Schulunterricht. Der Sportlehrer verlangt Montagmorgen um 8.05 Uhr von einer müden Schülerin, dass sie Hochsprung macht. Sie ist kalt – Aufwärmtraining gab es nicht. Sie weiß nicht wie – fehlte in der letzten Stunde. Eine Mitschülerin erklärt ihr die Sprungart. Schon beim ersten Absprung verdreht sich das Mädchen ein Knie; fällt mehrmals auf die Stange. Der Lehrer sagt: „Mach, bis du es geschafft hast.“ Sie springt. 3x, 4x, 5x. Nachmittags klagt sie über Schmerzen in Hüfte, Rücken und Knie …

Die Schülerin hat am ganzen Körper verteilt blaue Flecken und kann kaum auftreten. Ihre Mutter ist hart im Nehmen, und meint zunächst, dass ihre Tochter sich nicht so anstellen soll. Doch ihr Kind klagt jeden Tag ein wenig mehr, insbesondere über Schmerzen im Knie. Also gehen die beiden dann doch noch zum Arzt. Zum Hausarzt, ohne Termin. Sie sitzen fast zwei Stunden lang im Wartezimmer. Es ist Herbstanfang, die Ersten mit Husten und Schnupfen sitzen dort – sich anzustecken kann sich die Mutter nicht leisten …

Eines darf einer Frau, die mit wirklich Allem alleine dasteht, nicht passieren: Sie darf niemals krank werden. Niemals. Wenn sie auch noch selbständig ist, sind die Folgen durch gesundheitliche Probleme existenzbedrohend!

Zwei Stunden in der Praxis, viel Papierkram, und: Nichts genutzt

Eine Arzthelferin lässt sie ein Unfallformular ausfüllen, worin unter Anderem der Unfallvorgang geschildert wird. Das müsste sein, weil es ein Schulunfall war. Sie fragen nach: „Der Lehrer hat kein Aufwärmtraining gemacht? Und nicht selbst erklärt, wie Hochsprung richtig geht?“ Nein, hat er nicht.

Nachdem Mutter und Kind endlich den Arzt sehen, untersuchte er die Sportverletzte und sagte danach: „Das sind Prellungen. Die Schmerzen im Knie halte ich nicht für bedenklich, aber das muss weiter abgeklärt werden, weil es ein Schulunfall war. Deshalb hätten Sie eigentlich auch direkt zu einem Durchgangsarzt (siehe Wikipedia) gehen müssen.“

Wieso haben die Arzthelferinnen das nicht bei der Anmeldung gesagt?

Patientin und Mutter gehen mit einem Schmerzsalben-Rezept und rufen direkt beim nächstgelegenen Durchgangsarzt an – 8 Kilometer weiter, in einer anderen Stadt. Sie haben Glück und dürfen direkt kommen. Die Wartezeit hält sich in Grenzen. Die Mutter muss das gleiche Formular wie zuvor erneut ausfüllen – auf Papier. Sie muss den „Unfall“- Hergang erneut erzählen – von Anfang an. Diese Ärztin untersucht die verletzte Schülerin erneut, spricht auch von Prellungen und auch von einer notwendigen tieferen Untersuchung des Knies, weil die Unfallkasse das braucht – nicht, weil sie eine schlimmere Verletzung vermutet.

„Da ich nicht mit Sicherheit sagen kann, dass der blaue Fleck seitlich des Knies keine innere Blutung ist, die Folgen haben kann, müssen Sie das für die Unfallkasse abklären.“ Sie händigt der Mutter eine Überweisung aus – für ein MRT (Magnetresonanztomographie). „Wir müssen erneut eine Untersuchung durchführen lassen – aus versicherungstechnischen Gründen? Wer bezahlt mir die entfallene Arbeitszeit?“ Die Ärztin zuckt mit den Schultern und bemerkt: „Bürokratie …“

Das Kind hat weiterhin Scherzen – auch im Rücken. Blaue Flecken sind auch dort zu sehen. Sie wurde schon viel untersucht – geholfen hat ihr niemand!

Sollen sie jetzt auch noch zum Orthopäden gehen? Es dauert zwei bis drei Monate, bevor man dort einen Termin bekommt.

Soll die Patientin bis dahin mit Schmerzen herumlaufen? Sich herumquälen? Mutter und Kind entscheiden sich dagegen und gehen zu ihrer Chiropraktorin, die in Deutschland – trotz 5-jährigem Vollzeitstudium zum Mediziner im Ausland (z.B. in England) – als Heilpraktikerin tätig sein muss. Das bedeutet: Sie kann nicht mit gesetzlichen Krankenkassen abrechnen, sondern nur privat. Wer kann sich das leisten? Wer ist Privat zusatzversichert?

Nun: Diese beiden sind es, haben einen privaten Zusatztarif für Heilpraktikerleistungen und bekommen am nächsten Tag einen Termin bei der Chiropraktorin. Diese stellt fest: „Es sind mehrere Wirbel verkantet, das Hüftbecken und eine Rippe sitzen nicht richtig – kein Wunder, wenn so ein Sport ohne Aufwärmtraining und ohne richtige Technik gemacht wird!“

Es dauert keine zwanzig Minuten, da sitzt durch gezielte – professionelle –  Handgriffe und Drehungen wieder alles richtig, und: die Schmerzen in Rücken und Hüfte lassen sofort nach.

Die Chiropraktorin hat dem Kind SOFORT geholfen. Im Gegensatz zu allen anderen Ärzten!

Aber das war es noch nicht … Mutter und Kind hatten sich, relativ sicher in der Hausarztpraxis, mit Grippe angesteckt und lagen infolge flach. Die Mutter kann einige Tage kaum arbeiten, aber erledigt wie immer, das Wichtigste – solche Dinge, die sie tun muss, aber mit denen sie kein Geld verdient. Kundenkontakt, selbst das Sprechen am Telefon fällt ihr schwer. Ihre Tochter hatte nun Schmerzen UND Grippe. Sie kann nicht zur Schule – 10 Tage lang, selbst in den Herbstferien ist sie noch krank. In der letzten Woche vor den Ferien wurden mehrere Klassenarbeiten geschrieben – die Patientin konnte nicht mitschreiben.

Die Unfallkasse schickt jetzt auch noch ein Formular zum Ausfüllen – der Unfallvorgang muss zum 4. Mal schriftlich geschildert werden.

Zum vierten Mal! Handschriftlich. Wochen später kommt noch ein Formular zum Ausfüllen. Die Mutter dreht am Rad; ihrem Kind wurde nicht geholfen. Normale Schmerztabletten und Sportsalbe hatten sie zuhause; alles nicht rezeptpflichtig. Was hätte eine elektronische Patientenakte geholfen? Über sinnlose Kosten wollen wir hier garnicht reden. Oder doch?

Das MRT muss trotzdem sein und findet ausnahmswiese in Kürze statt.

NUR weil die Patientin eine private Zusatzversicherung hat und die Mutter mehrere Radiologen anrief, bekommt sie in der Woche darauf bereits einen Termin dafür. Wieder in einer anderen Stadt – entgegengesetzte Richtung. Geschichte und Formular mussten erneut erzählt bzw. ausgefüllt werden …

Aber auch das MRT ergibt nichts. Das Knie ist definitiv nicht tiefer oder nachhaltig verletzt worden. Alles nur äußere Prellungen und Zerrungen – nur die Rückenproblematik wäre ohne „Heilpraktikerleistungen“ nicht mit ein wenige Salbe und Zeit weggegangen.

Folgen? Wollen wir über Folgen sprechen?

Die Schülerin war durch die sinnlosen Arztbesuche 2fach krank und verpasste eine Menge Unterricht und schrieb Klassenarbeiten nicht mit. Nach den 3wöchigen Herbstferien (in SH, einmalig in 2018 so lang), hatte sie 2 Wochen lang Betriebspraktikum. Die Lehrer verlangten, dass die Schülerin 6 Wochen später, als alle anderen Schüler, die Klassenarbeiten schreibt.

Dazwischen lag eine Zeit von Sommerferienlänge, in der viel vergessen wurde und ein arbeitsreiches, anspruchsvolles Betriebspraktikum.

Die Schülerin hat die Klassenarbeiten versemmelt, was dazu führte, dass sie die ESA-Prüfungen im Frühjahr mitmachen muss (an einer Gemeinschaftsschule mit Oberstufe, siehe Schulsystem Schleswig-Holstein).

Für die Mutter bedeuten all die Arztbesuche: Verdienstausfall.

In der Summe fünf (5) halbe Tage durch Arztbesuche und weitere 4 ganze Tage durch die Grippe. Die Tochter war rund 14 Tage krank.  Die Arbeitsausfall- sowie Fahrtkosten durch insgesamt fünf Arzttermine (mit MRT-Nachgespräch) an verschiedenen Tagen in verschiedenen Städten sowie die, durch die Folgeerkrankung durch Ansteckung im Wartezimmer, bezahlt der Mutter: niemand!

Der ganze Vorgang ging am meisten zu Lasten des Kindes und der Mutter!

  • Der Lehrer, der fahrlässig gehandelt hat, weil er weder Aufwärmtraining noch eigene Erklärungen für notwendig hielt, bekam wohl nur einen Rüffel (beruht auf „Hörensagen“)
  • Das Kind hatte wochenlang Schmerzen und Schulprobleme.
  • Die Mutter hatte Verdienstausfall und Kosten.
  • Das Gesundheitssystem hat die – sinnlosen? – vielzähligen Untersuchungskosten getragen.
  • Außer der Chiropraktorin hat KEIN Arzttermin der Patientin geholfen.

Was hätte eine elektronische Patientenakte genutzt?

Und: Hätten Arzt-Beratungsgespräche per Videotelefonie die eine oder andere Fahrt in die Praxen erspart?

  • Klar ist: es hätte NICHT 4x der Unfallvorgang auf Papier-Formularen ausgefüllt werden müssen.
  • Der Gang zum Hausarzt hätte ausbleiben können, wären Patienten besser im Vorwege informiert.
    • Dadurch hätten sich Mutter und Kind nicht im Wartezimmer angesteckt. Hätte bedeutet: Keine Ansteckung. Weniger Arbeitsaufall. Weniger Einkommensverlust.
  • Das abschließende Gespräch nach dem MRT hätte per Videotelefonie stattfinden können; per Telefon durfte das wegen der nicht möglichen Identifikation nicht stattfinden.

Kurz: 2 von 5 Terminen hätten ausbleiben können. Ein dritter auch? Gäbe es nicht die bürokratischen Unfallversicherungstechnischen Gründe?

Würde unsere Gesellschaft zudem:

  • Mütter nicht herabwürdigen und von ihnen erwarten, dass sie durch ihre Familienarbeit selbstverständlich Einkommensverluste hinnehmen, wäre für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf viel getan.
  • Lehrer besser ausbilden und zur Verantwortung ziehen, wenn sie fahrlässig handeln, dann hätten Schüler weniger Folgen zu tragen.

Mehr zum aktuellen politischen Thema / Jens Spahn / eHealth / digitale Gesundheitsakte / Gesundheits-Apps – siehe News (link zum Google-News).

200 Stimmen im großen Saal der Musik- und Kongresshalle, klirrende Gläser, erwartungsvolle Spannung – so startete der Kongress für Frauen in Führung im Norden (FiFin). Themen wie New Work, Veränderungen durch die Digitalisierung sowie Vereinbarkeit von Beruf und Familie kamen auf die Bühne, in die Barcamp-Sessions und: an die Tische.


Selbstständige, Gründerinnen und Frauen in Führung trafen sich am 17. und 18. Mai 2019 in Lübeck, beim 2. FiFin-Kongress mit dem Titel: „Meine Arbeitswelten“. Freitagabend wurde zudem der IB.SH-Unternehmerinnenpreis verliehen.

Friederike C. Kühn, Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein, war Gastgeberin des FiFin-Kongresses und Schirmherrin des IB.SH-Unternehmerinnen-Preises.

Schleswig-Holstein soll ein echtes Gründerland werden – die Digitalisierung bietet neue Chancen. Zwar wächst laut IHK-Statistik die Zahl der Unternehmerinnen, aber: da ist noch Luft nach oben. „Die Digitalisierung ist ein aktuelles Zeitthema, das insbesondere Berufstätigen mit Kindern die Chance bietet, flexibel zu Arbeiten.“  sagte Gastgeberin Frederike C. Kühn (Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein) am Freitag unter Anderem in ihrer Begrüßungsrede. „Dabei ist die Selbständigkeit ein Weg, den wir von der IHK fördern.“

Dr. Katarzyna Mol-Wolf von der INSPIRING NETWORK GmbH & Co. (Verlag) forderte in ihrer Keynote-Rede u.a.:

„Frauen sollten sich nicht gegenseitig bewerten, sondern sich gegenseitig stärken und solidarisch unterstützen. Jede Frau soll „strahlen“ dürfen!“

Welches Verhalten damit unter Frauen gemeint ist, wurde in einer Barcamp-Session am Nachmittag (siehe unten) weiter diskutiert. Ministerpräsident von Schleswig-Holstein und aktueller Bundesratspräsident Daniel Günther (Foto oben) sprach kurz vorm Ende der Veranstaltung – er hält Vereinbarkeit von Beruf und Familie für wichtig und selbstverständlich, weswegen er zum Beispiel den Ausbau von KiTa`s fordert.

Weitere Statements oben genannter Persönlichkeiten, stehen bereits im Presseartikel der IHK geschrieben. Ein Video dazu, ist ganz unten eingefügt.

Der Kongress bot eine Plattform für aktives Networking.

Neben den Reden auf der großen Bühne, gestalteten die Forumsleiterinnen und Teilnehmer (m/w/d) den Kongress zu dem aus, was er wurde: Zu einer aktiven Networking-Veranstaltung mit geplanten Foren-Beiträgen, unvorhergesehenen Barcamp-Sessions und persönlichen Gesprächen in den Pausen. Am späten Freitagvormittag fanden drei Foren statt. Themen: „Netzwerk schlägt Hierarchie: Führung im digitalen Zeitalter“ mit Referentin Christiane Brandes-Visbeck (Kommunikationswissenschaftlerin & Autorin aus Hamburg); sowie „Digital durchstarten – bessere Chancen für Frauen, Solo-Unternehmerinnen und Freiberuflerinnen mit neuen Online-Tools“ mit Referentin Alexandra Brosowski (Autorin & SchreibCoach aus Neumünster) sowie “New Work – Und nun?“ mit Referentin Jennette Rouvel (geschäftsführende Gesellschafterin der SPI GmbH, Ahrensburg und Vorstandsmitglied des HanseBelt e.V.).

Die Autorin dieses Artikels war im Forum von Jeannette Rouvel, welche den Teilnehmern einen Blick in betriebswirtschaftlichen Modelle gab, die NewWork und Vereinbarkeit in Zeiten der Digitalisierung in ihrer Firma möglich machen sollen. Sie sprach von drei Modellen der Organisationsentwicklung: Kultur- und Personalentwicklung sowie Strukturänderungen, welche bei den zukünftigen Veränderungen durch Digitalisierung und NewWork in Unternehmen beachtet werden müssen.

Eine Aufnahme von Jeanette Rouvels Forum:

„Unternehmen müssen kreativ sein, um besser als der Wettbewerb zu sein!“ sagte Jeanette Rouvel (SPI GmbH u. HanseBelt e.V.) u.a. in ihrem Forum. (Bild- & Audio: Susanne Braun-Speck)

Die Zukunft ist digital und zunehmend agil – verbunden mit Unsicherheit in der Industrie.

Ihre Forumsteilnehmer ließ sie Werkzeuge und Modelle vor Ort in Teams erproben. Mit der Systemtheorie „Blau-Rot“ löste sie bei vielen Kopfzerbrechen aus – was Sinn dieser Theorie ist! Gezielt soll quergedacht und versuchsweise verbunden werden, was völlig verschieden ist.

Jeanette Rouvel stellte im Schaubild blaue Probleme mit roten Ansätzen gegenüber. Während die Blauen festgeregelte, oft technischer Natur sind und nur mit Wissen gelöst werden können, sind die roten Probleme flexibel und veränderbar – um sie zu lösen, brauchen Mitarbeiter gute Ideen, Kreativität und Talent. Diese Systemtheorie ähnelt der Vorstellung von rechter und linker Gehirnhälfte, die verschiedene Fähigkeiten haben, welche nur mit „Trick 17“ bewusst vereinbart werden können – ist zumindest die Annahme der Autorin #SBraunSpeck, welche vor wenigen Wochen erst den Neurowissenschaftler Gerald Hüther auf der #NWX19 zum Thema NewWork und Kreativität interviewte.

Rouvels Ziel: Deutlich machen, dass die festen, klaren Strukturen des Industrie- durch das agile Digitalisierungs-Zeitalter abgelöst werden – wozu zunächst Denkprozesse verändert werden müssen.


Diplomat, Teamplayer, Zicke oder Alpha? Macht & Anpassungsfähigkeit.

Birgit Schliche, Leadership-Consultant bei PlanB sorgte für Erkenntnisse, denen Klischees anhaften. Foto: S. Braun-Speck

Eine sehr lebhafte und spaßige Runde erlebte Beitragsautorin Susanne Braun-Speck (tiefenschaerfe.de und Mitautorin des Bertelsmann Booksprints „Vereinbarkeit 4.0“) bei der Barcamp-Session von Birgit Schiche, Leadership-Consultant aus Hamburg.

Die Fachfrau für Geschlechter unterschiedliches Kommunikationsverhalten sorgte für viele Lacher und interessante Diskussionen wegen klischeehafter Stereotypen – die doch viele Wahrheiten zeigen. Session-Thema waren u.a. typische Kommunikationsmodelle – die weibliche des „Kaffeekränzchens“ bei dem gemeinschaftlich, auf Augenhöhe, als Teams agiert wird und: bei dem Frauen sich gleichmachen und nicht aus der Reihe tanzen – weswegen sie seltener in Führungspositionen sind!

Dem Gegenüber steht das männliche Kommunikationsmodell der „Seilschaften“, bei dem es „laut“ ums Hervorheben der eigenen Person geht – und nicht um Inhalte; um einen sportlichen Wettkampf mit dem Ziel:  in der Hierarchie möglichst weit Vorne zu stehen und zu „gewinnen“. Was die anderen davon halten, ist den Männern egal.

Besonders interessant war auch das „Johnestone“ Statusmodell (siehe Foto), bei dem Menschen in einem Team die Rollen und Positionen wechseln – bewusst oder unbewusst. Birgit Schliche verdeutlichte den Teilnehmern, wann und wie sie von einer Rolle in die nächste gelangen, und was vielleicht helfen würde, um von einer tiefen (Teamplayer- oder Zicken-Rolle), in eine hohe Position (Diplomaten- oder Alpha-Rolle) zu gelangen.


In der Mittags-, wie in der Kaffeepause im Anschluss des Barcamps, sowie Abends nach der Preisverleihung (Foto: Büfett im Kolosseum) war ausreichend Zeit zum Netzwerken und für persönliche Gespräche. Dabei kamen insbesondere Probleme bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie auf „den Tisch“. Dabei waren Freiberuflerinnen und Beraterin, mittelständische Arbeitgeberinnen, genauso wie Führungskräfte von Lübecks größtem Arbeitgeber Dräger.


Abends: IB-SH Unternehmerinnen-Preisverleihung im Kolosseum

Im Anschluss an den FiFin-Kongress ging es ab 18 Uhr mit alten und neuen Gesichtern weiter. Bis zur Bekanntgabe blieb es spannend im Kolosseum in der Kronsforder-Allee in Lübeck: Weder Schirmherrin Frederike C. Kühn, noch Justiz- und Gleichstellungsministerin Dr. Sabine Sütterlin-Waack, Lübecks stellvertretender Stadtpräsident Klaus Puschaddel oder Erk Westermann-Lammers, Vorstandsvorsitzender der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH), wussten vorher, welche Unternehmerin den diesjährigen Unternehmerinnen-Preis der IB.SH gewinnen und wer Newcomerin des Jahres sein würde.

Die Unternehmerin Manuela Görcke (Foto: mit Urkunde in der Hand mittelinks) von der OTHEB GmbH überzeugte die Jury mit ihren psychosozialen Beratungsleistungen für Mitarbeiter von Unternehmen und erhielt ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro, sowie eine Skulptur des schleswig-holsteinischen Künstlers Volker Tiemann als Trophäe. „IB.SH-Newcomerin 2019“ wurde Claudia Valder (Foto: mit Urkunde in der Hand mitterechts), Geschäftsführerin der Systema Natura GmbH, welche Spezialistin im Bereich Prozessoptimierung und Analytik pflanzlicher Wirkstoffe ist.

 


Essay nach einem Gespräch mit dem Neurobiologen & Autor Gerald Hüther

Die Zukunft ist digital. Die Zukunft hat KI. Die Zukunft braucht kreative Köpfe! Sind  „Kreativität“ und „Begeisterung“ das, was Menschen zukünftig brauchen? Was die Wirtschaft braucht? Das Folgende ist ein Essay zum Thema „neue Arbeitswelt“ und „Bildung“ im Rahmen der „digitalen Transformation“, nach einem Gespräch mit Gerald Hüther, Neurobiologe & Autor populärwissenschaftlicher Bücher. Hierin versucht die Autorin u.a., die Zusammenhänge zwischen Bildung/Schulsystem und Wirtschaft/digitale Arbeitswelt herauszukristallisieren…

Als Forscher sieht Hüther die Verbreitung und Nutzbarmachung von Erkenntnissen aus der Hirnforschung als seine zentrale Aufgabe an. Ziel ist, Lebensbedingungen zu schaffen, die es ermöglichen, menschliche Potenziale zur Entfaltung zu bringen – nicht nur im Bereich Erziehung und Bildung. Als Vorstand der „Akademie für Potenzialentfaltung“ berät er hierzu auch auf der Ebene der politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen. Autorin dieses Essays, Susanne Braun-Speck, ist seit 1996 in der IT-/Medien-Branche tätig und Mutter eines hochbegabten Mädchens, welche im hiesigen Schulsystem zum „Underachiever“ geworden ist. Mit Gerald Hüther sprach sie erstmalig im Rahmen des XING #NWX19 Events in der Elbphilharmonie in Hamburg und konnte danach mit ihm über seine Sichtweisen und möglichen Lösungen etwas länger sprechen.

Autor des Artikels / copyright by: Susanne Braun-Speck (tiefenschaerfe.de und sii-kids.de).  Portrait von Gerald Hüther (privat), Foto von der NWX19: #SBraunSpeck

Gerald Hüther eröffnete die NWX19 in der Elphi (Foto: #SBraunSpeck)

Auf der „New Work Experience“ ging es um die Arbeitswelt der Zukunft.

Gerald Hüther lieferte morgens um zehn Uhr die Auftakt-Rede im großen Saal der Elbphilharmonie. Zusammenfassend erklärte er den Teilnehmern, das Kreativität und selbstbestimmtes Lernen sowie Arbeiten mit Begeisterung zukünftig von noch höherem Wert für Gesellschaft und Wirtschaft sein werden. Denn: KI – künstliche Intelligenz – wird sehr viele Tätigkeiten von Menschen ablösen. Aber kreatives Denken und Entwicklungsarbeit kann sie nicht leisten! Hier wird der Mensch unersetzlich bleiben. Zunächst.

Damit Kinder kreative Entwickler für die Arbeitswelt der Zukunft werden können (besser: bleiben), brauchen sie ein Lernumfeld, dass selbstbestimmtes, motiviertes und kreatives Lernen zulässt. Darin liegt die Verbindung zwischen den Themen „Lernen/Bildung“ und „New Work“.

Das Schulumfeld ist nur ein Abbild unserer Gesellschaft und Wirtschaft.

Dieser Zusammenhang veranlasste den Neurobiologen dazu, die „Akademie für Potenzialentfaltung“ zu gründen. Bei ihr geht es darum, Gemeinschaften entstehen lassen, in der die freie Entfaltung von Talenten und Begabungen möglich ist. Aktuell begleitet er ein Stadtentwicklungsprojekt in Tulln dazu, einer Bezirkshauptstadt an der Donau. Hüther ist so in die gesamtgesellschaftliche Diskussion zur Transformation in die digitale Zukunft geraten. Dafür notwendige Veränderungen sind nicht nur in der Bildung, sondern in der gesamten Gesellschaft, jeder Kommune, jedem Sportverein und natürlich auch in der „neuen Arbeitswelt“ der Wirtschaft notwendig. Dazu sprach er auf der „New Work Experience“

2013 erhitzte er mit dem Buch „Jedes Kind ist hoch begabt“ (siehe amazon) die Gemüter. Unabhängig vom Buchtitel wird allgemein zwischen den Begrifflichkeiten „hochbegabt“ und „hoch begabt“ mit Leerzeichen unterschieden. Meinte er vielleicht eher „Talent“ oder „Fähigkeit“? Vielleicht hätte der Titel „Jedes Kind hat ein Talent“ es besser getroffen? Auf jeden Fall ist in jeder Gesellschaft etwas Anderes wichtig und wird etwas Anderes als besondere Begabung bezeichnet. Im Regenwald zählen zum Beispiel mathematische Fähigkeiten gar nichts, in der digitalen Welt viel.

Fakt ist: Mit der heutigen digitalisierten Gesellschaft verändert sich auch, was ein wichtiges Talent ist, und was nicht. Das Industriezeitalter ist vorbei. Heute und in der digitalen Zukunft sind andere Fähigkeiten wichtig, als noch vor wenigen Jahren.

Gerald Hüther sprach u.A. davon, dass Mitarbeiter in Zukunft deutlich kreativer sein müssen.

Doch wie kann selbständiges Denken und Kreativität bei Kindern und Jugendlichen sowie Mitarbeitern gefördert werden? Unter welchen Bedingungen können sie ihre Talente entfalten? Wie, fragte sich die Autorin, wieder aktiviert werden, wenn deren Hirn im langweiligen Frontalunterricht von Schulen oder in Firmen, mit festgeregelten Arbeitsalltag, längst abgeschaltet hat?

Die Initiative „Schule im Aufbruch“ hilft zum Beispiel bei dieser Transformation, sagte Gerald Hüther. Ihre Aktivitäten sollen zu mehr Potenzialentfaltung der Kinder führen. Dazu bedarf es einer neuen Lernkultur, vielfältiger Lernformate und einer wertschätzenden Haltung. Was wirklich zählt: Vertrauen, Wertschätzung, Beziehung, Verantwortung, Sinn.

Diese Beschreibung klingt genau nach dem, was auch auf der „New Work Experience“ in der „Elphi“ vermittelt wurde.

Das klingt auch genau nachdem, was insbesondere hochbegabte Kinder und Jugendliche brauchen. Doch gelebt wird das in den Schulen bisher kaum. Dafür werden lokale Initiativen gebraucht, die Schritt für Schritt vormachen, wie es gehen kann und dafür sorgen, dass sich die Transformation mit der Zeit flächendeckend durchsetzt. Durchaus auch mit digitalen Lernprojekten, wie Media4Schools von sii-kids, bei denen kreative und agile Methoden gelebt werden? Hüther sagte: Die Welt wird in der Zukunft digital sein – Industrie 4.0 heißt sie in der Wirtschaft. In 20 Jahren wird künstliche Intelligenz Routineaufgaben von Menschen übernommen haben – nicht nur in der industriellen Produktion und das Autofahren, nein, auch bis hin zu Hochschuldozenten, die Semester für Semester Wiederholungen durchführen.

Wiederholungen, feste Abläufe, sind automatisierbar und können grundsätzlich von KI übernommen werden.

Damit der einzelne Mensch in der digitalen Welt von morgen noch eine Rolle spielt, muss er zum Entwickler werden. Zum kreativen Entwickler, der sich für seinen Job begeistert. Doch: unser Schulsystem fördert kreative und freie Entwicklung nicht; viele Schüler haben aufgrund starren und langweiligen Unterrichts die Lust am Lernen verloren. Kurz: Motivation geraubt.

Aber: Fähigkeiten können sich nur entwickeln und Leistung entstehen, wenn aus intrinsischer Motivation heraus gehandelt wird. Das heißt, wenn Menschen aus eigener Motivation heraus lernen möchten. Zum Beispiel, weil sie sich für ein Thema interessieren, daran Freude haben oder es ihren Stärken entspricht oder sie sich anderweitig dazu ermutigt fühlen – zum Beispiel, wenn sie sehen, wie jemand anderes Freude an dem jeweiligen Thema hat. Belohnungs- und Bestrafungssysteme zählen dagegen nicht zu den Motivations-Förderern.

Doch welches (Berufs-) Schulsystem lässt Schüler ihre Lerninhalte nach Interesse wählen?

Für alle Schulen gibt es vorgeschriebene Lernpläne, die Lehrer ihren Wünschen entsprechend ausgestalten können. Daraus folgt oft Lehrer- anstatt Schülerzentrierter Unterricht. Beim schülerzentrierten Unterricht würde das Lerngeschehen wesentlich durch die Lernenden und ihre Interessen, Fragen, Impulse und Aktionen bestimmt werden. Sie könnten dabei möglichst selbst Etwas erarbeiten, kritisch miteinander diskutieren und Lerntempo und Lernziele weitestgehend selbst bestimmen.

Praktisch wird das aber im allgemeinen sowie beruflichen Schulalltag viel zu selten gelebt, kreatives Arbeiten kaum gefördert und gefordert. Themen auswählen geht nur im untergeordneten Sinne, zum Beispiel bei Projektarbeiten. Die gibt es in der Regel einmal im Schuljahr und werden überwiegend Zuhause durchgeführt, anstatt im Unterricht – der bleibt, so wie er bisher war. Außerdem ist das Regelwerk, wie solche Projektarbeiten inhaltlich und optisch gestaltet werden müssen, oft so eng, dass jegliche kreative Entwicklungsfreiheit schon im Ansatz unterdrückt wird.

Doch: Die Zukunft ist digital. Die Zukunft hat KI. Die Zukunft braucht kreative Köpfe!

Was Gesellschaft und Wirtschaft zukünftig an Nachwuchs brauchen, liefert das Bildungssystem bisher kaum. Wie können Begeisterung, Motivation, Kreativität und Lernwille, bei demotivierten Kindern und Jugendlichen wieder entfacht werden? Was braucht es dazu?

…. Der weitere Text wird gerade noch geschrieben.

„Bei mir stehen Kisten mit Food-Sharing Lebensmitteln im Carport – wer kommt und holt sich etwas ab?“ Was machst du, wenn eine Freundin das per Whatsapp schreibt? Nun: Ich fahre los – aber nicht als Einzige! Das Carport meiner Freundin wurde schnell zum Treffpunkt von Bekannten. Es gab direkt Gedränge – und richtig viel Auswahl!

Vor einigen Wochen recherchierte ich für einen Artikel zum Thema „Digitalisierung in der Landwirtschaft“. Deshalb hatte ich eine Zahl im Kopf: rund 30% der genießbaren Nahrungsmittel werden in Deutschland vernichtet; weltweit werden ca. 50% der produzierten Nahrungsmittel verschwendet – das Schritt für Schritt entlang der Wertschöpfungskette.

Mehr als 18 Millionen Tonnen an Lebensmitteln landen hier pro Jahr in der Tonne!

Anteilig gehen davon bei der Ernte (mit Nachernte) bereits 14% der Lebensmittel verloren; beim Verarbeitungsprozess und Verteilung im Groß- und Einzelhandel zusammen 30%; beim Großverbraucher 19% und bei den Endverbrauchern … ganze 39%! D.h. wir werfen zuhause rund 1/3 unserer gekauften Lebensmittel weg (Quelle: wwf-Studie).

Das Drama neben der Verschwendung ist: die Umwelt wird durch die Landwirtschaft  anteilig umsonst belastet; es könnte ohne Ende Wasser gespart und weniger CO2-Gase produziert werden, etc. In der Summe könnte viel für den Klimaschutz getan werden, wenn weniger Ressoucren verschwendet werden würden. Digitalisierungs-Maßnahmen in der Landwirtschaft sorgen mittlerweile dafür, dass „auf dem Feld“ und bei der Nachernte weniger „Abfall“ entsteht und die Ressourcen besser genutzt werden. Lies dazu gerne meinen Artikel auf der Analyse-Deutschland.de

Food-Sharing sorgt für weniger Verschwendung!

Verluste bei Großhandel und Einzelhandel: 2,575 Mio.t, Vermeidungspotenzial bis zu 90 % – und gegen diese Verschwendung kann jeder Bürger etwas tun: Beim Food-Sharing holen gemeinnützig Tätige noch genießbare Lebensmittel in Restaurants, bei Einzel- und Großhändlern oder Herstellern ab und verteilen sie. Oft sind die Empfänger „Die Tafeln“, wenn die aber geschlossen haben, müssen die Lebensmittel anderweitig unter die Leute gebracht werden. Zur Not auch im Carport … Manchmal gibt es Notfälle – z.B. technische Ausfälle von Kühlhäusern, weshalb manchmal schnell gehandelt werden muss. In solchen Situationen ist meine oben genannte Freundin mit vielen anderen Helfern schnell zur Stelle.

Nun: heute gehörte ich zu den Abholern solcher Produkte. Auf dem Heimweg dachte ich mir: Darüber musst du schreiben; herausfinden, wie das so läuft. Als meine Tochter zuhause sah, was ich alles mitgebracht hatte, und ich ihr die Zusammenhänge erzählte, sagte sie:

„Es gibt soviele hungernde Menschen – wieso kriegen die das Essen nicht? Und wieso wird soviel weggeworfen und auf der anderen Seite überlegt, wie für diese hungernden Menschen alternative Nahrungsmittel gefunden werden?“ Sie ist 14j und hatte zu einem Schulprojekt gerade gelesen, dass sogar Qualen aus dem Meer gegen all den Hunger helfen sollen.

Nun machen wir ein #FoodSharingExperiment zuhause.

Wir wollen sehen, woher die Lebensmittel über die lokalen Food-Sharing-Gruppen kommen, wie die Verteilung abläuft und ob man sich davon komplett ernähren könnte – diese letzte Erkenntnis ist wichtig, für all die, die nicht genug Geld haben, um sich alleine ernähren zu können.

Unsere Beute für dieses WE ist nur soviel, wie ich meinte, auch verbrauchen zu können. Mehr habe ich nicht eingepackt. Heute dabei: Brot, Brötchen, Kekse, Joghurt (MHD gestern), Gemüse, u.a. Kartoffeln, und Hühnchen MHD 02.1. – das hat unser Hund verschlungen. Nur 1L Milch habe ich auf dem Nachhauseweg gekauft.  Mehr dazu werde ich hier wohl schreiben (wenn meine Zeit das zulässt). Jetzt gehe ich Gemüseeintopf kochen – aus Resten #FoodSharingExperiment. Unter den Fotos findet ihr noch Links-Tipps.

Link-Tipps:

Die federführende Initiative in D: https://foodsharing.de/

Firma. Familie. Freizeit? Rentenvorsorge? Freiberufler, (Solo-) Selbständige und Unternehmer tragen hohe Risiken und viel Verantwortung. Dabei leben sie oft ohne Netz und doppelten Boden – manchmal bis zum Lebensende. Ist das so? Wie sind sie sozial abgesichert? Ermöglicht die neue digitale Arbeitswelt z.B. durch Homeoffices eine bessere Work-Life-Balance und Vereinbarkeit von Beruf & Familie? Und: Ist eine Selbständigkeit für Eltern und Alleinerziehende (m/w) geeignet?


Autor des Artikels / copyright by: Susanne Braun-Speck (tiefenschaerfe.de), Foto oben: XING, Foto unten: @SBraunSpeck. Dieser Artikel ist einer von zwei Beiträgen von ihr beim Booksprint der Bertelsmann Stiftung zum Thema “Vereinbarkeit 4.0.”. Das Buch wird im Frühjahr 2019 herausgegeben und gemeinfrei sein.

26. September 2018: Während des 7. deutschen Weiterbildungstages mit dem Thema „Digitale Weiterbildung in Unternehmen“ fanden die Teilnehmer in Norderstedt (Schleswig-Holstein) einen Vorfall besonders charmant: An der Präsentation einer Schulungsfirma nahm u.a. ein freiberuflicher Mitarbeiter von extern / per Internetverbindung teil. Seine Aufgabe: Digital durch eine virtuelle Lernwelt navigieren und diese dem Publikum erklären. Doch plötzlich erklang ein heller Schrei. Weinen. Dann: Ton aus …

Die beiden Chefs auf der Bühne riefen ihren freiberuflichen Mitarbeiter. Er war nicht mehr zu hören, aber: unerwartet zu sehen. Die Kamera seines Notebooks war jetzt an – und alle im Vortragssaal sahen ihn: in Jeans und T-Shirt und mit Kleinkind auf dem Arm; zuhause am Küchentisch. Als sie merkten, dass sie zu sehen waren, winkte der Vater verlegen und das Kind unbedarft in die Kamera. Die rund 150 Zuschauer im Saal (Selbständige und Führungskräfte) jubelten und klatschten und freuten sich über dieses Bild der schönen, neuen digitalen Arbeitswelt.

#FreieMitarbeit #NewWork #Vereinbarkeit – sieht sie so aus? Ist das herrlich oder nervig?

Werbung in eigener Sache …

Selbständigkeit klingt erst einmal spannend, bietet Abwechslung, ist aber auch eine große Last! Banken sehen sie selten als kreditwürdig an und das Privatleben kommt eigentlich immer zu kurz. Die Familie im Norden, der Kunde im Süden. Projekte, deren Zeitziel oft zu knapp kalkuliert wurde oder mehrere Aufträge parallel, sorgen für Stress. Mitarbeiter, die ausfallen oder Fachkräfte, die gar nicht erst zu gewinnen sind, treiben Unternehmer an den Rand der Machbarkeit. Solche und viele andere unternehmerische Risiken erfordern starke Nerven & einen langen Atem! Während zum Beispiel mittelständische Unternehmer besonders viel Verantwortung für ihre Mitarbeiter und deren Arbeitsplätze tragen; weiß ein Solo-Selbständiger oder Freiberufler: Ohne ihn geht nichts. Er ist nicht ersetzbar! Egal ob freiberuflicher Berater in der IT-Branche oder Arzt mit Praxis: Wenn der Chef zum Beispiel wegen Krankheit ausfällt, wird kein oder weniger Geld verdient. Nach 6 Wochen übernimmt vielleicht – wenn vorhanden – eine Kranken(tage)geldversicherung die Einkommensersatzleistung.

Selbständige und ihre Familie – kommt sie zu kurz?

So wie der oben genannte Vater entscheiden sich viele für die freiberufliche Tätigkeit, weil es in ihrer Berufsgruppe üblich ist – Ärzte, Rechtsanwälte, Hebammen, etc. Andere werden selbständig, weil sie sich als solche eher verwirklichen können, als in Festanstellung und – laut einer Umfrage von tiefenschaerfe.de – ihre Selbständigkeit der Familie viele Vorteile bietet. Mit den wenigen Nachteilen kann der größte Teil der Umfrageteilnehmer gut leben!

Rund 1/3 von ihnen findet es zudem herrlich, zuhause zu arbeiten, weil es familiennah und besser organisierbar ist. Sie schätzen, dass lange und stressige An- und Abfahrzeiten entfallen. Jeder 3. ist zudem davon überzeugt, im Homeoffice konzentrierter Arbeiten zu können und entsprechend produktiver zu sein. Für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie (+Freizeit) sind ihrer Meinung nach mobile (digitale) Arbeitsplätze perfekt. Doch manche Unternehmer mussten erst Lehrgeld bezahlen, bis sie sich endlich solch eine persönliche Freiheit nahmen …

Armin Moghaddam, Chef der Firmen Alfalot und AMA (pistazien.de).

Armin Adib-Moghaddam, Unternehmer aus Reinbek, bei Hamburg, gründete parallel zu seinem Studium die A.M.A. Nussveredelungs-Manufaktur, danach zudem die Firma alfaLot, einem Exporteur von Industrieausrüstungen. Vor nunmehr 12 Jahren hat er in Reinfeld bei Lübeck ein innerstädtisches, 67.000 qm großes parkähnliches Industriegelände erworben. Hier vermietet er Einzelbüros, kleine und größere Lager und Produktionsflächen. Die Nachfrage ist groß und die Auslastung liegt bei über 80 %. Auch Coworking-Arbeitsplätze wären hier möglich.

Der Unternehmer ist geschäftlich täglich 12 Stunden eingebunden und oft auf Geschäftsreisen. Zusätzlich engagiert er sich als 2. Vorsitzender des örtlichen Handelsvereins und als „Business Angel“ für Existenzgründer. An diesen zeitlich aufwendigen Aufgaben ist seine erste Ehe mit zwei Töchtern gescheitert. In seiner jetzigen Partnerschaft, mit derzeit zweijährigem Sohn, will er das nicht wieder riskieren und arbeitet deshalb nur noch 4-Tage die Woche im Büro – und einen Tag zuhause. Zitat: „Ich schätze den frühen Morgen, wenn ich mit meinem Sohn am Frühstückstisch sitze und unsere gemeinsamen Freitage. Die Kindheit meiner – heute erwachsenen – Töchter verpasst zu haben, hat mich gelehrt, was wirklich wichtig ist. Die Zeit lässt sich leider nicht zurückdrehen …“

Sein Vater war über 60 Jahre selbständiger Kaufmann. In dieser Zeit hat er viele Millionen Euro Steuern bezahlt und musste dennoch in Krisenzeiten seine Altersrücklagen auflösen – das kennen viele Unternehmer. Seine ehemaligen 20 Mitarbeiter erhalten heute Rente – er nicht. Armin Adib-Moghaddam selbst zahlt einen fast 4-stelligen monatlichen Betrag an seine private Krankenkasse und seit ewigen Zeiten freiwillig den Mindestbeitrag in die gesetzliche Rentenkasse. Ob und wenn ja, wieviel er jemals rausbekommen wird, ist ungewiss. Der Industriepark und seine Unternehmungen sind in dem Sinne seine Rentenvorsorge. Was passiert, wenn er arbeitsunfähig wird, möchte er sich nicht ausmalen.

Selbständige leben ohne Netz und doppelten Boden!

Alexandra A. (Name von der Redaktion geändert) aus dem nördlichen Speckgürtel von Hamburg löst Sozialversicherungs-Probleme und Traum durch eine hybride Tätigkeit: Sie hat einen 15-Stunden-Job in Festanstellung und arbeitet zudem als selbständige Heilpraktikerin. Eine andere Chance hatte sie nicht … Nach langjähriger Familienzeit als Mutter ohne Berufstätigkeit war der Weg zurück ins Arbeitsleben schwer. Ihre Ausbildung fand bei Arbeitgebern keine Anerkennung mehr – zulange war sie raus aus dem alten Job. Zudem ist sie alleinerziehend mit Kind – aus Arbeitgebersicht keine gute Kombination. Aber: sie hat sich auf eigene Kosten Stück für Stück weitergebildet und sich als Heilpraktikerin zertifizieren können. Zuhause hat sie nun einen Praxisraum, wo sie Patienten behandelt. Irgendwann klappte es auch mit dem oben genannten Halbtagsjob als Betreuerin in einem Schulhort, worüber sie ein regelmäßiges Einkommen hat und sozialversichert ist. Bevor sie diesen Job hatte, war sie jahrelang als Aushilfe bei ihrem Ex-Mann versichert – um bezahlbar sozialversichert sein zu können!

Schulferienzeiten kann sie als einzige berufstätige Alleinerziehende perfekt überbrücken!

Bei ihrer Festanstellung im Schulhort arbeitet sie jede Woche mehr, als sie bezahlt bekommt und erarbeitet sich quasi die Ferienzeiten im Voraus – so wie Lehrer. Dadurch kann Alexandra A. ohne Probleme 3 Monate Ferien pro Jahr mit Kind stressfrei gestalten. Doch ohne den Kinderunterhalt vom Vater würde all das dennoch nicht für ein gutes Auskommen reichen. Alleinerziehend, ist alleinerziehend d.h. selbst in der Summe aller Tätigkeiten kein volles – und gut bezahltes – Einkommen.

Autorin & alleinerziehende Freiberuflerin Susanne Braun-Speck, tiefenschaerfe.de

Susanne Braun-Speck (Autorin dieses Artikels, tiefenschaerfe.de), aus Reinfeld bei Lübeck kommt väterlicherseits aus einer Unternehmerfamilie – sie hat quasi das Unternehmer-Gen. Ihr Anliegen bei Gründung ihrer ersten Firma: eine neuartige Geschäftsidee verwirklichen und „etwas“ bewegen. Seitdem sie alleinerziehende Mutter ist (ab dem 8. Jahr ihrer Selbständigkeit), zeigt sich:

Überwiegend im homeoffice als Selbständige zu arbeiten, mit absolut flexiblen Arbeitszeiten ist für sie der einzig gangbare Weg, um qualifizierte Arbeit leisten sowie Beruf & Kind vereinbaren zu können.

Eine 5-Tage-Woche mit 40, 50 Arbeitsstunden z.B. in Hamburg mit langen Anfahrtzeiten ist für sie undenkbar.

Seit 2006 (seit der Einführung dieser Versicherung) ist Susanne Braun-Speck freiwillig bei der Agentur für Arbeit arbeitslosenversichert. Ihre Firma erlebte viele Aufs und Abs, ging aber erst den Bach runter, nachdem die Chefin  ihren zweiten Burnout erlebte und parallel alleinerziehende Mutter war. Das langjährige Risiko, nicht sozialversichert gewesen zu sein, konnte sie Anfang 2017 endlich mindern, in dem sie sich neu aufgestellt hat: Sie ist jetzt Kreative im Bereich Webdesign & Content-Management (Online-Redakteurin) und somit (freiwillig) in der Künstlersozialkasse (kurz: KSK) pflichtsozialversichert – daraus gibt es jetzt auch kein Entkommen mehr.

Die KSK bezahlt 50% ihrer Sozialversicherungsbeiträge (Krankenkasse, Rente, Pflege), die nunmehr auch nicht mehr pauschal berechnet werden, sondern – wie bei Angestellten – sich prozentual am Einkommen (Honorar nach Abzug der Kosten) orientieren. Endlich ist sie sozial abgesichert! Neben ihrem ewigen Risiko als kleine Freiberuflerin wie große Unternehmerin (die ehemalige Firma hatte ein Franchise-System mit 9 Niederlassungen, sie war der Chef d.h. Franchisegeber) UND alleinerziehende Mutter, die nie Unterhalt bekam, hat mit der sozialen Absicherung über die KSK nunmehr ihr unternehmerisches Risiko ein wenig gemindert. Doch wird sie von ihrer gesetzlichen Rente ziemlich sicher nicht leben können (Status heute).

Wie lösen andere Selbständige solche Probleme? Wer ist sogar versicherungspflichtig?

Alex Kauz, Dachdecker aus Bad Oldesloe ist pflichtsozialversichert.

Dachdecker-Meister Alex Kauz aus Bad Oldesloe (Kreis Stormarn, kauz-bedachung.de) ist mittlerweile mehr als 3 Jahre selbständig und liefert handwerkliche Qualitätsarbeit. Die hat seinen Preis – wirklich gute Gesellen fordern auch wirklich guten Lohn. Damit er diese auch über die Wintermonate halten und bezahlen kann, lässt er sich selbst in einem befreundeten, größeren Handwerksbetrieb im Winter sozialversichert einstellen – für Büroarbeit. Als selbständiger Handwerker gehört er traditionell zum Kreis der Pflichtversicherten in der gesetzlichen Rentenversicherung (Quelle: Deutsche Rentenversicherung 2018 (siehe Link)). Dazu zählen alle Gewerbetreibenden, die in die Handwerksrolle eingetragen sind und tatsächlich selbständig arbeiten. Der Regelbeitrag in 2018 beträgt für selbständige Pflichtversicherte 501,27 Euro. Alex Kauz hat übrigens zwei Kinder und sein Büro sowie Lager im Anbau am Haus – so ist er wenigstens indirekt mal zuhause. Zeit für die Familie hat der Familienvater nur bei sehr, sehr schlechtem Wetter und am Sonntag; da nimmt er sich die.

Weitere selbständige Pflichtversicherte sind zum Beispiel: Lehrer, Künstler / Kreative wie Webdesigner; Hebammen, Erzieher, Tagesmütter und Beschäftigte in der Pflege; Hausgewerbetreibende; Selbstständige mit einem Auftraggeber („Scheinselbständige“) etc. Vorteilhaft ist für sie natürlich, dass sie entsprechend Anspruch auf Alters- oder Erwerbsminderungsrente haben. Doch die Summe der monatlichen Versicherungskosten ist hoch, und muss erst einmal verdient werden. Alleine für die Rentenversicherung kann der Höchstsatz für Selbständige bis zu 1.078,80 EUR betragen (Quelle: Deutsche Rentenversicherung 2018 (siehe Link)).

Geht das überhaupt, wenn der betroffene Selbständige zum Beispiel Kinder hat und wegen ihnen nur Teilzeit arbeiten kann?

Wenn er im Extremfall alleinerziehend und nirgendwo anders – also nicht z.B. über einen Ehepartner – versichert ist? Gering verdienende Selbst­ständige zahlen bislang z.B. unver­hält­nismäßig hohe Krankenkassenbeiträge. Die Kassen setzen noch ein fiktives Mindest­einkommen von 2 284,75 Euro an; die Höchstgrenze 2018: 4.425 Euro pro Monat. Für Selbstständige mit Gründungszuschuss von der Agentur für Arbeit oder besonderer Beitragsentlastung: 1.522,50 EUR.

Ab dem 1. Januar 2019 wird durch GKV-Versichertenentlastungsgesetz (GKV-VEG) das fiktive Einkommen auf 1.015 Euro im Monat und damit der zu zahlende Mindestbeitrag auf rund 188 € (f. KV + Pflege) gesenkt werden. Damit ist bereits ein wichtiger Beitrag geleistet!

Doch: Deutlich höhere Beiträge sind schnell erreicht … In Zahlen:

Versicherungen Mindest-beitrag bis Ende 2018
Beträge beim Einkommen* von 4.500 € zugrunde  liegende Höchstgrenze % Satz 2018 / Erläuterungen
Rente 283,19 € 566,37 € 3.045 € 18,6% von der Höchstgrenze
Krankenv. mit Tagegeld 333,43 € 685,88 € 4.425 € 14,6% mit Krankengeld-Anspruch
ggf zzgl. KV-Zusatzbeiträge 20,03 € 39,83 € 4.425 € 0,9% bei der TK (Techniker TK)
Pflege 58,24 € 112,84 € 4.425 € 2,55% (zw. EUR 58,24 u. 112,84)
zzgl. freiw. Arbeitslosen-V. 45,68 € 91,35 € 3% bzw. Pauschalen bei Selbständigen
Summe pro Monat: 740,57 € 1.496,27 €
1/2 Satz (50%) 370,28 € 748,13 € für KSK-Mitglieder; auch für Selbstständige mit Gründungszuschuss kommen andere Summen zustande.
Quellenangaben:

Vom Bruttoeinkommen (nach Kosten für den Betrieb) in Höhe von 4.500 € / pro Monat bleiben dem normalen Selbständigen nach Abzug der Sozialversicherungsleistungen in Höhe von 1.496,27 € nur noch 3.003,73 EUR übrig. Hierauf bezahlt er Lohnsteuer in Höhe von ca. 858 € (je nach Steuerklasse)

Das bedeutet:

Der Selbständige hat bei diesem Beispiel ein Nettogehalt von 2.145,73 Euro – für all seine Risiken!

Lohnt sich das? Ist das verhältnismäßig? Ganz gewiss nicht. Deswegen zahlen viele Selbständige / Unternehmer nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein, sondern schließen – in jungen Jahren ohne Kinder – eine günstigere private Krankenversicherung ab und sorgen durch private Versicherungspolicen vor. Doch Altersvorsorgen verschwinden oft schneller, als sie aufgebaut wurden: beispielsweise wenn die Umsätze nicht ausreichen, das Unternehmen in eine Schieflage gerät und die Altersvorsorge für den weiteren Betrieb gebraucht wird – kein Einzelfall und bei Insolvenzen die Regel.

Was sind die Alternativen? Gibt es Lösungen?

Eine Alternative für selbständige Berater ist in jüngster Zeit zum Beispiel die Mitgliedschaft in einer Genossenschaft, worüber sie dann versichert sind. Doch: Gerade Alleinerziehende und viele andere Kleinstunternehmer jeder Branche leben ohne soziale Absicherung, dass heißt ohne Netz und doppelten Boden. Einfach nur, weil die Gesellschaft deren Situation verkennt und die im Sozialsystem über Bord gehen lässt, die am Dringensten benötigt werden: Frauen, die Kinder in die Welt setzen & Kleinstunternehmer, die die Wirtschaft tragen. Helfen würden eine:

Sozialkasse für Alleinerziehende & Kleinstunternehmer (SAK)* ähnlich der Künstlersozialkasse

Die von Susanne Braun-Speck erdachte und noch zu gründende Sozialkasse für Alleinerziehende & Kleinstunternehmer (SAK) würde ihre Mitglieder a) ähnlich wie die Künstlersozialkasse, in den vollumfänglichen Schutz der gesetzlichen Sozialversicherung stellen und 50% ihrer Beiträge übernehmen bzw. durch Steuergelder finanzieren. Alleinerziehenden wird b) zudem das Einkommen und die Rentenvorsorge so aufgestockt, als wären sie Vollzeit berufstätig. Sollten sie und auch andere als Kleinstunternehmer selbstständig sein, zahlen sie wie Angestellte nur prozentual Sozialversicherungsbeiträge anstatt hohe Pauschalen. Denn: Eine freiberufliche bzw. selbstständige Tätigkeit macht es ihnen möglich, flexibel zu arbeiten – wann und wo sie wollen und wegen ihrer Kinder können!

# Creative Commons Lizenzvertrag „SAK – Sozialkasse für Alleinerziehende & Kleinstunternehmer“ von Susanne Braun-Speck ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz. Beruht auf dem Werk unter https://tiefenschaerfe.de/sak/.

Warum die Finanzierung klappen kann: Bund und Länder zahlen die Zuschüsse der SAK anstatt ALG oder Hartz IV aus selbigen Kassen. ALG I und II-Empfänger sind ja auch sozialversichert. Das heißt, die Mehrkosten für Bund/Länder für SAK wären gering. Langfristig rechnet sich das. Denn arbeitslose Eltern inbesondere Alleinerziehende werden zu Selbständigen. Auch mal zu überdenken: Eine verheiratete nebenberufliche Selbständige/r (max 18 Std/Woche) ist kostenfrei in der Familienversicherung mit krankenversichert, sofern der Ehepartner gesetzlich versichert ist. Alleinerziehende haben diese Möglichkeit NICHT und müssen sich z.B. voll als Selbständige krankenversichern.

Durch die SAK würden Start-Up´s und Kleinunternehmen gefördert und der Fachkräftemangel gesenkt werden, da in vielen Berufen Teilzeitarbeit auf selbständiger Basis sehr gut möglich ist (vom Rechtsanwalt bis zur Pflegefachkraft). Es gäbe ein deutlich kleineres Risiko als Unternehmer UND soziale Sicherheit, wodurch deutlich mehr Mütter, die eine Fachausbildung oder Studienabschluss haben, neben den Kindern selbständig dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Sogar die Geburtenrate würde sich erhöhen und so für mehr Nachwuchs sorgen. Eine derartige soziale Absicherung böte Frauen den Anreiz, der Wirtschaft ihre Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen UND Kinder zu bekommen. Natürlich ist eine berufliche Chance auf selbständiger Basis eine Alternative zu Hartz IV und: Kinder werden aus der Armutsfalle geholt und erleben eine förderliche Entwicklung – diese Kinder sind die Ingenieure UND Rentenzahler von morgen!

Letzte Worte. Ja. Die neue digitale Arbeitswelt bietet z.B. durch Homeoffices Vielen, insbesondere Müttern eine bessere Vereinbarkeit von Beruf & Familie. Für die soziale Absicherung wurden hier Lösungen vorgestellt. Die Politik muss sie nur realisieren.


Schon gewusst? Auf das Jahr gerechnet, verdienen viele Selbständige oft NICHT mehr als Angestellte!

So berechnet sich das Honorar von ihnen mit der Gehalt vs Honorar Berechnung (kurz: GvH-Berechnung)*:

Angestellten-Gehalt vs Beraterhonorar
Position / Kosten für einen Angestellten (Beispiel: Software-Entwickler) Euro / Jahr pro Monat pro Tag

bzw. Std

Durchschnittsgehalt Angestellter (12 Gehälter, brutto) 56.000,00 € 4.666,67 €
zzgl. Arbeitgeberanteil Sozialversicherung (ca. 20%) 11.200,00 € 933,33 €
freiwillige AG-Leistungen wie z.B. Pensionsfonds, vermögenswirksame Leistungen, etc (200,-/mon.) 2.600,00 € 216,67 €
Weiterbildungskosten p.a. 1.000,00 € 83,33 €
Summe pro Jahr (brutto) 70.800,00 € 5.900,00 €
Arbeitstage eines Angestellten
Kalendertage 365
abzgl. Wochenend-Tage -104
abzgl. Urlaub -30
abzgl. Feiertage -10
abzgl. Krankheit -8
abzgl. Weiterbildung -6
produktive Tage eines Angestellten á 8 Stunden 207
Das kostet ein Angestellter tatsächlich PRO TAG:
Gehalt durch produktive Arbeitstage 342,03 €
das sind in der Stunde (8/Tag) 42,75 €
das dürfte nun ein gleichwertiger Freiberufler kosten, um das gleiche wie ein Angestellter zu verdienen:
Summe Gehalt pro Jahr Angestellter (siehe oben) 70.800,00 €
zzgl. Betriebskosten für Freelancer (Büromiete, Steuerberaterkosten, etc) je Monat 400 € 4.800,00 €
Summe 75.600,00 €
tatsächliche Arbeitstage für Freiberufler errechnen sich so:
Tatsächlich produktive Angestellte-Arbeitstage 207
abzgl. Leerlauf zw. Projekten, Akquisephase (22 Tge/Jahr) -22
abzgl. „Heimarbeit“ / Tage für interne, nicht an Kd fakturierbare Arbeitstage (4 Tage pro Monat) -48
Summe tatsächlich fakturierbarer Arbeitstage: 137
notwendiges Honorar pro Tag  (Zeile 24 geteilt durch Zeile 30)
(um das selbe wie ein Angesteller zu verdienen)
  551,82 €
Honorar pro Stunde eines gleichwertigen Freiberuflers (netto zzgl. Ust)   68,98 €
* Gehalt vs Honorar-Berechnung (kurz: GvH-Berechnung) von Susanne Braun-Speck ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz. Beruht auf dem Werk unter https://tiefenschaerfe.de/wertschaetzung/ bzw. https://jobhopper.de/wertschaetzung/

Diese Berechnung hat die Autorin erstmalig 2011 in ihrem Artikel „Wertschätzung von Know-how und Leistungen – sind Freelancer ihre Honorare wert?“ erstellt. Seitdem wird sie von einigen Firmen zur Berechnung von fairen Honoraren genutzt!

Der Wind peitscht den Regen gegen mein Schlafzimmerfenster. Die Abdeckfolie knistert und verändert sich in meinem Traum zu Rutschgeräuschen von Schnee. Es pfeift und knistert, ein Knall folgt und ich sehe roten Schlamm herabfließen. Wie Schneelawinen am Berghang rutscht meine teure schlammartige Farbe von meiner Hauswand, reißt Steinchen aus dem Waschbeton und bleibt als Schutthaufen vor der Fassade liegen. Rot wie Blut. Alles kaputt! Ich schrecke auf, ziehe mich an und renne nach Draußen …

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Silikat hält! Oben Ziegelrot, unten Sandsteinweiß.

Alles ist gut! Gerade zieht die Morgenröte den Himmel herauf und taucht meine frisch gestrichene Fassade in sanftes Licht. Das tiefe Ziegelrot schimmert zart wie Seide, leicht feucht vom Morgentau. Genauso soll es sein. Alles ist gut. Es war ein Albtraum. Nur ein Albtraum! Entstanden aus berechtigten Sorgen (Regen unmittelbar nach dem Farbanstrich) und falschen Ratschlägen von den sogenannten Profis.

Abenteuer Bau? Oh ja.

vorher: Zustand in 2015

vorher: Zustand in 2015

Seitdem ich im Sommer 2015 dieses alte hässliche Waschbetonhaus gekauft habe, erlebte ich wahre Abenteuer. Mit dem Haus an sich, aber vor allem mit verlogenen oder egoistischen sowie unwissenden Leuten. Da könnte ich ein ganzes Buch drüberschreiben! Aber heute erzähle ich nur vom jüngsten Projekt: der Fassadenmalerei. Mein Haus war so unglaublich hässlich als ich es gekauft habe, dass selbst meine blühende Fantasie die eine oder andere gedankliche Hürde überwinden musste. Wenn man so ein altes Ding kauft, braucht man wohl Mut, einen hohen Energiepegel, handwerkliches Geschick, Organisationstalent, Geld und Fantasie.

Eigenwerbung: Ich entwickle Websites und Content, siehe tiefenschaerfe.de

„Fantasie ist wichtiger als Wissen“ – Albert Einsteins Zitat kann ich uneingeschränkt zustimmen. Es trifft auch bei Haussanierungen zu. Wie eine meiner Schwestern Weihnachten meinte: „Das hätte ich mir nicht vorstellen können, dass das mal so schön aussehen wird! Dazu hätte mir die Fantasie gefehlt.“ Fantasie. Es war die Vorstellungskraft und Kreativität meines Hirns, dass tatsächlich den hässlichen, innen komplett mit Holz vertäfelten, durch und durch braunen und dreckigen Waschbetonbau sah, daraus aber im Hinterstübchen ein modernes Gartenhofhäuschen im Bauhausstill machte. Ich kaufte günstig und investierte. Neben Geld vor allem Arbeit – und Hirn.

Fassadendämmung. Verputzen oder Streichen? Was geht?

Was sagt das Bauamt? Alles klar. Unser Bauamt antwortete letztes Jahr schon, ich könne hier machen was ich will. Vielleicht komme ich noch mal auf aktuelle Nörgler und Neider zurück oder auf Bewunderer aus der Nachbarschaft. Aber da wir mit den Arbeiten längst nicht fertig sind, passiert dahingehend vielleicht noch etwas besonders Erzählenswertes. Im Moment bin ich einfach froh, dass meine frisch gestrichene Hauswand in der Morgenröte leuchtet – und hält.

Das irgendeine Farbe auf Dauer auf einer Waschbetonwand hält, bezweifelten viele. Maler, Nachbarn und Bekannte. Kurz mal mit falschen Wissen aufgeräumt: Waschbeton ist zwar hässlich, aber atmungsaktiv und dampfdurchlässig. Im Gegensatz zu Neubauten, die energieoptimiert Luftdicht gebaut werden. Schlussendlich sind darin ziemlich viel Sand und Steine – Kiesel. Mineralien! Was soll daran schlecht sein? Und giftige Nebenstoffe, die da mal reingemischt worden sind, dürften nach 40 Jahren längst rausgeschwemmt sein. Immerhin hat die Fassade all die Jahre Regenwasser aufgenommen und wieder abgegeben. OHNE das irgendwas schimmelte. Das ist wiederum etwas Gutes an Beton: Da schimmelt nichts. Heißt für mich: Der hässliche Waschbeton ist gar nicht so negativ zu bewerten, wie erst gedacht. Trotzdem bekommt jeder Maler erst einmal eine Krise, wenn er ihn sieht.

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Wir schaffen das: Supermalerin links; Mann-für-Alles i.d. Mitte, Bauleiterin rechts

In Materialkunde sind viele „Fachleute“ echt schlecht.

Das streichen? Da blättert Ihnen die Farbe schon nach wenigen Jahren wieder ab. Wenn Sie wollen, mache ich Ihnen das, aber sie müssen auf Gewährleistung verzichten!“ Muss ich das? Nein. „Vielen Dank für das Angebot, ich werde eine andere Lösung finden!“

Das beste ist, Sie dämmen das Haus nach KfW. Dann sind Sie auf der sicheren Seite, bekommen dafür Fördermittel und sparen in Zukunft eine Menge Heizkosten!“ Das ist teuer. Massiv teuer. Und zerstört die Atmungsaktivität meines Hauses! Niemals. Das will ich nicht. Seit 1.10.16 gibt es dann noch dieses Entsorgungsproblem von EPS/ Styropor …

Ich kann Ihnen nur raten, das Haus komplett zu verputzen und danach zu streichen. Die ganzen Tiefen und Höhen des Waschbetons sind danach weg. Dann haben Sie eine glatte Putzfassade.“ DAS klingt gut. Dafür gibt es gesunde Materialien, die wir auch schon Innen genutzt haben. Ich bekomme zwei Angebote; Preise zwischen 17 und 18tsd Euro. DAS ist zu teuer! Ich MUSS ja schon die Dächer unerwarteter Weise neu decken und dämmen und neu finanzieren. Fast 20tsd Euro für eine schöne Fassade sind da nicht drin.

Heul. Und jetzt? Gibt es Farbe, die auf Waschbeton hält? Ich google das. Als erstes finde ich einen Betonacrylfarbenhersteller. Das ist ein Chemieunternehmen. Was die produzieren hält auf Allem – und ist: Ungesund und komplett Luftdicht. Zufällig wohnt ein Regionalbetreuer in der Nähe und kommt vorbei. Trotz nettem Gespräch und vieler Argumente überzeugen mich deren Produkte nicht.

Eigenwerbung: Ich entwickle Websites und Content, siehe tiefenschaerfe.de

Ich will keine Chemie auf meiner atmungsaktiven Wand.

Entsprechend recherchiere ich weiter und finde die Firma KEIM aus Süddeutschland. Denen werde ich auf ewig dankbar sein für ihre Suchmaschinenoptimierung und perfekte Verschlagwortung ihrer Texte. Hier fand ich, was ich suchte! Gesunde Fassadenfarbe, die sogar sehr gut für Beton geeignet ist.

Silikatfarbe. Es gibt „reine Silikatfarbe“, die natürlich extrem teuer ist und heutzutage eigentlich nur bei KEIM und im Ökobau zu finden ist. Zum Beispiel bei KREIDEZEIT. Bei letzterem muss man selbst Farbpulver mit Wasserglas vermischen, was nie nicht auf einer großen Farbmenge einen einheitlichen Ton ergeben würde. Ich will einen Rotton. Das „Selbstmisch-Risiko“ gehe ich definitiv nicht ein.

Entsprechend durchforste ich die Website von KEIM im Detail und lasse mich begeistern! Sol-Silikatfarbe und Silikat-Dispersionsfarbe (nach DIN-Norm darf da nur 5% Dispersion drin sein) sind perfekt für Beton, ja sogar Waschbeton geeignet. Und warum? Ganz einfach.

Eine Verbindung auf Ewig – die Funktionsweise von Silikat

Die Steinchen in dem Waschbeton meines Hauses sind Kieselsteine. Kieselsteine sind Mineralsteine (Quarzgestein). Natürliches Silikat ist ebenfalls ein Mineral (Die Erdkruste besteht zu über 90 Prozent, der Erdmantel fast vollständig aus Silicaten).

Durch die Zugabe von flüssigem (mineralischen) Quarz = Wasserglas (Kaliwasserglas oder Lithiumwasserglas (beides super, letzteres hält noch besser) „verschmelzen“ Silikatfarbe und Beton miteinander. Das Fachwort dafür ist „verkieseln“.

Durch diese Verkieselung verbinden sich die Materialien und gehen eine Beziehung auf Lebenszeit ein. Eine Trennung ist nicht möglich. Ein Abblättern auch nicht (wie es bei normaler Fassadenfarbe passiert). Lediglich leichtes „sanden“ kann bei Regen sein, was in leichter Form sogar gewollt ist, weil damit auch Dreck abgespült wird. Nach 15 oder 20 Jahren kann man dann mal nachstreichen und die Farbe auffrischen.

Warum hat mir KEIN einziger Maler solch eine Silikatfarbe vorgeschlagen?

Zum Einem aus Unwissenheit – es mangelt offensichtlich an Materialkunde. Zudem: Der Malvorgang an sich auf Waschbeton ist extrem anstrengend, weil die Tiefen zwischen den Kieseln geschlämmt (gefüllt) werden müssen. Schlussendlich ist Sol-Silikatfarbe teuer und wird in der Regel im Denkmalschutz verwendet.




Die Website von KEIM ist wirklich informativ! Deren Farbe will ich haben und frage beim Hersteller nach einem Lieferanten. Tatsächlich gibt es eine herstellereigene Beraterin in meiner Gegend. Sie kommt, testet die Saugfähigkeit meiner Fassade und schreibt mir sogar einen Arbeitsplan. Als fachlich versierte Malerin ist sie eine perfekte Beraterin. Die Frau hat richtig Ahnung und sie beantwortet mir in den Wochen danach noch viele Fragen.

Selbst ist die Frau.

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Evelyn: alleinerziehende Mutter und gelernte Malerin – eine kleine Powerfrau mit viel Kraft

Da kein einziger Malerbetrieb mir diese Art von Farbe angeboten hat, steht fest: Es wird kein Malerbetrieb beauftragt, ich streiche mit Leuten aus meinem Bekanntenkreis selbst. Einer der Putz-Anbieter kriegt den Auftrag für den Gerüstbau. Da fehlt nur noch ein Teil …

Bevor die Arbeiten am Haupthaus vorgestern anfingen, teste ich zwei Produkte von vielen Silikatfarben:

  • Das günstige PERL-Silikat von der Firma IMPARAT aus Glinde bei Hamburg. In Lübeck gibt es einen Lagerverkauf. Damit ist jetzt mein Anbau gestrichen. Aber: Dunkle Farbtöne können die nicht. Und: Es ist Biozid drin und die Farbe stinkt entsprechend fürchterlich. Mir scheint, dieses Material sandend sehr stark und ist nicht gut genug kristallisiert. Ich traue der Qualität nicht und möchte für mein Haupthaus lieber das Profi-Silikat nehmen …
  • Entsprechend beschaffte ich mir über einen Maler-Freund im Großhandel einen 3 kg Sol-Silikat von KEIM. Wie er mir sagte, ist KEIM der Ferrari unter den Silikatfarben-Herstellern. Das ist er wirklich. Von der Qualität her, wie auch von den Preisen! Ich teste diese 3 kg weiße Farbe, die in einem halbleeren 5-Liter-Eimer ist und bin erschrocken: Die Farbe ist dick und schwer, sodass ich auf dem Waschbeton damit nur 6 qm streichen kann. Das ist 1/5 von der Verbrauchsangabe, die sich auf glatte Wände bezieht!

Unvergleichbarkeit der Silikat-Farbenhersteller-Preise

Außerdem ärgere ich mich sehr, weil alle Hersteller den Verbrauch in Litern angeben, KEIM aber in Gewicht. D.h. 5 l sind bei KEIM tatsächlich nur 3 kg. Andere verbrauchen 200 ml/qm. KEIM 200 g/qm – das ist großer Unterschied.  Damit sind die Hersteller-Preise NICHT vergleichbar!!!

Sol-Silikat Eimergröße
in Liter oder Kilo
Einheit Inhalt
in Litern
Verbrauch
pro qm (1maliger Anstrich)
Einheit QM pro Eimer Farbe Preis pro Eimer Preis pro QM tatsächlicher Preis pro Liter
(NICHT kg)
Preisangabe im Shop
Soldalit (KEIM) 25 kg 15 0,22 kg 68 285,00 € 4,18 € 19,00 € 11,40 € / KG
Kieselit Fusion (Alligator) 12,5 Ltr 12,5 0,17 Ltr 74 199,56 € 2,71 € 15,96 € 15,96 € / Ltr
Perl-Silikat (Imparat) 12,5 Ltr 12,5 0,15 Ltr 83 186,00 € 2,23 € 14,88 € in Ltr
SIGMA Sol Silikat 12,5 Ltr 12,5 0,2 Ltr 63 103,00 € 1,65 € 8,24 € in Ltr
Ergebnis: Soldalit ist im Vergleich mit den anderen Produkten je gestrichenen QM deutlich teurer
(Soldalit = 4,18 €/qm im Vergleich mit Kieselit Fusion = 2,71 €/qm)

Bei allen Qualitätsansprüchen und trotz der tollen Tipps der KEIM-Beraterin: Mein Haus ist kein Luxus-Objekt und braucht bezahlbare Silikatfarbe. Entsprechend recherchiere ich wieder im Internet und finde vergleichbare und absolut nicht vergleichbare Produkte. Siehe dazu auch in die Tipps (unten).

In meine engere Wahl kommt die Sol-Silikatfarbe von SIGMA. Die ist so günstig wie Imparat, klingt wie die KEIM-Produkte, ist aber nicht erhältlich. Ein Großhändler hat die nicht im Sortiment, der andere (eine Unternehmenskette, also groß) hätte eine Bestellzeit von 10-14 Tagen. Testmaterial gibt es schon mal garnicht. Allround-Farbhersteller Caparol hat sehr teure Silikatfarbe. Die von Brillux klingt noch gut. Viele andere Produkte scheiden wegen Materialmangels oder irreführende (Werbe-) Aussagen aus.

Ich entscheide mich für den Farbhersteller ALLIGATOR aus NRW. KEIM ist der Ferrari und Erfinder der Sol-Silikatfarbe, aber ALLIGATOR ist ebenso auf solche Art Farbe spezialisiert und seit den 60er damit am Markt. Entsprechend haben die langjährige Erfahrung. Ich vertraue deren Prospekt. ALLIGATOR scheint die einzige Firma neben KEIM zu sein, die sich dem Thema „Silikat-Farben“ ebenso intensiv gewidmet hat. Die Erklärungen sind toll. Inhaltsstoffe auch. Der Preis ist mittelprächtig, aber für mich okay (5er-BMW, aber kein Ferrari).

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Toskana-Farben sollen es sein. Vor allem: Ziegel- bzw. Backsteinrot – wie rote Erde.

Einziger Mangel: Kein Händler in der Nähe (zw. Lübeck und Hamburg) hat aktuelle Farbfächer oder überhaupt einen Farbfächer. Aber: Ich rufe ja auch Hersteller direkt an. Jetzt auch. Der regionale Berater lässt mir einen Farbfächer zusenden. Tatsächlich kommen drei (3)!. Während des Postwegs, den ich Ungeduldige kaum abwarten konnte, fand ich einen Händler in Hamburg, der mit mir Backsteinrote-Farbe im alten Farbfächer, beinahe identisch mit der backsteinroten Farbe von KEIM fand. Braune Fensterrahmen und backsteinfarbene Stufen vor der Haustür schränken meine Farbwahl stark ein. „Toskana-Farben“ wünschte ich mir. „rote Erde“ = Backsteinrot gehört dazu. Braune Fassade wird also zu „Roter Erde“ und die grauweiße Unterhälfte meines Hauses wird zu „Sandsteinweiß“.

Würde ich keinen dunklen Farbton haben wollen, würde ich die Sol-Silikatfarbe von ALLIGATOR nehmen, da die keine Grundierung erfordert. Die gibt es aber nur in Pastellfarben. Wegen meines dunklen Rottons kommt nur die normale Silikat-Farbe infrage.

alligator-kieselitDie Verarbeitung der ALLIGTOR- Fassadenfarbe ist leichter, als die der KEIM-Farbe, da dünnflüssiger. Ein 2. Anstrich wird notwendig sein. Die Grundierung ist bei allen 3 getesteten Produkten nervig, weil das Wasserglas-Produkt flüssig wie Wasser ist und die Fassade runterläuft. Zudem „ätzt“ das Zeug (alkalisch) und darf nirgendwo raufkommen. Von Fensterglas ist es nicht zu entfernen. Kleidung bleicht es!

Letzte Produktinfo: Als Biozid, gegen Algen und Moose, habe ich das „Fungisol“ von SIGMA genommen, da es den am wenigsten giftigen Wirkstoff enthält (wird auch in Medikamenten und zur Wunddesinfektion verwendet) UND am schnellsten überstreichbar ist (6 Stunden, alle anderen 24 Stunden).

An meinem Haus kristallisiert nun edle „Denkmalschutz“-Farbe mit dem Waschbeton und wird niemals wieder abgehen.

Selbst mit Gewalt nicht. Siehe Video. Gott bin ich dankbar über die Qualität dieses Materials! Mein Albtraum wurde dadurch ausgelöst, dass es gestern, am Sonntag in den letzten Sekunden des Streichens einer Hauswand zu regnen anfing. Regen! Sofort nach dem Anstrich. Je nach Hersteller ist die Silikatfarbe nach circa 6 Stunden schlagregenfest. Überstreichbar in der Regel nach 12 Stunden.

Blöde Wetter-APPs! Zwei verschiedene Wetter-APPs haben für Sonntag keinen Regen angesagt. Ständig haben wir den Wetterbericht kontrolliert. Es sollte trocken bleiben. Und dann das: Farbe gerade drauf, in der Ferne ist Donner zu hören, Wolken ziehen auf und ein halbstündiger Schauer ergießt sich über unseren frischen Anstrich! Das ist noch nass! Gerade drauf!

Gerade gestrichen fällt Regen drauf - sie hält.

Gerade gestrichen fällt Regen drauf – doch: sie hält.

Besorgt und rauchend sitzen meine Supermalerin und ich im Anbau und beobachten, was passieren wird. Läuft die Farbe wieder runter? Haben wir gleich eine große rote Überschwemmung im Garten? Ich sehe schon Blut fließen … Aber tatsächlich tut sich nicht viel. Auf der Wetterseite wird die noch nicht getrocknete Farbe zwar feuchter und ein leicht rosa Wässerchen tröpfelte auf den Boden. Aber auf der windabgewandten Seite passiert – nichts. Weder saugt die Fassadenfarbe Wasser auf, noch läuft sie rosa runter. Alles ist gut.

Genau das glaube ich, bis in der Nacht starker, langanhaltender Regen fällt. Welchen Albtraum ich deshalb hatte, wisst ihr schon. Und wie es jetzt aussieht auch: gut!

Lobe den Tag nicht vor dem Abend … es kann noch viel passieren, bis wir fertig sind.

Aber: Was ich jetzt und heute sehe, gefällt mir und hat bis hierhin funktioniert. Gut zu wissen: Das Reinigen und Grundieren der Fassade ist zeitraubend, anstrengend und unbefriedigend, weil keine Erfolge zu sehen sind. Für Abklebe-Arbeiten braucht mach Geduld … Und ein zweiter Anstrich ist notwendig – NACH den Dachdeckerarbeiten. Heißt: Es gibt noch viel zu tun.

Ich strecke mich. Mein Rücken schmerzt. Das Sitzen am Schreibtisch tut mit nicht gut. Text online stellen, Kind aus dem Bett locken und dann nichts wie raus an die Luft – mich bewegen. Vielleicht sollte ich Malerin werden?

Eigenwerbung: Ich entwickle Websites und Content, siehe tiefenschaerfe.de

Tipps für Fassadenfarben-Suchende:

Die verschiedenen Hersteller vergleichen gerne „Äpfel mit Birnen“. Silikatfarbe ist nicht gleich Silikatfarbe! Achten Sie auf folgendes:

  • Um so farbintensiver, um so teurer. Weiß kostet 1 bis 2/3 weniger, als ein dunkler, kräftiger Farbton.
  • Silikatfarbe ist hinterher MATT-Stumpf, mit dem Untergrund festverbunden und sandet leicht. Durch die Lichtbrechung in den Mineralien sind die Farben kräftig, beinahe leuchtend (wie Sonne auf Sandkörnern).
  • Vergleichen Sie richtig: KEIM gibt den Verbrauch in g/kg an, alle anderen Hersteller in ml/L (z.B. Fa. ALLIGATOR). Heißt: In KEIM-5-Liter-Einer sind nur 3 Liter drin! Zudem ist die KEIM-Farbe so dick, dass der Verbrauch sehr hoch ist.
  • Sol-Silikat und gute Silikat-Dispersion enthalten nicht mehr als 5% Dispersion (dann leidet die Dampfdurchlässigkeit)
  • „Sol-Mineralfarbe“ ist nur ein Werbewort und kein Sol-Silikat. Gleiches gilt für „Silikatfarbe“ und „Mineralfarbe“ – das ist nicht dasselbe. Achten Sie auf die Inhaltsstoffe im Detail!
  • Biozide gehören da nicht rein. Steht entsprechend drauf „mit Biozid-Schutz gegen Algen“ ist „Gift“ mit reingemischt. Ein „guter“ Maler streicht einen Algenschutz separat vor dem Farbanstrich auf die Fassade.
  • Wer keine dunklen, tiefen Farbtöne haben möchte (so wie ich mit dem Rot), sondern gerne leichte, helle Farben, kann Sol-Silikat von verschiedenen Herstellern nehmen.
  • Die beste Qualität: echte Sol-Silikatfarbe haftet auf ALLEN Untergründen und bedarf nicht unbedingt einer Grundierung (nur bei stark saugenden).




Reinfeld, Alte Schule. Es ist Montagmorgen und ich erlebe in einem Rollenspiel, wie es ist, ein Flüchtling in Deutschland zu sein. Das ist mit viel Warterei und Ungewissheiten verbunden. Aber was mich nachhaltig berührt, ist die WAHRE Geschichte einer Familie, die vielleicht in wenigen Tagen tödlich enden wird.

WP_20160808_10_15_15_ProUdo Reichle-Röber von der Diakonie führt uns, 8 deutsche Jugendliche zwischen 12 + 19 Jahren sowie zwei Mütter, durch den halben Tag. In dem geplanten Rollenspiel werden wir Deutschen zu Flüchtlingen, die auf dem Parkplatz der Alten Schule DIE Grenze überschreiten müssen. Die eigentlichen Flüchtlinge (mindestens genauso viele) und Udo werden zu Grenzschutzpolizisten, Beamten, freiwilligen Flüchtlingshelfern, Übersetzern, Heimleitern und Sprachdozenten. Sprache? Ist ein Problem. Ein Großes, wenn nicht sogar das Größte.

An der Grenze antworte ich auf die Fragen der Grenzpolizisten immer nur mit dem, was ich verständlich sagen kann.

Meinen fiktiven Namen. Ich bin jetzt Nouriyeh Amiri, 39 Jahre alt, aus Afghanistan, von wo ich mit meinem Mann Reza (Zahnarzt) und drei Kindern wegen der Taliban geflüchtet bin. Nie wieder will ich eine Burka tragen! Ich bin intelligent und gebildet. Mein Weltbild ist ein Westliches. Das meiner Eltern auch – sie sind dafür getötet worden.

Nachdem wir ins Land eingelassen wurden, registriert und in einer Sammelunterkunft untergebracht sind, warten wir – mal wieder. Diese Warterei macht mich verrückt. Untätig zu sitzen und zu warten, zu warten, zu warten, dass es irgendwie weitergeht – kaum zu ertragen. Es ist müßig Fragen zu stellen – sie werden nicht verstanden. Antworten kommen kaum. Die Beamten und Unterkunftsmitarbeiter sprechen halt nicht die vielen Sprachen von uns Flüchtlingen. Arabisch, Dari, Slowenisch-kroatisch, Persisch – da ich gebildet bin, spreche ich auch Englisch – aber das nützt mir nichts, die Beamten und die Unterkunftsleiterin sprechen nur ihre Muttersprache. Aber zum Glück kommt eine Übersetzerin dazu. Nach der Einweisung in das 8-Bettenzimmer müssen wir wieder warten.

Tatsächlich ist das hier und heute das erste Rollenspiel meines Lebens (mit Ende Vierzig). Uns wurde gesagt, wer aus der Rolle fällt, wird aus dem Spiel geschmissen. Aber wir schummeln trotzdem. Angelina (Name geändert), 11 Jahre jünger als ich und ihre älteste Tochter Babett (Name geändert) sind mit meinem „Mann“ (ein 12jähriger J) eine Weile in der Unterkunft allein. Unser Spielleiter ist irgendwo draußen.

alban familieWir brechen die Regeln. Die beiden echten Albanerinnen und ich tauschen uns über das wahre Leben aus.

Angelina spricht wenig Deutsch, aber das, was sie mir sagt und von ihrer hübschen, intelligenten Tochter in sehr gutem Deutsch ergänzt wird, lässt mir die Tränen kommen. „Wir müssen gehen“, sagt sie. „Schon bald, in den nächsten zwei Wochen.“ „Warum? Wohin? Was hat Euch hergebracht?“ will ich wissen und erfahre: „Mein Mann wurde von einer verfeindeten Familie umgebracht. Er ist tot. Ich musste mit den Kindern aus unserem Dorf fliehen!“

Seit April 2015 sind sie in Deutschland. Die kleinen Jungs sind in der Kita, die beiden jugendlichen Mädchen gehen in die Schule. Sie sollen Klassenbeste sein, lobt Udo später. Ich will Angelina noch was fragen, sehe aber die Angst und die Qual in ihrem Gesicht – mir kommen die Tränen. Ich spüre, was sie spürt: Angst und Verzweiflung. Die Angst, vielleicht bald eines der Kinder zu verlieren. Wir kannten uns bis vor einer Stunde nicht. Aber Mütter sind Mütter und wir fühlen in den Sekunden das Gleiche. Eine verlegene Umarmung von Fremden, unter Tränen, geboren von dem Verständnis unter Gleichgesinnten.

Anstatt weiter mit der deutschen Sprache zu ringen, zieht sie ein Schreiben an die Ausländerbehörde / Widerspruchsstelle aus der Tasche und gib es mir zum Lesen. In ihrem Widerspruch gegen die Abschiebung steht ihre Geschichte in Kurzform geschrieben:

Eine Rückkehr wäre Lebensbedrohlich

In Albanien führte ihre Familie eine teilweise blutige Fehde gegen eine andere Familie. Ein Mädchen aus der verfeindeten Familie hat Angelinas Mann umgebracht. Darauf sind sie und die Kinder geflüchtet. Denn: Rache ist gewiss. Die Mörderin ist verurteilt worden und sitzt im Gefängnis. Aber: diese hat vier Brüder. Die wohnen noch immer in dem albanischen Dorf. Sie haben das Haus von Angelina verwüstet (es ist wohl kaum bewohnbar) und warten nur auf den Zeitpunkt, um endlich Rache ausüben zu können.

Das hat nichts mit einem Glaubenskrieg zu tun. Nichts mit Politik oder Religion. Nichts mit den Taliban oder dem IS. Das hört sich nach einer kriminellen Geschichte an, nach einer Vendetta, nach etwas ganz Persönlichem. Wie soll diese Frau, dieser persönlichen Geschichte ausweichen? Deutschland will sie zwingen, ihre Kinder dorthin zurückzubringen, wo sie persönlich, ganz gezielt um ihr Leben gebracht werden können. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch. So ist das bei Familienfehden in Albanien.

Wird die Mutter mit ihren vier Kindern von unserem Staat ans Messer geliefert?

Hilflosigkeit übermannt mich – wie kann das abgewendet werden? Selbst ein Anwalt hat ihnen nicht helfen können. Hat dieser Sachverhalt nur was mit Asylrecht zu tun? Geht es hier nicht um Schutz vor Mord und Todschlag von einzelnen Personen?

WP_20160808_11_59_08_ProDas Rollenspiel geht weiter. Unser Spielleiter meint im Vorbeigehen: „Passend zu Deiner Rolle solltest Du ein Kopftuch tragen.“ Ich habe einen Schal um den Hals. Nach Sekunden des Zweifels glaube ich, mich in die Rolle besser einfinden zu können, wenn ich es wirklich tue. Es ist ein leichter Sommerschal, ich spüre ihn kaum meinem Kopf, bin mir aber die nächste halbe Stunde sehr bewusst, dass er meine langen Haare abdeckt. Verändert er mich? Ein wenig schon. Gefühlt. Wirke ich jetzt anders auf Andere? Ich weiß es nicht.

Wir Flüchtlinge werden von einem unfreundlichen Sozialarbeiter (Udo) aufgefordert, seinen verschiedenen Anweisungen zu folgen. Wir Afghanen und Syrier sollen an einem Sprachkurs teilnehmen. Das tun wir gerne und folgen den Dozenten (in echt sind das zwei Kurdisch-Syrier) in die Küche der Alten Schule, die heute ein Schulungszimmer ist. Ich bin die einzige Erwachsene am Tisch, die anderen Schüler sind Kinder – sie verstehen unseren perfekt Englisch sprechenden Dozenten kaum. Ich übersetze einen Teil in unsere Muttersprache für sie.

Übrigens sollen wir Arabisch lernen!

Die Sprache hat kurze, knappe Worte aber die typischen Rachen- und Zischlaute kommen mir schwer über die Lippen. Aber es geht. Geschrieben wie ich es höre: „Marchaba“ heißt zum Beispiel „Guten Tag!“; „Zalom“ heißt „Tschüss“; „Amme“ heißt „Arbeit“; „Dschowall“ heißt „Handy“. Die zwischenmenschliche Barriere wird immer kleiner. Unsere beiden Dozenten sind sympathetische, kluge und offene junge Männer. Sie erzählen viel über die Sprachbarrieren und welche Probleme daraus erfolgen. Am Anfang war es am Schlimmsten. Das Aufnahmeverfahren; die erste Unterkunft; all die offenen Fragen, die sie niemanden stellen konnten. Die vielen Behördengänge; das nie Alleinsein in der Massenunterkunft; das Ringen um Sprachkurse; das Langweilen, weil sie nicht arbeiten durften.

Warten – das ist derzeit ihr „Job“. Gerne würden sie arbeiten.

Die Männer haben eine Chance; sie sind gebildet. Einer ist Journalist; ein anderer schreibt hobbymässig. Er hat einen PC. Ein Dritter war zuletzt in Dubai als Controller tätig gewesen (sein Business-Englisch ist deutlich wahrnehmbar), bevor er seine Familie aus dem heimischen Krieg nach Deutschland brachte. Zwei Filmemacher sind auch da. Bei ihnen allen herrscht Krieg in den Heimatländern. Sie dürfen bleiben, vielleicht für immer. Allesamt interessante Menschen, denen ich gerne wieder begegnen werde.

Aber sie, sie werde ich nicht wiedersehen können: Angelina mit ihren vier Kindern, die in Kürze in ihre Heimat ausgewiesen wird, wo sie nach albanischen Vendetta-Regeln mit tödlichen Racheakten zu rechnen hat. Die Spielteilnehmer sehen mich – mich, die sonst tatkräftige Kämpfernatur – noch zweimal emotional werden. Diese Familie ohne Vater hat keine Chance in ihrem alten Dorf. Werden Sie der Blutrache zum Opfer fallen? Oder gibt es einen Ausweg für sie?

Der Begriff „Manager-Krankheiten“ wurde in den 1950er Jahre definiert und vor allem für stressbedingte Herz-Kreislauf-Probleme von Führungskräften genutzt. Heutzutage wird häufiger vom „Burnout“ gesprochen, der überwiegend psychische Krankheits-Symptome umfasst. Doch was ist, wenn nicht alleine Stress und Druck daran Schuld sind? Gibt es vielleicht ganz andere Ursachen?

Mein Labor-Ergebnis aus 2014 hat mir die Augen geöffnet und klingt nach DER Erklärung für alles! (geschrieben 03/2014, ergänzt 03/2017)

Stress-Symptome? Doch der Grund ist etwas anderes …

Manager arbeiten Abends oft, wenn nicht sogar regelässig, länger als andere und viele auch an den Wochenenden. Sie sehen selten die Sonne und haben kaum Zeit für Sport … Bei mir zeigten sich vor einigen Jahren folgende Symptome:

  • totale Erschöpfung und Antriebslosigkeit (zunächst 2012 als Burnout diagnostiziert)
  • Tinnitus (Ursache lt Diagnose: Stress)
  • Hochsensiblität / massive Geräuschempfindlichkeit
  • Stimmungsschwankungen, oft gereizt
  • massive Schlafprobleme (aufgrunddessen war ich 2012 monatelang krankgeschrieben)
  • Konzentrationsmangel u. Müdigkeit am Tag
  • niedriger Blutdruck und Schwindel (viele haben eher Bluthochdruck)
  • Wadenkrämpfe und nervöses Augen-Lid-Zucken
  • kurzfristig: Schmerzen in Gelenken und Muskeln

weitere Symptome sind:

  • Depressionen
  • Schmerzen in Rücken und Knien (ursächlich soll i.d.R. Bewegungsmangel sein)
  • Skoliose, Rippenschwellungen
  • Herzrythmusstörungen
  • etc

Wegen dem Tinnitus und der Burnout-Symptome haben mich diverse Fachärzte total “auseinander genommen” – und nichts gefunden. Laut Blutbild war ich immer absolut gesund.

Die Beschwerden kamen vermeintlich vom Stress.

Im Herbst 2014 war ich mit meiner Tochter beim Kinderarzt und erzählte dem von meinen Muskel- und Gelenkbeschwerden – so nebenei. Seine Arzthelferinnen nahmen mir Blut ab. 5 Tage später erfuhr ich: Alles ist in Ordnung, außer eines: Der Vit. D-Wert lag laut Labor bei nur 12 ng/ml. Gut wären 50 Nanogramm je Milliliter. Viele halten einen Wert von 20 bis 30 Nanogramm / ml noch für ausreichend. Andere Fachleute meinen, der Wert müsste deutlich stetig über 60 ng/ml liegen.

Alles, was unter 20 ng liegt, wird i.d.R. als Mangel eingestuft und kann die zuvor genannten Krankheitssymptome hervorrufen.

War das der Grund für Tinnitus und Burnout?

Vitamin D3 ist ein Hormon, schreibt die Habichtswaldklinkik (Quelle der folgenden Absätze) Evolutionsbiologisch gehört Vitamin D wohl zu den ältesten Hormonen. Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Beiträge zu dieser Substanz. Immer deutlicher wird dabei deren Bedeutung für unseren Stoffwechsel.

Betrachtet man die Stoffwechselwege von Vitamin D3, wird schnell deutlich, dass es sich gar nicht wirklich um ein Vitamin handelt. Ein Vitamin kann definitionsgemäß vom Körper selbst nicht hergestellt werden. Vitamin D kann jedoch von unserem Körper selbst hergestellt werden und entfaltet neben der Regulierung des Kalziumhaushaltes eine hormonartige Wirkung an spezifischen Rezeptoren vieler Körperzellen.

Etwa 90% des Vitamins wird mit Hilfe des Sonnenlichts hergestellt („Sonnenvitamin“).

Fakt ist: Viele Manager, all die, die viel, viel Arbeiten und keine Zeit für Freizeit in der Sonne haben, dürften unter D3-Mangel leiden. Und: Wir können den Bedarf allein über unsere Nahrung NICHT decken. Sonnenstahlung ist dafür notwendig oder Nahrungsergänzungsmittel.

Natürlich können andere Grunderkrankungen, z.B. Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, die Vitamin D-Aufnahme vermindern oder ganz andere Ursachen die oben genannten Symptome hervorrufen.

Mir hat es massiv geholfen!

Noch bevor ich ein Rezept für die notwendige hohe Dosierung (20.000 i.E.) hatte, holte ich mir für 4,40 € freiverkäufliche Vit.D-Tabletten (mit 1.000 i.E.). Ich nahm 5 Stück. Am nächsten Tag nochmal – und dann waren meine Gelenkbeschwerden und Muskelschmerzen weg. Einfach weg. Meine Laune hat sich auch gebessert – als Chef bin ich jetzt erträglicher …

Vitamin D + K

NEU – in 2017-03 hinzugefügt: Nach jüngsten wissenschaftlichen Berichten soll Vitamin D zusammen mit Vitamin K eingenommen werden. Vit. K  sorgt dafür, dass Calcium vom Blut dorthin gelangt, wo es hinsoll: z.B. in die Gelenke, um Arthritis vorzubeugen. Es hindert das Calcium im Blut daran, sich als tödliche Plaque in den Arterien festzusetzen und hält so die Gefässe sauber. (Quelle  www.zentrum-der-gesundheit.de)

Diagnose?

Sollten Sie Symptome haben, die zum Vitamin-D-Mangel passen und untersuchen lassen wollen: Die Krankenkassen (auch private) bezahlen so eine Blutuntersuchung NUR, wenn Beschwerden konkret darauf hinweisen.

Bitte beachten Sie:

Dieser Erfahrungsbericht der Autorin stellt keine medizinische Beratung dar und kann den Rat von Ärzten und Apothekern keinesfalls ersetzen. Bitte befragen Sie den Arzt und/oder Apotheker Ihres Vertrauens dazu!

Quellen für Fachinfos waren: Dt. Ges. f. Ernährung und die Infoseite dieses Orthopäden (z.B. Symptomliste)

Eine Story in Briefform …

Lieber Herr K (Werkstattleiter und Meister) vielleicht lesen Sie das mal?

  • Wenn ein Festnetz-Telefon nicht geht – prüft der Profi als erstes die Kabel
  • Wenn ein PC keine Internetverbindung bekommt – prüft der Profi als erstes die Kabel
  • Ich bin zwar kein Techniker – aber … Was prüfe ich zuerst, wenn ein elektrisches Gerät nicht funktioniert? Die Kabel!!

Juni 2012: Ich hatte Ihnen mein Auto zwecks Hauptuntersuchung / TÜV-Prüfung gebracht. Sie bringen es mir wieder – mit erhaltener Plakette / nur kleinen unwichtigen Mängeln. Freudig fahre ich los – aber ups?

Das Auto fährt irgendwie komisch … ich rufe Sie an und sage: „Was habt Ihr mit meinem Auto gemacht? VOR der HU lief es super. Hat der TÜV-Mensch vielleicht zu sehr an einem Kabel gezogen?“

Nun: Sie lachen und meinen: „Ach was, die sind ganz vorsichtig. So etwas passiert nicht! Der Grund muss woanders liegen Wir schauen mal …!“ Ich sage: „Ach ja? Meines Wissen stochern die überall herum und so – sind nicht besonders zimperlich…“ (Als Tochter einer KFZ-Meister-Familie väterlicher Seits stand ich schon häufiger mal in der Werkstatt ..)

Lieber Herr K., ich brachte Ihnen mein Auto wieder, Sie suchten das Problem, finden aber nichts und meinen, garnichts zu bemerken. Was ich denn hätte? Das Auto fährt doch gut.

Sommer, Sonne, Ferienzeit – ich will mit Auto und Wohnwagen in den Urlaub. Ich fahre …

… mein Auto verhält sich „unruhig“. Mein 6Zylindriger alter Geländewagen wirkt kraftlos, nimmt oft das Gasgeben nicht an und irgendwie nicht in Wallung. Am Sonntag, dem 19. August und wärmsten Tag des norddeutschen Sommers gibt mein Auto auf.

Nach 7 oder 8 Reparaturversuchen  Ihrerseits und meiner wiederkehrenden geäußerten Vermutung, dass es vielleicht doch ein Kabelproblem ist – IST ES EIN KABELPROBLEM!

14. September: SIE haben es tatsächlich geschafft, nach 3 ( drei ) Monaten festzustellen, dass ich mit meiner Vermutung recht hatte: Ich sage nur Kabel, Kabel, Kabel und:meine Vermutung stimmte!

Herr K, wissen Sie, was Sie mir angetan haben?

Ich brachte Ihnen mein Auto vorsorglich zur Hauptuntersuchung – damit ich in Ruhe ohne Sorge den neu erworbenen Wohnwagen fahren kann. Konnte ich aber NICHT. Weil im Juni in Ihrer Werkstatt irgendwer an einem Kabel gezogen hat und sie etwas Falsches repariert haben.

  • Sie tauschten 3 oder 4mal? die Zündspulen.
  • Sie wechselten xmal die Zündkerzen aus.
  • Sie fuhren geschätzte 15x Probe
  • Sie lasen unzählige Male auf dem elektronischen Wege die Fehlermeldungen aus
  • Sie überlegten und überlegten …
  • Herr K – Sie sind der einzige, der NIEMALS – nicht 1x – hörte oder spürte, wie das Auto fuhr. Nämlich auf 5 Zylindern anstatt auf 6.

Ihr Chef und ich, ja wir spürten und hörten, wie der Motor lief. Meine Tochter fand unseren „Trecker“ ganz lustig – sie meinte, von ihr aus könne das so bleiben.

Herr K. – wissen Sie, wie das für mich war?

  • Ich fuhr kaum einen (1) Tag in diesem Sommer, ohne Sorge.
  • 100derte Male ging mir mein Auto – mit und ohne angehängten Wohnwagen – fast aus. Wenn der Motor ausgeht, kann ich nicht mehr richtig bremsen und lenken. Eine riesige UNFALLGEFAHR!
  • Ich war gestresst, genervt, manchmal krank vor Sorge (mit Kind im Auto, bei Stau und Hitze und kaputten Auto …)
  • mehrere Wochenenden haben wir nichts unternommen, weil Sie mir rieten, dass defekte Auto nur wenn notwendig zu fahren-> Sie haben uns einen großen Teil des Sommers geraubt.
  • ich lief zufuss – weil mein Auto bei Ihnen in der Werkstatt war
  • ich sagte Termine ab, ich terminierte um…
  • ICH HATTE DEN STRESS

Diesen Stress hatte ich, weil Sie Herr K – der Fachmann – monatelang versuchten, das falsche und vor allem immer das gleiche zu reparieren (Zylinderspulen, Zündkerzen). DABEI wusste ich von Anfang an: Es war ein Kabel.

Wie Sie dann nach 3 Monaten endlich selbst rausfanden: Ein Kabel am Kabelbaum, der die Motorsteuerung versorgt, war rausgezogen …

Das hätten Sie in Sekunden anstatt Monaten reparieren können. Sekunden!

  • Wenn ein Festnetz-Telefon nicht geht – prüft der Profi als erstes die Kabel …
  • Wenn ein PC keine Internetverbindung bekommt – prüft der Profi als erstes die Kabel
  • Ich bin zwar keine Techniker, aber … was prüfe ich zuerst, wenn ein elektrisches Gerät nicht funktioniert? Die Kabel!!
  • Und Sie Herr K? Prüfen die Kabel in einer Lastsituation erst nach 3 Monaten …

Wenn Sie mich nochmal fragen, wie wir uns mit der Rechnung einigen wollen, fragen Sie sich besser, wieviel Schadensersatz ich haben möchte!!!

 

Campen? Ich? Niemals. Dachte ich zumindest. Aber nur solange, bis wir keinen Garten mehr hatten. Der Balkon meiner Eigentumswohnung an der Straßenfront war kein Ersatz – ich vermisste das “Draußen-sein”. Kein Grün, kein ruhiger Platz zum Sonnen und Lesen, kein Freiraum für mein Kind. Fürchterlich. Also ziehen wir los, um einen Wohnwagen zu kaufen. Wir sind die achtjährige Sofie und ich, ihre 44jährige Mutter.

Für mehr Urlaubsgefühl starte das Meeresrauschen!

Nach einigen Dramen und Betrugsversuchen fanden wir einen “Knaus 450″ und wollten sofort los. Sofort! Wohin? An meine geliebte Ostsee natürlich, erst einmal nach Mecklenburg-Vorpommern. Meine Eltern begleiteten uns in ihrem Wohnmobil. Natürlich hatte ich vorher im Internet nach guten Plätzen recherchiert. Allerdings fehlten mir Erfahrungswerte: Worauf muss ich achten? Was ist wichtig bei den Bewertungen?

Dank meiner Unerfahrenheit landen wir auf einem 3-Sterne-Campingplatz namens „Liebeslaube“ unweit von Wismar.

Grün. Es ist Anfang Juni und es ist alles Grün.

Satter Rasen empfängt unsere Fahrzeuge; meine Tochter stürmt los und erkundet die Gegend. Es gibt klare Grenzen für sie: nicht alleine an den Strand und aufpassen wegen des An- und Abreiseverkehrs. Ansonsten findet meine wilde Hummel hier grenzenlose Freiheit. Spielplätze. Rasenflächen. Strand und Meer und viele, viele andere Kinder. Perfekt.

Und ich? Ich kopple meinen circa 900 kg schweren Wohnwagen ab. Zum Glück eilen Nachbarn zur Hilfe und schieben ihn an Ort und Stelle – jeder hilft hier jedem. Beim Herunterschrauben der Wohnwagenbeine muss ich geduldig sein … Und dann zeigt „Opa“ mir den Rest: Wie ich zum Beispiel den Stromanschluss legen muss. Was schwierig wird, da der Verkäufer ein Adapter-Kabel einfach herausgenommen hat. Meine Eltern leihen mir eines. Was bin ich froh, dass sie dabei sind!

Außerdem brauche ich Wasser – ach herrje.

Gießkannen habe ich; damit fülle ich die Wassertanks. Da die „Liebeslaube“ eben ein 3-Sterneplatz ist, gibt es hier keine direkte Versorgung am Stellplatz. Heißt in Zukunft: Comfortplätze buchen! Mit Wasser und Abwasser am Platz. Jetzt muss ich über die Wiese laufen, um Wasser zapfen zu können. Da ich das als sportliche Übung betrachte, stört mich das nicht. Aber: Mit fehlt etwas. Ein Abwasserbehälter. Den kann ich mir im Shop auf dem Platz besorgen – wenigstens einen Eimer. Den stelle ich unter das Abwasserrohr des Wohnwagens.

Meine Herren: Ist das eine Arbeit!

Wie einfach meine Eltern es mit ihrem Wohnmobil, auch Reisemobil genannt, haben. Parken, Strom anschließen und Wasser holen – fertig. Nichts mit Abkuppeln, Schieben, Kurbeln, Abwasserschleppen und so. Dafür sind sie teurer in der Anschaffung. Doch gleicht sich das wieder aus, denn es gibt für Reisemobile oft günstige Kurzzeitplätze mit Pauschalpreisen ab 10,- EUR/Nacht mit 2 Personen. „Richtige“ Campingplätze kosten mehr. Für mein Kind und mich bezahle ich auf der „Liebeslaube“ mit Duschmünzen, Extra-Parkplatz fürs Auto, etc. rund 25,- EUR am Tag.

Für einen 3-Sterneplatz, dessen sanitäre Anlagen zwar sauber aber einfach sind, ist das teuer – lerne ich in der Zukunft. Denn ich werde den ganzen Sommer über selten mehr bezahlen, obwohl ich danach nur noch auf 4- und 5-Sterneplätze gehe. Also solche, die im Bereich der sanitären Anlagen mindestens 4-Sterne haben. Denn das ist mir wichtig: Saubere WC`s und ausreichend große Duschen, wo Sofie und ich zusammen hineinpassen, ohne uns wegen Platzmangel zu quälen. Oft gibt es auch etwas fürs Auge: ein ansprechendes, modernes Bad-Design.

Die schönsten Sanitäranlagen habe ich auf dem “Feriencamp Börgerende” nahe Heiligendamm gesehen.

Pause!

Nachdem der Wohnwagen fertig aufgestellt ist, komme ich zur Ruhe – auf der “Liebeslaube” und später überall, auf allen Plätzen. Wo ist eigentlich meine Tochter? Ach, dahinten sehe ich sie. Sie spielt und tobt mit anderen Kindern über den Platz. Es fällt mir schwer, von meinem Stress runterzukommen und einfach nichts zu tun. Meine Eltern sitzen schon gemütlich da. Meine Mutter lesend im und mein Vater vor dem Reisemobil am Klapptisch. Er schaut entspannt den Kindern zu.

Neugier und Bewegungsdrang treiben mich an den Strand.

Die Touristenplätze sind weit hinten; also gehe ich 3-4 Minuten über begrünte und geschotterte Wege an den Dauerplätzen vorbei und rieche schon die Meeresluft. Herrlich. Einfach herrlich!

Mit einem Sprung überwinde ich die Uferböschung und stehe am Strand. Am Strand! Der Strandabschnitt ist hier schmal, wie so oft an der Ostsee. Wie so oft in den neuen Bundesländern ist die Küste naturbelassen und biotopisch gesund. Das heißt, sie ist grüner als in SH. Die Bauern duften nicht so weit abholzen und die Felder nicht so nahe am Strand anlegen. Bäume und Sträucher säumen die Küste; Gräser wachsen oft bis ans Wasser. Ach ja, das Wasser. Das ist hier schön flach. Gefahrlos für Kinder. Hier können sie stundenlang „keschern“ und planschen.

Wenig Steine, wenig Algen und ein atemberaubender Ausblick!

Es gibt einen auffallenden Unterschied zwischen den Küsten: die Blickrichtung. In Schleswig-holsteinisch (SH) in der Lübecker Bucht usw. ist der Strand Richtung Süd-Ost ausgerichtet. In Mecklenburg-Vorpommern (MVP) sind die Strände öfter nach Nord-West ausgerichtet. Nun mag man denken, die Süd-Ost-Ausrichtung ist besser… Aber: Ich für meinen Teil bin Hobby-Fotograf. Als solcher achte ich aufs Licht. Und da die Farben, gerade die Farben des Meeres, kräftiger sind und stärker leuchten, wenn die Sonne im Rücken des Fotografen steht, ist die Ostsee in MVP in schöneres Licht getaucht. Denn dort scheint die Sonne vom Festland zum Meer. Ja, am Abend schließt sie ihre Augen sogar darüber, sodass es farbenfrohe Sonnenuntergänge gibt.

Dieser Sommer lehrt mich einiges!

Nicht nur über Lichtverhältnisse und Sanitärhäuser. Nein, der Sommer lehrt mich auch viel über defekte Technik am Wohnwagen und deren Reparatur (selbst ist die Frau). Über schmale Straße, Geschwindigkeitsbegrenzungen und über die Bedeutung von individuellen Bewertungen von Campingplätzen*. Und ich lerne viel über Menschen. Über tolle Bekanntschaften, die dennoch meistens flüchtig sind. Und vieles mehr. Und ach ja: Ich komme trotz allem zur Ruhe. Egal wo ich bin: vor mir ist Grün oder Meeresblau; viel Platz zum Spielen für die Kinder und ich kann frei atmen! Atmen. Atmen. Atmen. Mich an der frischen Luft bewegen oder einfach nur entspannen. Ja, hier bin ich Draußen – und das liebe ich.


Ergänzende Infos:

Campingplätze werden bewertet vom:

ADAC sowie ECC Campingführer, vom DTV/BVCD (Dt. Tourismusverband) und Privatpersonen auf Internetplattformen wie www.Camping.info

Folgende Kriterien spielen dabei eine Rolle:

  • Beschaffenheit der gesamten Geländes
  • Sanitäre Anlagen
  • Ausstattung der Urlauberplätze
  • Service + Angebote
  • Freizeitaktivitäten

* Hinweis: Gästebewertungen auf Portalen müssen richtig gedeutet werden!

Beispiel:Vergibt ein Jugendlicher nur 2*, weil die Nachtruhe eingehalten wird, ist ein Schlafbedürftiger dankbar über die Einhaltung der Ruhezeiten und würde vielleicht 5* dafür vergeben. Heißt: Lesen Sie genau. Wer sagt was?

Hersteller und Kaufpreise:

Ein gebrauchter WohnWAGEN (auch Caravan genannt) in gutem Zustand und halbwegs modernem Design ist ab 5tsd Euro zu bekommen; billigere Gebrauchte gibt es natürlich auch. Neue WohnWAGEN kosten ab 12tsd Euro aufwärts. Vergleichsweise muss das Portemonnaie für WohnMOBILE weiter geöffnet werden: Für gute Gebrauchte, ein paar Jahre alt, sind mindestens 15tsd zu zahlen; für neue Reisemobile müssen meist mehr als 40tsd Euro hingeblättert werden. Luxus kostet halt Geld. Wenig Arbeit ist luxuriös. Siehe z.B. hier: www.mobile.de

Viele Hersteller bieten Reisemobile und Caravans an. Firma Bürstner, Dethleffs, Fendt, Hobby, Knaus, LMC, Tabbert und Wilk sind die Gängigsten in Deutschland.

Campingplätze-Empfehlungen der Autorin:

In SH: „Rosenfelder Strand“ bei Dahme und „Kagelbusch“ in Bliesdorf vor Grömitz sowie “Prinzenholz” bei Eutin und “Spitzenort” am Plöner See.

In MVP: Ferienpark „Zierow“ gegenüber der „Liebeslaube“ nahe Wismar (bester Strand für Kinder, da lange flach) und Campingpark Kühlungsborn, sowie das o.g. “Feriencamp Börgerende” bei Heiligendamm.

Preise: SH ist etwas teurer als MVP. Aber grundsätzlich ist Campen in Deutschland auffallend günstig, im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wie Dänemark oder Niederlande.