Am 23. Mai 1949 – also vor 70 Jahren – wurde das Grundgesetz als vorläufige Verfassung erlassen und trat zum Ablauf des Tages in Kraft. Doch welche Bedeutung hat manch ein Paragraf darin heute?

Gestern Abend lief u.a. im ARD ein Film über die Entstehung des Grundgesetzes. Die Juristin Elisabeth Selbert kämpfte darin für den Satz: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“. Was wäre gewesen, hätte es in den Nachkriegsjahren nicht mehr Frauen als Männer in Deutschland gegeben? Hätte dieser Satz dann die Mehrheit erlangt? Ich überlegte, ob ich heute darüber etwas schreiben sollte. Aber: Ich vertiefe das Thema nicht, denn:

Gleichberechtigung ist eine Selbstverständlichkeit und es ist lächerlich, diese infrage zu stellen.

Wer wie ich, seit vielen vielen Jahren, sowohl typisch männliche wie auch typisch weibliche Rollen im Leben „spielt“ (wie die Frauen, die damals nach dem Krieg das Land wieder aufbauten und dafür selbstredend auch „Männerarbeit“ machten), für den ist Gleichberechtigung logisch, und jede andere Meinung oder Handlung schlichtweg dumm. Ich mag auch das „Gendern“ in Texten nicht – Arzt ist Arzt, Schüler ist Schüler und nicht SchülerInnen, ebenso wie Katzen nicht Katzen und Kater sind. Ich bin Autor, ein weiblicher eben.

Über manche Details im Zusammenhang mit Gleichberechtigung (z.B. in der Umsetzung manch einer Relgionsfrage) sollte ich im Internet auch nicht schreiben, weil ich weiß, dass deshalb ein Shitstorm über mich hereinbrechen oder ich bedroht werden könnte – ich behalte also die eine oder andere Meinung für mich.

Meinungsfreiheit? Kann also doch nicht jeder sagen, was er möchte?

Früher war es einfach: Am Kaffeetisch oder beim Bierchen saßen Menschen beieinander, wenn sie ihre Meinung über Etwas oder Jemanden sagten. Reaktionen von ihren Gesprächspartnern sahen sie sofort in den Augen oder der Körperhaltung. Wer zu vehement seine Meinung vertrat oder jemanden herabwürdigte, musste schon einmal mit Wortgefechten und Handgreiflichkeiten rechnen – heutzutage ist das anders – „soziale“ Medien machen es möglich. Zügellosigkeit, verbale Totalausfälle, sind hier „normal“.

Was richtet das an?

Wie sehr wird die persönliche Ehre verletzt, wenn jemand für seine Meinung oder als Person beschimpft, beleidigt und herabgewürdigt wird? Was sich zum Beispiel Politiker alles gefallen lassen müssen … Während im wahren Leben die meisten Menschen absoluten Respekt vor Führungskräften haben und viele, viele es niemals wagen würden, zum Beispiel unsere Bundeskanzlerin persönlich und direkt zu beleidigen, so tun sie es in Massen auf den „sozialen“ Netzwerken. Das teilweise in so heftiger Form, dass einem als Leser die Spucke wegbleibt. Fachbegriffe in dem Umfeld sind: HateSpeech und Cybermobbing sowie Shitstorm

Shitstorm [ˈʃɪtstɔɹm] (zusammengesetzt aus englisch shit „Scheiße“ und storm „Sturm“) bezeichnet im Deutschen das lawinenartige Auftreten negativer Kritik gegen eine Person oder ein Unternehmen im Rahmen von sozialen Netzwerken, Blogs oder Kommentarfunktionen von Internetseiten bis hin zur Schmähkritik. (Quelle: Wikipedia.org).

Persönlichkeitsverletzungen sind in den „sozialen“ Netzwerken normal geworden, aber deshalb noch lange nicht richtig.

„Eine wesentliche Gewährleistung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts ist der Schutz vor Äußerungen, die geeignet sind, sich abträglich auf das Ansehen der Person, insbesondere ihr Bild in der Öffentlichkeit, auszuwirken. Das allgemeine Persönlichkeitsrecht schützt die Person insbesondere vor verfälschenden oder entstellenden Darstellungen, die von nicht ganz unerheblicher Bedeutung für die Persönlichkeitsentfaltung sind (BVerfG, Beschluss vom 25.10.2005, Az. 1 BvR 1696/98).“ schreibt RA-Putte in seinem Blog zum Beispiel.

Andere Menschen in Misskredit zu bringen, ist nicht erlaubt. Beleidigungen und herabwürdigende Äußerungen können laut Strafgesetzbuch Folgen für die Täter nachsichziehen. Theoretisch. Praktisch? Scheinen solche gesetzlichen Regelungen in Vergessenheit geraten zu sein – die sozialen Netzwerke sind voll von Herabwürdigungen und Beleidigungen.

Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Medienanstalt NRW zeigt, wie „normal“ Beleidigungen im Netz geworden sind.

Wird so ein Verhalten zur Gewohnheit und überträgt sich aufs echte Leben?

Fernseh- und Online-Zuschauer konnten z.B. @Simii_Kowalski bei #GNTM sehen, welche hinter den Kulissen vor laufender Kamera extrem gemobbt wurde – und seelisch fast zerbrach. Wie sehr sie darunter gelitten hat, konnte die ganze Welt verfolgen. Warum geschah das? Aus Eifersucht und Neid? Weil sie ein Profi ist, die Anderen nicht? Die meisten Jobs bekam? Trotz Hochsensiblität und häufiger Angst immer wieder die Kurve kratzte und trotz Allem immer ablieferte? Ihr Mut und ihre Kraft ist zu bewundern und das Verhalten der anderen „Mädchen“ war einfach nur abscheulich. Unglaublich ist, dass der TV-Sender das in der heftigen Form solange zugelassen hat.

In der oben gezeigten Statistik ist leicht erkennbar, dass insbesondere junge Menschen zwischen 14 und 24 Jahren mit Hate Speech jede Menge Erfahrung haben. Werden sie zu einer dahingehend abgebrüten Generation? Sind sie längst daran gewöhnt, verbal einzustecken und auszuteilen?

Interessant ist, dass Menschen mit Pseudonym, die ihren wahren Namen und ihr wahres Gesicht in den „sozialen“ Netzwerken verbergen, verbal ganz besonders ausholen und keine Hemmungen mehr zu haben scheinen. Anonymität macht also hemmungslos? Wer nicht identifiziert werden kann, haut also einfach alles raus? Ob dabei die persönliche Ehre und/oder die Persönlichkeitsrechte der Beschimpften missachtet werden, ist dann egal?

Wollten die Gründer der sozialen Netzwerke das? Haben Sie geahnt, dass das Recht auf Informations- und Meinungsfreiheit so ausartet und schlichtweg missbraucht wird?

Spannend wird es dann, wenn du Menschen, die dich über „soziale“ Netzwerke beschimpft, beleidigt oder ganz subtil herabgewürdigt haben, danach im echten Leben begegnest. Besonders zu beoachten in der Lokalpolitik. Beispiel: In einer Facebookgruppe, deren Administrator ich bin, geht es um lokale Themen in der Gemeinde. Um die zukünftige Entwickung der Stadt, um Interessen und Engagement der Bürger, um Meinungen – zu Allem und Nichts. Hier wird vieles gesagt, wie es gemeint ist – Auge in Auge würde davon vieles niemals geäußert werden! Tatsächlich ist es mir persönlich schon mehrfach passiert, dass jemand der mich eigentlich mag, sich auf Facebook subtil oder direkt herabwürdigend geäußert hat und mir dann nicht in die Auge sehen konnte, als ich ihm auf der Straße begegnet bin.

Auffallend ist, dass Diskussionen in den „sozialen“ Medien immer und immer wieder von Sach- zu Personenthemen werden. Sobald echte Argumente fehlen oder die von Anderen nicht wiederlegt werden können, ufert die Diskussion aus. Dann beziehen sich auffallend viele Kommentare plötzlich auf Personen, anstatt aufs Thema. Natürlich kennen wir das auch aus dem echten Leben. Aber: es ist etwas Anderes, wenn am Kaffeetisch im kleinen Kreis über Personen gelästert und sie herabgewürdigt werden, als wenn die Verbreitung solcher Meinungen und Informationen – oft schlichtweg erfundenden  – im Internet veröffentlicht werden. Denn: Im Internet lesen viele, wenn nicht sogar Tausende mit – Informationen verbreiten sich in Sekunden. Ware wie erfundene.

Dabei beherrschen manche Kommentatoren eine sehr ausgefeilte Form subtiler Herabwürdigungen.

Mit großem Feingefühl überlegen sie sich differenzierte Kommentare, die einzelne Personen erniedrigen, wertlos machen oder in einem anderen Licht darstellen. Anderen Lesern fallen solche intelligent-geplanten Kommentare nicht auf und nehmen nicht wahr, was für ein Spiel dort läuft. Allerdings verstehen sie die Botschaft, die die Kommentatoren vermitteln wollten und bekommen ein negatives oder falsches Bild von der Person, die sich dagegen kaum wehren kann.

Plötzlich sind alle „Öffentliche Personen“ – viele zerbrechen daran.

Öffentliche Personen, wie Politiker zum Beispiel, müssen sich ein wenig mehr gefallen lassen als Privatpersonen. Zum Beispiel müssen sie damit leben, dass auch mal unvorteilhafte oder missdeutige Fotos ebenso wie „verdrehte“ Informationen veröffentlicht und verbreitet werden. Das gilt quasi als Berufsrisiko und wird i.d.R. vor Amtseintritt auf persönlicher Ebene einkalkuliert – ein innerer Schutzwall kann aufgebaut werden. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass ein hochkarätiger Politiker oder Prominenter genug Selbstbewusst hat, um Shitstorm ertragen oder ihn „sportlich“  nehmen zu können.

Doch wie ist das mit all den jungen Instagram- und Youtube-Sternchen? Wie fühlt sich der normale Bürger von nebenan, wenn er völlig unerwartet von Anderen verbal zerfetzt wird? Wenn er mit einem Mal im öffentlichen Raum des Internets beleidigt oder herabgewürdigt wird? Wie kann es sein, dass ganze Menschenmengen über einen Kommentator verbal herfallen, nur weil er seine eigene – sachliche – Meinung gesagt hat?

Wir alle, die im Internet unterwegs sind, sollten über solche Fragen nachdenken und für Ethik in den sozialen Netzwerken sorgen – denn: sozial sind sie schon lange nicht mehr. Ein Stück weit sollten wir Moralapostel werden!


Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, Art 5

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.

(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.


Foto-Montage: #SBraunSpeck mit Fotos von Pixabay, Social Networks: Geralt und ängstliche Frau: TBHeinz

Startup-DNA. Hinfallen, Aufstehen, die Welt verändern.

In seiner Autobiografie erzählt Frank Thelen (43j) – Deep-Tech-Investor und TV-Star –  von einem bewegten Leben mit Hoch und Tiefs als Unternehmer, seiner zweiten Karriere als Juror bei „Die Höhle der Löwen“, sowie von Technologien der Zukunft. Was kommt da auf unsere Gesellschaft zu? Warum wurde dieser Mittelschichts-Junge so erfolgreich?

Das Buch ist am 27. August 2018 vom Hamburger Murmann Verlag herausgegeben worden und als Print- und E-Book* erhältlich. Es hat rund 285 Seiten mit 21 Kapiteln. Fachbegriffe werden zwischendurch erklärt und Fotos von ihm und seinen Wegbegleitern gezeigt.

Ein Buch für Unternehmer und solche, die es werden wollen.

Das Buchcover ist schlicht in Blaugrün gehalten und zeigt den gestandenen Unternehmer und TV-Star in jugendlicher Frische, als hätten seine Erlebnisse mit jahrelangen 70-Stunden-Wochen und Nachtarbeit kaum Spuren hinterlassen. Ist das authentisch?

Anfangs wirkt der Schreibstil etwas aufgesetzt, wodurch der Eindruck vermittelt wird, dass Frank Thelen nicht gerne über Alltägliches spricht. Typisch für ihn, der wenig Sinn für Smalltalk hat? Mit jedem Kapitel wird seine Sprache gezielter und lebendiger: Wenn es ums Business und Technologien geht, scheint Frank Thelen auch als Autor in seinem Element zu sein!


Ist das „Unternehmer-Gen“ der Grund für seinen Erfolg?

Rezensentin Susanne Braun-Speck, tiefenschaerfe.de wollte herausfinden, warum und wie Frank Thelen „es“ geschafft hat – und warum Andere nicht.

Es klingt, als wäre Begeisterung für die jeweilige Produktidee und das Mitreißen von Investoren und/oder Kunden die wichtigsten Erfolgsfaktoren von Frank Thelen – und natürlich seine Fähigkeit, einfach loszulaufen, hinzufallen, einzustecken und – wieder aufzustehen. Welche Talente & Fähigkeiten er noch hat; also solche, die ihn so erfolgreich machen, lassen sich nur zwischen den Zeilen herauslesen. Aber: Die Autobiografie liefert interessante und lehrreiche Inhalte aus der Technikwelt von heute und morgen.

Doch vorher erzählt sie von seiner Jugend in Bonn, Skateboardfahren, Schulversagen & seinem Einstieg in die IT; vom Aufstieg und Fall seiner ersten drei Firmen; seiner Frau Nathalie sowie unerwarteten Erfolgen, Unternehmensverkäufen an Größen wie Microsoft und seiner zweiten Karriere als TV-Star in der Höhle der Löwen. Später folgen Details über Investments in Deep-Technologien und Food-Start-Ups und: Ab Kapitel 13 geht es nicht mehr um die Vergangenheit, sondern um die Zukunft. Unsere. Bei der Prognose für 2050 und der Aussicht auf „technologische Singularität“, bei der Mensch und Technologie eins sind, bekommt der eine oder andere Leser etwas Angst – was kommt da auf uns zu?

Von Fach-Chinesisch schreibt Frank (der das Duzen bevorzugt) auch, sogar viel: Auf rund 40 Seiten liefert er Einblicke in die wichtigsten Technologien, die Revolutionen vorantreiben, z.B. im Bereich Sprachsteuerung, 5G und IoT, Virtual Reality, 3D-Druck, Quantencomputer, etc. Die Themen künstliche Intelligenz (KI) und Distributed Ledgers, wozu auch die Blockchain und Kryptowährungen gehören, haben eigene Kapitel. Besteht hier die Möglichkeit, beim Lesen neue Geschäftsideen zu entwickeln? Fakt ist: Wer nicht losläuft, kommt nicht an. In Kapitel 21, dem Letzten, machen Franks Schlussworte Mut und fordern auf: Finde Deine #StartupDNA

Ende der kurzen Rezension, Download als pdf (mit 3.265 Zeichen)

Foto oben mit freundlicher Genehmigung von: freigeist.com; Bildmontage mit Spickzettel: Susanne Braun-Speck


Details zu den Inhalten einzelner Kapitel:

Skateboard-Fahren, Schulversagen & der Einstieg in die IT

Die ersten beiden Kapitel wirken sanftmütig und irgendwie normal. So normal, wie Frank Thelens Kindheit und Jugend in Bonn, wo er ab 1975 und in den 80zigern mit einer älteren Schwester aufwuchs. Im Stadtteil Bad Godesberg lernte er das Skateboard-Fahren, holte sich Blessuren, fiel oft hin und stand immer wieder auf. Sein Freizeitsport prägte ihn fürs Berufsleben und lieferte den Titel für dieses Buch.

Wegen schlechter Noten flog er vom Gymnasium; sein Informatiklehrer riet ihm von der IT ab. Er zerstörte beinahe den Familien-PC und lernte autodidaktisch, wie er ihn wieder reparieren konnte. Durch ein Praktikum und eine duale Ausbildung, sowie mit abgebrochenem Studium wurde er erst Programmierer und Gründer und infolge das, was er heute ist.

Von Aufstieg und Fall seiner ersten drei Firmen

Die folgenden drei Kapitel erzählen von den ersten drei Firmengeschichten, von 1993 bis 2008. Von der Gründung als 18-jähriger, seiner ersten Pleite und dem großen Unternehmensverkauf an Japaner. Der Leser merkt: Ab hier scheint der Autor in seinem Element zu sein – eher, als bei alltäglichen, privaten Themen. Im 6. Kapitel beschließt Frank Thelen erstmalig Investor zu werden; im nächsten geht es um Nathalie, die seine Wegbegleiterin wird und ihn heiratet – obwohl er bis dahin ein Nerd ohne Freundin war.

Er investierte als Erstes in „Wunderlist“, wofür Microsoft später mehr als 100 Millionen US-Dollar zahlte. Aber Frank Thelen gründete auch wieder selbst: Doch nicht immer erfolgreich. Er scheiterte mit DOO an den Gewohnheiten der Menschen. In Nachgang lieferte er aber wieder die beste APP am Markt.

Die Höhle der Löwen – fast alle rieten ihm davon ab, bei der TV-Show mitzumachen.

Zeitgleich mit dem Niedergang von DOO startet Franks Thelens TV-Karriere. Im 10. Kapitel seines Buches findet ein Ausflug in die Welt der Medienmacher statt: Er erzählt von seinem Werden in „Die Höhle der Löwen“ ( #DHDL ) und den Start-Ups, in die er investierte. Hier war er „Greenhorn“ und lernte viel Neues: Über das TV- und das Lebensmittel-Business. Auf alle Mitglieder seiner Food-Family geht er kurz ein und verrät, was sinnvoll klingt (Zitat):

Die beste Voraussetzung für ein Startup ist es, wenn die Gründer eine Lösung für ein persönliches Problem entwickeln.

Frank Thelen entdeckte natürlich auch ein Kern-Problem seiner Food-Family-Mitglieder: Das betraf die Logistik. Entsprechend gründete er „Xentral“, eine Softwaretechnologie, die die Logistikprobleme all der Food-Startups löst.

Investments in Deep-Technologien & Food-Start-Ups

Oft scheint Hochmut im Spiel zu sein, was in Wahrheit aber echte Begeisterung für das jeweilige Produkt ist. Das zeigt sich auch im Schreibstil: Ab Kapitel 12, in dem es um die heutige Beteiligungsgesellschaft „Freigeist“ geht und infolge um Disruptionen* der Vergangenheit und Zukunft: Da fühlt der Leser den Frank-Thelen-Innovationsgeist und sein Unternehmern-Gen durch die Worte und sieht mit seinen Augen, wohin Digitalisierung und Disruptionen* unsere Gesellschaft führen können.

* ist im Buch erklärt und online

Spätestens ab Kapitel 13 geht es nicht mehr um die Vergangenheit, sondern um die Zukunft. Unsere.

Das größte Investment von Frank Thelen fand 2015 statt: In Lilium Aviation aus München, deren „fliegendes Auto“ -> der Lilium-Jet erstmalig im April 2017 abhob. Dazu fiel mir, der Autorin dieser Rezension, ein Zitat von Albert Einstein ein:

„Eine wirklich gute Idee erkennt man daran, dass ihre Verwirklichung von vorn herein ausgeschlossen erschien.“

Bei der Prognose für 2050 und der Aussicht auf „technologische Singularität“, bei der Mensch und Technologie eins sind, bekommt der eine oder andere Leser etwas Angst – was kommt da auf uns zu?

Von Fach-Chinesisch schreibt Frank auch, sogar viel: In Kapitel 15, 16 und 17 liefert er auf rund 40 Seiten Einblick in die wichtigsten Technologien, die Revolutionen vorantreiben, z.B. im Bereich Sprachsteuerung, 5G und IoT, Virtual Reality, 3D-Druck, Quantencomputer, etc. Den Themen künstliche Intelligenz (KI) und Distributed Ledgers, wozu auch die Blockchain und Kryptowährungen gehören, haben eigene Kapitel.

Besteht hier die Möglichkeit, beim Lesen neue Geschäftsideen zu entwickeln? Bestimmt. Details stehen im Buch 😊 Ebenso wie Links zu weiteren Informationen auf Franks Website (https://frank.io)

In Kapitel 18 geht es um die jüngste Lösung von Freigeist: Neufund.

Sie liefert bisher undenkbare Investitions- bzw. Finanzierungs-Möglichkeiten. Anstatt wegen Basel-III-Kriterien keine Kredite zu bekommen, geht es hier um alternative Finanzierungsformen: Seed-Kapital, Crowdfunding, etc und eben: Neufund eine „Distributed Ledgers“-Finanzierungsplattform, eine die leichtes Investieren in Startups etablieren will, wobei die Anteile dieser Startups über eine Blockchain basierte Technik handelbar sind (Artikel dazu).

Kurz vorm Ende geht Frank Thelen erneut auf sein Hobby ein und erklärt sinngemäß (kein O-Ton): Skateboarding ist eine Philosophie und der Weg, so etwas wie das Unternehmer-Gen zu entwickeln.

Das Buch soll dabei helfen, dass der Frosch aus dem Topf springt, bevor er platzt.

Bitte was? Für die Welt von morgen braucht unsere Gesellschaft: Mut, Pioniergeist, Passion und flexible Arbeitszeiten sowie Unternehmer und Politiker, die vorausdenken und der Wahrheit zeitig ins Gesicht sehen: Die Zukunft ist digital und künstliche Intelligenz wird Wahrheit. Bisher verharrt unsere Gesellschaft auf Bewährtem, anstatt jetzt die Bausteine der Zukunft voranzutreiben, bevor China und die USA uns Europäer komplett überholt haben. Wir müssen rechtzeitig das Springen lernen –  wie der Frosch.

Wie sehr schadet uns die Datenschutz-Grundverordnung? Was steht uns in Deutschland im Weg? Steuerwahnsinn, fehlende Digitalisierung, unser Bildungsystem? Was machen wir Menschen, wenn KI (künstliche Intelligenz) uns Menschen als Arbeitskräfte ersetzt und wieso brauchen wir dann ein Grundeinkommen?

Wer nicht losläuft, kommt nicht an.

In Kapitel 21, dem Letzten, machen Franks Schlussworte Mut und fordern auf: Finde Deine #StartupDNA

PS: Frank trinkt nach Feierabend gerne ein Glas Castell Miquel *- ob rot oder weiß, steht nicht geschrieben.

Jetzt lesen bzw kaufen -> Link zu Amazon*

Das Twitter-Hashtag zum Buch lautet:  #StartupDNA, Franks:

* Foto oben mit freundlicher Genehmigung von: freigeist.com

* Einige Links sind welche im Rahmen des Amazon Partnerprogramms, siehe Datenschutzerklärung.

Die geplante Elektrifizierung von Schleswig-Holstein wirkt erschreckend. Bald soll eine e-Highway-Teststrecke für Elektro-LKWs auf der A1 vor Lübeck gebaut werden. Aber das ist nicht alles … WLAN wird gewünscht – überall; es werden zukünftig viele Funkmasten gebaut werden. Zudem brauchen die Süddeutschen Windenergie aus dem Norden; die Skandinavier wollen Güter transportieren und wir machen dafür unser Bundesland zum zweiten Ruhrpott?

Wird Schlewig-Holstein ein Land voller LKW´s, Funk-Masten, Bahngleisen, Windrädern und Stromtrassen – soweit das Auge reicht? Wo dann Touristen wegbleiben; Hotels und Gastromen pleite gehen; mit Verkehrs-Chaos in Stormarn und rund um Lübeck? SH – dann ein ländlicher Raum, in dem Wohnen nicht mehr schön ist? Mit Gefahrenquellen, die kaum zu überblicken sind? 

2016 war die A1 im Raum Nord-Stormarn & Lübeck der Verkehrunfallsreichste von SH! (lt Blaulichtmonitor vom SHZ)

Mein kreativer Kopf zeigt mir die Zukunft, ein Gesamtbild von dem, wohin uns die Energie-, Funk- und Transport-Konzerne in Schleswig-Holstein führen werden – wenn wir nichts dagegen tun. In Gedanken (in 2, 3 Jahren) fahre ich an einem Freitagnachmittag in Reinfeld auf die Autobahn. Mit Hund und Kind will ich an die Ostsee, einen Spaziergang am Strand machen. Die Fenster sind offen und der frische Wind weht mir durchs Haar. Kaum habe ich die Auffahrt genommen, schweift mein Blick über die Wiesen und Felder links und rechts der Autobahn. Aber mein Blick bleibt nicht lange ungetrübt …

Was viele Jahre meines Lebens mein Herz freudig zum Hüpfen brachte und Touristen Jahr für Jahr anlockte, ist – verbaut: Die Weitsicht.

Die Weitsicht ist weg!

Die grünen und gelben (Raps-) Felder Schleswig-Holsteins sind schon zu 17% dem Maisanbau  gewichen. Zudem sind sie – und es werden noch mehr – von Windkraftanlagen verbaut (zur Energiegewinnung …). Rotorblätter drehen sich kraftvoll, verursachen Windgeräusche und holen Vögel vom Himmel. Die wenigen Häuser und Höfe am Rande der Autobahn sind stellgelegt. Hier will keiner mehr wohnen!

Wegen des Fehmarnbelt-Tunnels (zwecks Transport von Gütern) wird nach und nach die Bahnstrecke im Innenland ausgebaut – überwiegend parallel zu den Autobahnen. Im 15-Minuten-Rythmus rauschen irgendwann unendlich lange ratternde Güterzüge durchs Land.

Gesund kann das auch nicht sein …

Ebenso säumen die neuen Hochspannungsleitungen die Autobahnstrecken – in alle Himmelsrichtungen. Sie sollen den Strom, der von den Windkraftanlagen produziert wird, in den Süden von Deutschland und andere Länder bringen. In der Nähe dieser Leitungen spürt man die Energie – zum Selbsttest: stellt euch einfach mal direkt unter so eine Hochspannungsleitung. Ihr werdet es merken. Fakt ist:

Wo Elektrizität erzeugt, transportiert und genutzt wird, entstehen unvermeidliche elektrische und magnetische Felder. Elektrosmog. Die stärksten Belastungen treten in unmittelbarer Nähe von Transformatorenstationen und Hochspannungsleitungen auf. … Unter einer 380-kV-Hochspannungsleitung kann die elektrische Feldstärke in Bodennähe bis zu 5000 V/m betragen (Quelle: Bundesamt für Umwelt, CH)

Der Baubiologe Maes veröffentlichte vor Jahren diese pdf (zuletzt aktualisiert 2016) – darin heißt es unter Anderen:

  • bei 1 V/m wird der Schlaf des Menschen gestört;
  • bei 100 V/m werden Bienen aggressiv – und ab wann die Menschen?
  • Bei 2000 V/m werden Herzschrittmacher beeinflusst.
  • Und vieles mehr, was alles nicht gesund klingt …

In meiner Zukunfts-Vision sehe ich zudem die neue e-Highway-Teststrecke (auch zwecks Transport von Gütern).

Ihre Stromleitungen sind unter die neuen Hochspannungsleitungen gequetscht. LKW´s drosseln hier ihr Tempo, um ihre Batterien aufzuladen. Ständig gibt es technische Probleme, LKW´s stehen dann auf der Bahn und zack – da ist er wieder: ein Stau. Mit hoher Unfallgefahr. Was passiert, wenn ein Fahrzeug in die stromführenden e-Highway-Anlage rauscht? Wenn es brennt? Feuer, Kraftstoffe und stromproduzierende Anlagen zusammen klingen nach einem hohem Risiko… Können Rettungssanitäter, Feuerwehr, Polizei gegebenfalls überhaupt eingreifen oder geraten sie selbst massiv in Gefahr? Diese Fragen beschäftigen mich in meiner fiktiven Situation in der Zukunft. Ganz klar sehe ich aber:

Stau; immerzu Stau – zum Leid der Einheimischen und regionalen Betriebe.

Die Staus sind so häufig geworden, dass die Leute von hier die Autobahnen möglichst meiden –  vor allem die A1. Aber das geht nicht immer … In diesem Moment meldet mir mein Smartphone einen 12 km langen Stau bis weit hinter Lübeck. Ein Handwerker mit seinem Firmenwagen aus Oldesloe direkt neben mir, haut mit der Faust aufs Armaturenbrett. Wie andere regionale Betriebe wird er seine Termine nicht einhalten können – das ist schlecht fürs Geschäft.

Ich fluche und schaue rechts – genervte Autofahrer mit Kennzeichen von überallher setzen den Blinker und reihen sich in die Abfahrt Richtung Rostock. Ob die Urlauber jetzt noch häufiger nach Mecklenburg-Vorpommern fahren? Schleswig-Holstein hat schon jede Menge Touristen an das neue Bundesland verloren. Steigen jetzt die Zahlen der Abwanderer?

Was wird es für Folgen haben, wenn Schleswig-Holstein mehr und mehr von Masten und Trassen verbaut wird?

Das beliebteste Urlaubsland der Deutschen wird Gäste verlieren.

Die Tourismus-Branche wird leiden! Denn: Die Urlauber kommen wegen der Weitsicht, dem frischem Wind und des Meeres wegen.

Mindestens die Weitsicht wird es zukünftig so nicht mehr geben!

Gerade die vielen Menschen aus NRW, die Ruhrpottler zum Beispiel reisen nach SH, weil sie ungestört die Wiesen und Felder und die Wellen sehen wollen. Doch, was ist, wenn es in SH genauso aussieht wie Zuhause? Die Frage ist einfach zu beantworten: Es wird ein neues Urlaubsziel gesucht. In Meck-Pom, vielleicht wird es dann auch lieber Norditalien?

Schleswig-Holstein lebt (noch) vom Tourismus!

Aber nicht mehr lange, wenn alle unten aufgeführten Vorhaben durchgeführt werden sollten!

Und wofür? Damit Welt-Konzerne aus dem Energie- und Transport-Branchen noch viel größer und stärker werden? Das, obwohl weltweit die Emissionswerte steigen und unsere Bemühungen darum, den CO2-Ausstoß zu senken, sinnlos verpuffen? Dies, weil Großmächte am anderen Ende Welt wenig Rücksicht auf die Umwelt nehmen?

Dafür lassen wir uns die Landschaft verschandeln?

Und gehen gesundheitliche Risiken ein? Siehe Umwelt-im-Unterricht.de

Laut einem NDR-Bericht (siehe Link unten) will die Landesregierung Schleswig-Holstein zum Top-Windstrom-Exporteur machen – der Rest von D wird über uns lachen! Die im Süden brauchen Strom, die Dänen wollen Güter transportieren und wir machen dafür unser Bundesland zum zweiten Ruhrpott.

Würde unsere Landesregierung alternativ sagen. „Wir wollen, dass SH das TOP-Ferienland von Deutschland wird!,“ würde ich das beispielsweise unterstützen. Klar Touristen können auch echt nerven. Aber die sind ja die Hälfte des Jahres nicht da!“ sage ich, die Autorin Susanne Braun-Speck.

Abschließend:  die Idee ist ganz und gar NICHT neu.

Zudem erzählte ein befreundeter Ingenieur (der lange Jahre u.a. in der Automobilbranche als Berater tätig war), dass LKW-eHighways jetzt schon überholte Technik sind! Neue Elektromotoren machen sie schon in Kürze überflüssig. Und: Neu ist die Idee überhaupt nicht. Viele Länder haben im letzten Jahrtausend bereits solche erprobt – und für nicht gut befunden.

Wer will das für SH? Ich nicht.


Unternehmerland Schleswig-Holstein

Rückgrat der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft ist der Mittelstand: Fast 99 Prozent der Unternehmen sind kleine und mittlere Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten (Warum erlauben wir es, das 1% Konzerne unser SH kaputt machen?). Der Anteil des Dienstleistungssektors (Handel, Logistik, Tourismus, Kommunikation, Finanz- und Versicherungsdienstleister sowie Dienstleistungen in den Bereichen Erziehung und Gesundheit) an der Bruttowertschöpfung liegt mit 75 Prozent deutlich über dem Bundesschnitt von 69 Prozent !!! Quelle

weitere Zahlen und Fakten:

  • Def. Elektrifizierung: Als Elektrifizierung wird allgemein die Bereitstellung der Infrastruktur in Form von Stromnetzen zum Transport und Versorgung mit elektrischer Energie bezeichnet. (Quelle: Wikipedia)
  • e-Highway von Siemens: Die Oberleitungslastkraftwagen sind nur modernisiert. Es gibt sie in verschiedenen Formen mindestens seit 1901 – in vielen Ländern wurde ihr Betrieb nach kurzer Zeit wieder eingestellt. Quelle: wikipedia -> weiterlesenInfo-Seite von Siemens
  • Windkraft in SH, Stand 2016-12: Mit noch mehr Windrädern will die Landesregierung Schleswig-Holstein zum Top-Windstrom-Exporteur machen. Den Politikern sind die Bürger egal. Neue Anbauflächen und andere W-Fragen werden hier beantwortet: NDR  – zum Vogel-Dilemma siehe NABU
  • Fehmarnbelt-Tunnel: Skandinavien und Deutschland sollen verbunden werden – überwiegend zum Transport von Gütern. Unter der Ostsee soll ein 18 Kilometer langer Tunnel für Schiene und Straße gebaut werden. Wie sehr die Umwelt (Natur- und Tierwelt) darunter leiden wird, können wir kaum absehen. Siehe weiteres unter: https://femern.com/de
  • Schienenanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung: Im Rahmen dessen soll die Bahnstrecke von Fehmarn bis Hamburg ausgebaut werden. Dies mit dem Ziel umweltgerechten Transport zu ermöglichen – mehr Güter kommen auf die Schiene, der Schienenweg für Warentransporte verkürzt sich um 160 Kilometer, Emissionseinsparungen gibt es auch. Weitere Infos unter: https://www.anbindung-fbq.de/
  • Mais-Anbau: Wie andere Energieträger hat auch der Anbau nachwachsender Rohstoffe seine ökologischen Schattenseiten: Großflächige Raps-Monokulturen zur Herstellung von Biodiesel führen teils zu einem erheblichen Rückgang der Biodiversität in der Agrarlandschaft. Quelle und weitere Informationen: https://www.kritischer-agrarbericht.de
  • Netzausbau SH: Nach dem Netzausbau-Konzept soll der Windstrom, der überwiegend an der Nordsee, in Nordfriesland, Dithmarschen, Ostholstein und Schleswig-Flensburg erzeugt wird, vor allem über 110-kV-Stichleitungen zu 380-kV-Umspannwerken geführt und von dort über (zu erschaffende) 380-kV-Leitungen nach Süddeutschland transportiert werden. Pläne, etc siehe hier: https://www.sh-netz.com
  • Emissionswerte / CO2: siehe Statista.com