Burnout-Symptome haben mich diverse Fachärzte total “auseinander genommen” – und nichts gefunden. Laut Blutbild war ich immer absolut gesund.

Die Beschwerden kamen vermeintlich vom Stress.

Im Herbst 2014 war ich mit meiner Tochter beim Kinderarzt und erzählte dem von meinen Muskel- und Gelenkbeschwerden – so nebenei. Seine Arzthelferinnen nahmen mir Blut ab. 5 Tage später erfuhr ich: Alles ist in Ordnung, außer eines: Der Vit. D-Wert lag laut Labor bei nur 12 ng/ml. Gut wären 50 Nanogramm je Milliliter. Viele halten einen Wert von 20 bis 30 Nanogramm / ml noch für ausreichend. Andere Fachleute meinen, der Wert müsste deutlich stetig über 60 ng/ml liegen.

Alles, was unter 20 ng liegt, wird i.d.R. als Mangel eingestuft und kann die zuvor genannten Krankheitssymptome hervorrufen.

War das der Grund für Tinnitus und Burnout?

Vitamin D3 ist ein Hormon, schreibt die Habichtswaldklinkik (Quelle der folgenden Absätze) Evolutionsbiologisch gehört Vitamin D wohl zu den ältesten Hormonen. Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Beiträge zu dieser Substanz. Immer deutlicher wird dabei deren Bedeutung für unseren Stoffwechsel.

Betrachtet man die Stoffwechselwege von Vitamin D3, wird schnell deutlich, dass es sich gar nicht wirklich um ein Vitamin handelt. Ein Vitamin kann definitionsgemäß vom Körper selbst nicht hergestellt werden. Vitamin D kann jedoch von unserem Körper selbst hergestellt werden und entfaltet neben der Regulierung des Kalziumhaushaltes eine hormonartige Wirkung an spezifischen Rezeptoren vieler Körperzellen.

Etwa 90% des Vitamins wird mit Hilfe des Sonnenlichts hergestellt („Sonnenvitamin“).

Fakt ist: Viele Manager, all die, die viel, viel Arbeiten und keine Zeit für Freizeit in der Sonne haben, dürften unter D3-Mangel leiden. Und: Wir können den Bedarf allein über unsere Nahrung NICHT decken. Sonnenstahlung ist dafür notwendig oder Nahrungsergänzungsmittel.

Natürlich können andere Grunderkrankungen, z.B. Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, die Vitamin D-Aufnahme vermindern oder ganz andere Ursachen die oben genannten Symptome hervorrufen.

Mir hat es massiv geholfen!

Noch bevor ich ein Rezept für die notwendige hohe Dosierung (20.000 i.E.) hatte, holte ich mir für 4,40 € freiverkäufliche Vit.D-Tabletten (mit 1.000 i.E.). Ich nahm 5 Stück. Am nächsten Tag nochmal – und dann waren meine Gelenkbeschwerden und Muskelschmerzen weg. Einfach weg. Meine Laune hat sich auch gebessert – als Chef bin ich jetzt erträglicher …

Vitamin D + K

NEU – in 2017-03 hinzugefügt: Nach jüngsten wissenschaftlichen Berichten soll Vitamin D zusammen mit Vitamin K eingenommen werden. Vit. K  sorgt dafür, dass Calcium vom Blut dorthin gelangt, wo es hinsoll: z.B. in die Gelenke, um Arthritis vorzubeugen. Es hindert das Calcium im Blut daran, sich als tödliche Plaque in den Arterien festzusetzen und hält so die Gefässe sauber. (Quelle  www.zentrum-der-gesundheit.de)

Diagnose?

Sollten Sie Symptome haben, die zum Vitamin-D-Mangel passen und untersuchen lassen wollen: Die Krankenkassen (auch private) bezahlen so eine Blutuntersuchung NUR, wenn Beschwerden konkret darauf hinweisen.

Bitte beachten Sie:

Dieser Erfahrungsbericht der Autorin stellt keine medizinische Beratung dar und kann den Rat von Ärzten und Apothekern keinesfalls ersetzen. Bitte befragen Sie den Arzt und/oder Apotheker Ihres Vertrauens dazu!

Quellen für Fachinfos waren: Dt. Ges. f. Ernährung und die Infoseite dieses Orthopäden (z.B. Symptomliste)

Leider verschwenden selbst die Fähigsten oft ihre Talente. Nur Abhängen und sich nicht besonders gut entwickeln, sind das kleinste Problem …

Besonders kreative und / oder begabte Kinder werden oft nervig-zappelig, sensibel-einsam oder gelangweilt-zurückhaltend, wenn sie z.B. keine Lern-Umgebung haben, die ihrem Naturell entspricht – oft wird kein entdeckendes und selbstaktives Lernen in Schulen angeboten. Dort fallen solche Schüler dann negativ auf oder gehen in der Masse unter – und leiden selbst darunter.

  • Ihre angeborenen Fähigkeiten verkümmern, entwickeln sich nicht.
  • Sie zeigen Hyperaktivität und Unruhe und werden mit ADHS-krank verwechselt.
  • Viele ziehen sich innerlich zurück, werden Außenseiter. Viele Kinder sagen: sie fühlen sich auf dem Schulhof immer so allein (Gleichgesinnte fehlen). Die Folge davon: erst “nur” Traurigkeit; langfristig: Depression.
  • Selbstwertprobleme / Minderwertigkeitskomplexe sind an der Tagesordnung
  • Einige neigen zur Selbstaufgabe. Gerade Mädchen versuchen sich dem Mittelfeld anzupassen, um dazuzugehören! Dafür geben sie ihre Talente auf.
  • Durch die oft parallel auftretende hohe Sensibilität / Empathie sind hochbegabte Kinder oft emotional stärker belastet und geraten schneller in Stresssituationen.
  • Für viele Menschen kaum nachvollziehbar: Solche Kinder versagen in der Schule und …
    • schalten ab, bekommen nichts mehr mit; bleiben im Stoff zurück
    • zeigen keine Leistung – das Abrutschen auf Hauptschul-Niveau kann folgen
    • Lernen das Lernen nicht (ihrer „Denkerstirn“ fehlt die Herausforderung)
    • lassen sich sehr schnell ablenken, können sich nicht konzentrieren, reagieren mit Hyperaktivität und Unruhe
    • spielen aus Langeweile den Klassen-Clown, ringen um Aufmerksamkeit
    • stellen sich quer, verweigern ggf. jegliche Mitarbeit, reagieren mit Aggression
    • verlieren ihre Lern-Motivation, wollen nicht mehr zur Schule gehen (Schulverweigerer)
  • und anderes

Dies, weil ihnen das förderliche, verständnisvolle Lernumfeld fehlt. Lies dazu gerne auch den Blog-Artikel: „Hirnforschung – hochbegabte Kinder lernen anders„.

Fälschlich als ADHS-krank eingestufte Kinder bringen Eltern zum Weinen.

Die ggü sii-kids am häufigsten genannten Dramen sind das Versagen in der Schule und die ganze ungerechtfertigte Kritik, die auf die Kinder und Eltern prasselt. Und: Die damit verbundenen Selbstwertprobleme. War im Kindergartenalter alles gut, beginnt dieses Drama mit der Einschulung.

Leider herrscht ganz viel Unwissenheit zu dem Thema Hochbegabung – nicht ohne Folgen! Eine ganze Reihe der Wesensarten von Hochbegabten zeigen zum Beispiel auch ADHS-kranke Kinder. In diese „Schublade“ werden entsprechend viele von Ärzten und Lehrern gesteckt und nicht selten sogar mit Ritalin behandelt. Eltern, die ahnen, dass es eigentlich ganz anders ist, sind oft hilflos – selbst mit passendem Attest wird ihnen teilweise in den Schulen kein Glaube geschenkt. Die Kinder selbst werden nicht selten todunglücklich, falsch mit Medikamenten „behandelt“, gehen für sich selbst und die Gesellschaft verloren und:

Schlechte Schulnoten verbauen ihnen die Zukunft.

Ausbildungsbetriebe achten (leider) oft nur auf Noten, anstatt auf angeborene Fähigkeiten zu setzen. Dabei können lange brachliegende Talente durchaus später entdeckt und entwickelt werden! Es gibt tatsächlich nicht wenige Berechte darüber, wie Hochintelligente in der Schule schlecht waren und sich in der Ausbildung oder im Studium z.B. als Mathe-Ass entpuppten.

Beispiel: Ein Punk mit Hauptschulabschluss ohne Chance?

Vor mehr als 15 Jahren gab Vereinsvorstand Susanne Braun-Speck (damals Ausbilderin in einem IT-Personalunternehmen), einem jungen Oldesloer seine Chance. Sie und der Schüler lernten sich zuvor über einen Grafiker kennen und arbeiteten zusammen an einem Web-Projekt. Er bat darum, bei ihr ausgebildet zu werden; sie machte es mithilfe der IHK zu Lübeck möglich.

Er war Punk mit schlechtem Hauptschulabschluss. Mit Zahnlücke, Ratte, ungepflegtem Äußeren, Depressionen und Aggressionen. Anders war er schon irgendwie … und dachte in Nullen und Einsen – wie Programmierer es eben tun. Deutsch? Betriebswirtschaftliches Denken? Zeugnisnoten? Alles schlecht.

Doch Susanne sah seine versteckten Fähigkeiten und bildete ihn zum IT-Systemkaufmann aus.

Als Hauptschüler saß er in der Berufsschule zwischen Abiturienten. Mit der Zeit wurde ihm klar, dass er ihnen trotzdem das Wasser reichen konnte. Den Unterschied zwischen Brutto und Netto begriff er allerdings bis zum letzten Ausbildungstag nicht. Aber er entwickelte gemeinsam mit seiner Chefin ein Controlling-System für ein Franchisesystem; baute diverse Netzwerke auf, programmierte Websites und vieles mehr. Alles was mit Programmierung und System-/Netzwerk-Management zu tun hatte, musste er sich praktisch selbst erarbeiten – seine Ausbilderin war Kauffrau und Kreative …

Im Bereich „Logik“ ist er relativ sicher hochbegabt. Zum Ende seiner Ausbildung waren Zahnlücke und Ratte weg, dafür trug er bei passenden Gelegenheiten einen Anzug!

Geschäftspartner und Kunden lobten stets sein zuvorkommendes Verhalten: Er war ein sehr beliebter Ansprechpartner in der Firma, Beratungs- und Vertriebsaffin. Dieser schlechte Schüler hatte im verständnisvollen Umfeld seine versteckten Fähigkeiten entwickelte und seinen Weg gefunden – mit Hilfe einer Ausbilderin, die sein wahres Ich gesehen hat. Er war gut in seinem Job. Sehr gut sogar.

Im Anschluss arbeitete er viele Jahre lang als IT-Supporter, dies mit einer Vielzahl an Überstunden, die er gerne leistete. Jetzt und heute arbeitet er als …

Anwendungsentwickler an einer Uni – ohne jemals selbst studiert zu haben.


So fühlt es sich an, hochbegabt und unterfordert zu sein:

„free flying mind“

I’m sitting here, hush, and listening to what I must learn – Oh, I hate it so much!
I like to leave, to move around and to work with my head – three topics at the same time:
I like to check out things, to analyse and explore using my bare hands
Discover the world with my eagle eyes; find new perspectives then the most.

I’m highly gifted, nobody realizes!
HELP ME OUT!
I’m an sii-kid, a special- intelligent kid
Please help me – try to understand my nature!

Nobody gets what I’m able to do, how fast I can think.
Who cares about my creativity? My ideas?
People saw me being hyperactive, they responded being irritated
Often, I’m living in my own world – being solitary as a wolf.

I’m highly gifted, nobody realizes!
HELP ME OUT!
I’m an sii-kid, a special- intelligent kid
Please help me – try to understand my nature!

I have all the cognitive skills to change the world.
To develop new things – products and more.
But not by walking the common route. I can’t play the standard rules.
I will not be a white tiger in a cage! ODER Please! – don’t jam me into a corset

I’m highly gifted, nobody realizes!
HELP ME OUT!
I’m an sii-kid, a special- intelligent kid
Please help me – try to understand my nature!

How can I get happy? What would I need?

I need friends, loving to discuss with me
A family, exercising lots of patience
And teachers, who accept me, who provide exiting, vivid projects
Help my mind to fly free as a bird!

I’m highly gifted, nobody realizes!
HELP ME OUT!
I’m an sii-kid, a special- intelligent kid
Please help me – try to understand my nature!

Will I find like-minded people and a world accepting, aiding me?
Then you will see a very, very sensitive little person;
Who will provide a lot of surprise und rewarding facets –
I’m a SI-Kid who could enrich your living.

Autor / ©: Susanne Braun-Speck, Großhansdorf/Reinfeld, 2/2011; siehe auch Titelschutzanzeige; Creative Commons Lizenzvertrag „free flying mind“ von Susanne Braun-Speck steht unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.

Mehr über hochbegabte Kinder schrieb ich auf sii-kids.de

Ursprünglich geschrieben in 2012 auf sii-kids.de

Hochbegabte Kinder lernen schneller und komplexer als Andere – doch wieso?

Die meisten Menschen erfassen und lernen in Teilschritten. Vom Einfachen zum Schweren; Vormachen-Nachmachen – so lauten die Lehrgrundsätze, mit denen die meisten Schüler gut zurechtkommen. Aber das Frontalhirn von Hochbegabten  ist laut Aljoscha C. Neubauer, Prof. an der Universität Graz, ausgeprägter (genetisch bedingt).  Durch den  leistungsfähigeren „Arbeitsspeicher“ erfasst ein hochbegabter Schüler zum Beispiel eine Information erheblich schneller und umfassender. Dabei gelangt er nicht in 1, 2, 3 Teilschritten zur Erleuchtung, sondern ihm geht gleich das ganze Licht auf – Details werden erfasst; die Dinge aus mehreren Perspektiven gesehen.

Knackpunkt: Selbstkonzept

Nur im richtigen, verständigen Lernumfeld mit Gleichgesinnten, einer stressfreien, selbstbestimmten und anregenden Umgebung, können Kinder ihre Fähigkeiten nutzen und weiterentwickeln. Ihr Selbstkonzept muss stimmen – dies entfalten sie nur unter ähnlich veranlagten Kindern.

Ein entsprechend förderliches Lernumfeld finden Grundschüler zum Beispiel in der Claus-Rixen-Schule in Altenholz bei Kiel. Susanne Braun-Speck aus Großhansdorf besuchte am 30. März 2011 die 4 + 1  Projektklasse, die von Lehrer Kai Frantzen geführt wird. Als motivierter Lehrer, weiß er, was das Wichtigste für diese ist: sich als normal empfinden und in einer Gruppe wohlzufühlen, ohne darin besonders aufzufallen.

Susanne Braun-Speck erzählt: „Im heimatlichen Umfeld, wie auch in Kai´s Klasse, hörte ich von vielen Kindern, dass sie an der normalen Schule oft so alleine sind. Hier finden sie „echte“ Freunde – Gleichgesinnte eben!“

Gleichgesinnte sind  natürlich nicht das Einzige, was die Schüler im 4+1 Projekt vorfinden. Lehrer Kai Frantzen entwickelte dieses Konzept im Laufe der letzten 10 Jahre. Anfangs bot er es kostenfrei am Samstag an, nunmehr seit 2007 an drei Tagen in der Woche. Jeden Tag begrüßt er andere Kinder. Sie kommen aus dem eigenen Haus, nahe liegenden Schulen und auch von weit her.

Selbstbestimmung fördert die Motivation

Konrektorin Andrea Raschke beantwortete der Besucherin zwischendurch rechtliche Fragen rund um die Idee. Auch, wie die Kinder zu ihnen kommen: „In der Regel werden die Kinder in Absprache mir den Eltern von ihren Lehrern für das Programm vorgeschlagen. Die Warteliste ist lang …“ Die stellvertretende Schulleiterin steht hundertprozentig hinter der Idee! Sie selbst hat jahrelang in New York gelebt und unterrichtet die bilingualen Klassen. Als zwei Schüler hereinkommen, spricht Andrea Raschke im fließenden Englisch mit den Kindern – die sii-kids Vertreterin ist beeindruckt!

Zum 4+1 Konzept gehört das selbstbestimmte Arbeiten: Die Schüler wählen sich jeweils selbst ein Thema aus; entscheiden, ob sie gerade alleine oder in einer Gruppe arbeiten möchten und fangen dann einfach an – mit komplizierten Schach-Knobeleien, Chinesisch lernen oder Geschichten am Computer schreiben.

„Obwohl die Kinder ständig in Bewegung waren, fand ich eine entspannte Atmosphäre vor!“, erklärt die Besucherin Braun-Speck. In dieser „Klasse“ der Claus-Rixen-Schule brauchen die Schüler nicht still an einem Platz sitzen. Sie arbeiten auch schon mal auf dem Boden liegend oder im Team am PC. Pausen werden nach Bedarf und im individuellen Rhythmus gemacht. Aufgaben und/oder Projektthemen mehrfach am Morgen gewechselt.

„Hier lernen wir halt eigenständig und etwas anderes, als immer nur Mathe und Deutsch!“, sagten mehrere der Kinder. Bloß dass sie nachmittags Zuhause den Lernstoff ihrer Stammschule nachholen müssen, finden sie doof.

Gelangweilte Gehirne schlafen

Die sii-kids Initiatorin besuchte im Herbst 2010 den Landesthementag Begabtenförderung „Stärken entdecken und entfalten“ in Kiel. Sie lauschte dort besonders gespannt dem Vortrag von Prof. Neubauer „Begabungserkennung und -förderung aus Sicht der Gehirnforschung“.

Eine seiner Erkenntnisse macht besonders deutlich, warum begabte Kinder im normalen Schulunterricht so oft versagen. Dort ist zum Beispiel das Lerntempo auf Normalbegabte (ca. IQ 100) ausgerichtet. Nun sitzt dazwischen ein hochbegabtes Kind, welches die Lerninhalte durch seine hohe Arbeitsgedächtniskapazität des Frontalhirns schnell erfasst – schneller, als die anderen. Hat das Hirn seine Arbeit getan, schaltet es ab und begibt sich in einen Ruhezustand und entspannt sich. Sollten nunmehr auch noch Wiederholungsaufgaben anfallen … ist das für überdurchschnittlich Intelligente eine Qual. Betreffende Schulkinder schalten ab und bekommen nichts mehr vom Unterricht mit. Entsteht dieser Zustand regelmäßig, Tag für Tag, Monat für Monat – gar für Jahre, passieren möglicher Weise folgende Dinge. Betroffene Schüler:

  • bleiben im Stoff zurück, zeigen keine Leistung – das Abrutschen auf Hauptschul-Niveau kann folgen !
  •  Lernen das Lernen nicht (ihrer „Denkerstirn“ fehlt die Herausforderung)
  • lassen sich sehr schnell ablenken, können sich nicht konzentrieren, reagieren mit Hyperaktivität und Unruhe
  • spielen aus Langeweile den Klassen-Clown, ringen um Aufmerksamkeit
  • stellen sich quer, verweigern ggf. jegliche Mitarbeit, reagieren mit Aggression
  • ziehen sich zurück, werden Außenseiter, die Folge davon: Depression
  •  oder verlieren ihre Lern-Motivation, wollen nicht mehr zur Schule gehen (Schulverweigerer)

Bei vielen Kinder passiert all das nicht – sie kommen gut durchs Leben, entwickeln sich prima, schreiben gute Noten, sind genauso froh und/oder erfolgreich, wie andere.

Auch denen, die betroffen sind, kann geholfen werden. Eine andere Lernumgebung und -methodik kann einen Teil zur Verbesserung der Situation dieser Kinder beitragen. Ebenso wichtig ist es, Kinder zusammenzubringen und ihnen den Austausch mit Gleichgesinnten zu ermöglichen. Wenigstens für einen Tag die Woche – das bringt schon immens viel, meint Kai Frantzen überzeugt.

Ziehen andere Schulen mit ähnlichen Modellen nach? Hilfe brauchen sie dabei ganz sicher! 

Selbstständige Dienstleister = Freelancer sind qualifiziert, agil und hoch motiviert. Sie ermöglichen es Unternehmen, flexibel auf marktbedingte und unternehmensspezifische Situationen zu reagieren; fremdes Know-how zu nutzen – zeitbegrenzt, mit kleinstem Risiko. Firmen können professionell agieren – trotz allgemeinen Fachkräftemangel. Sie können ohne Fixkosten zu produzieren ihr Personal aufstocken  – immer dann, wenn sie es brauchen. (© S. Braun-Speck 2011, Update 2014+16)

Dennoch wehrt dauerhaft eine Diskussion zwischen Auftraggebern und Freiberufler über die Höhe von Honoraren. Der Freiberufler möchte (nach Kosten und Steuern) selbstverständlich nicht schlechter dastehen als Kollegen im Angestelltenverhältnis und sieht auch das (Ausfall-) Risiko seiner Selbstständigkeit. Doch Auftraggeber (Firmen) sehen ihrerseits oft keinen Grund für die vermeidlich hohen Honorare, die auf die Stunde heruntergebrochen höher als ihr eigenes Gehalt ausfallen – auf den ersten Blick. Um Verständnis wird gerungen und Preisverhandlungen bis auf Messersschneide geführt.

Susanne Braun-Speck (Kontakt) hat sich Gedanken dazu gemacht: „Wie können Honorare fair und transparent kalkuliert werden? Was soll und darf berücksichtigt werden? Was ist zu viel und was ist zu wenig?“

Braun-Speck meint: „Zuwenig ist, was weder den normalen Lebensstandard ermöglicht noch dem Berufsstand des jeweiligen Freiberuflers entspricht. Zuviel ist, was nur auf der Not von Kunden basiert (z. B. wegen massivem Personalmangels am Markt) – wenigstens sieht ein fairer Geschäftspartner das so.“

Was bedenken Freiberufler in der Realität?

Eine kleine Umfrage unter Freiberuflern, die mit der jobhopper + consulting GmbH zusammenarbeiten, hat ergeben:

Bis zu 74 % der Freiberufler richten die Höhe ihrer Honorare an Kriterien aus, wie:

  • Dauer / Laufzeit des Projektes
  • Projekt-Ort (Entfernung zum Heimatort)
  • und Funktion (leitend oder nicht)

Jeder 2. gibt zudem an, die Honorarhöhe auch davon abhängig zu machen, ob er bei der jeweiligen Projektanfrage mit oder ohne Vermittler arbeitet und von seiner Ausbildung (studiert oder nicht).

Grundsätzlich orientieren sich viele bei der Kalkulation ihres Honorars an:

  • den marktüblichen Stundensätzen (z. B. lt. bitcom)
  • den Honoraren von vergleichbaren Kollegen
  • ihrem persönlichen finanziellen Bedarf
  • der Wirtschaftslage – in guten Zeiten (hohe Nachfrage), wird mehr verlangt

Bemerkenswert: Nur einer der Befragten orientiert sich bei der Kalkulation auch an den Gehältern von Angestellten! Obwohl 2/3 meinen, dass sie ca. das Doppelte wie Angestellte verdienen sollten, da sie ein hohes unternehmerisches Risiko tragen.

Können wir auf rechnerische Weise auf ihre Durchschnitts-Stundensätze von 60-80 Euro (für Projekte von mindestens 3 Monaten) kommen?

Wie könnte ein Honorar nun kalkuliert werden?

Für Erbsenzähler funktioniert die betriebswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Methode: Errechne den privaten Finanzbedarf pro Jahr, lege dort die jährlichen Betriebskosten (Personal, KFZ, Bürokosten, etc.), Urlaub, Krankheitszeiten, Rentenvorsorge, Steuern, etc. drauf und teile das Jahresergebnis in die möglichen Arbeitsstunden pro Jahr. Das Ergebnis ist sehr individuell, aber die Ausrichtung an Mitbewerbern und Markt fehlt. Auch könnten Kunden sagen: „Deine Kosten interessieren mich nicht!“

Ist diese Kalkulationsart die richtige Basis für Freelancer? Könnte es sein, dass jemand dadurch zu teuer ist und keine Aufträge bekommt? Oder sich zu günstig / unter Wert verkauft? Immerhin kann im teuren Bayern jemand mit den gleichen Fähigkeiten leben wie im günstigen Meck-Pom …

Der einfachste, durchaus logische Ansatz ist die Kalkulation auf der Basis von Angestellten-Gehältern. Gegenüber Kunden ist er leicht transparent zu machen und trifft auf Verständnis, anstatt Abwehr. Ein Beispiel errechnete Braun-Speck am Beispiel eines Software-Entwicklers in der Telekommunikationsbranche, Berufserfahrung 6-8 Jahre (Quelle für Gehalt: it-jobs-stepstone.de / bitcom):

Position / Kosten für Angestellten Euro/Jahr
Durchschnittsgehalt angestellter Entwickler  (13 Monatsgehälter á 3.950,- € brutto) 51.350,00 €
zzgl. Arbeitgeberanteil Sozialversicherung (ca. 20%) 10.270,00 €
freiwillige AG-Leistungen wie z.B. Pensionsfonds, vermögenswirksame Leistungen, etc (200,-/mon.) 2.600,00 €
Weiterbildungskosten p.a. 1.000,00 €
Summe pro Jahr 65.220,00 €

Das bedeutet: Ein Freiberufler müsste im Vergleich 65.220 EUR / Jahr als Honorar netto, zzgl. Spesen und Umsatzsteuer an Kunden pro Jahr berechnen. ABER: Was ist mit den Zusatzkosten eines Selbstständigen? Und auf welchen Stundensatz ist das runterzurechnen? Sicherlich gibt es noch andere Methoden, aber die folgende Berechnung wirkt schlüssig:

Arbeitstage eines Angestellten
Kalendertage 365
abzgl. Wochenend-Tage -104
abzgl. Urlaub -30
abzgl. Feiertage -10
abzgl. Krankheit -8
abzgl. Weiterbildung -6
produktive Tage eines Angestellten á 8 Stunden 207
das kostet ein Angestellter tatsächlich:
Gehalt 65.220 EUR durch produktive Arbeitstage (207) 315,07 €
das sind in der Stunde (8/Tag) 39,38 €
das dürfte nun ein gleichwertiger Freiberufler kosten, um das gleiche wie ein Angestellter zu verdienen:
Summe Gehalt pro Jahr Angestellter (siehe oben) 65.220,00 €
zzgl. Betriebskosten für Freelancer mit 400,- Aushilfskraft, Büro, KFZ, etc 15.000,00 €
Summe 80.220,00 €
tatsächliche Arbeitstage für Freiberufler errechnen sich so:
Tatsächlich produktive Angestellte-Arbeitstage 207
abzgl. Leerlauf zw. Projekten, Akquisephase (22 Tge/Jahr) -22
abzgl. „Heimarbeit“ / Tage für interne, nicht an Kd fakturierbare Arbeitstage (4 Tage pro Monat) -48
Summe tatsächlich fakturierbarer Arbeitstage: 137
Honorar pro Tag 585,55 €
Honorar pro Stunde für einen Software-Entwickler als Freiberufler* 73,19 €
*berücksichtigt sind bei der Berechnung keinerlei Steuern

Ergebnis: Der hier errechnete Stundensatz entspricht gut dem Durchschnittstundensatz der durch jobhopper befragten Freiberufler.

Axel Dahmen (Freelancer im jobhopper-Team) meint: „Im Gegensatz zu Festangestellten muss ich mich immer auf dem neuesten Stand der Technik halten und entsprechend Zeit und Geld investieren. Dafür erhält der Kunde Top-Leistung und kann mich jederzeit loswerden, wenn sein Bedarf gedeckt ist. Soviel Vorteil für den Kunden kostet nun mal etwas mehr.“

Strategien zur Honorar-Berechnung
Abschließend: Wie sieht bei Freiberuflern eigentlich die persönliche Strategie aus, um ihr Honorar zu optimieren bzw. durchzusetzen? Ein großer Teil (78%) setzt sein Honorar auf Verhandlungsbasis fest und schaut sich dann die Projektbedingungen an. Und gut zu wissen für die Kunden: 61% der befragten Freiberufler bilden sich regelmäßig weiter, um ihren Preis wert zu sein!

Barbara Beenen (Dipl. Informatikerin sowie Sprecherin des Hamburger Arbeitskreises der Gesellschaft für Informatik) weiß aus eigener Erfahrung: „Wir Freiberufler kümmern uns selbst um unsere Fortbildung. Das führt im Allgemeinen dazu, dass der Einzelne sehr aktuelle und sehr gute Kenntnisse in seinem Fachgebiet hat. Der Aufwand dahinter ist für den Kunden jedoch nicht sichtbar – im Gegensatz zu dem Aufwand, den er für das Erreichen desselben Kenntnisstands bei seinen Mitarbeitern hat.“

Die erworbenen Kenntnisse des Freiberuflers kann der Kunde bei Beauftragung direkt nutzen – und müssen nicht erst aufgebaut werden! Das der „Einsatz von Externen (Freelancer)“ viele Vorteile bringt und diese ihr Geld wert sind, erfährt der jeweilige Auftraggeber spätestens dadurch.

Autor / Kontakt:

copyright by Susanne Braun-Speck – Tel. 0172-4332277 – e-mail: s.braun-speck@tiefenschaerfe.de