Mein Kind will nicht mehr ins neue Haus. Weil es dort kalt ist und Wasser reinkommt. Ich wollte ein schönes Heim für uns schaffen – und jetzt das. Ich kann es verstehen – wie soll ein Kind damit umgehen, wenn es schon im neuen Zimmer gespielt hat, es auf Klassenreise geht und danach erst recht Drama ist?

Ich kann das kaum ertragen und auch nicht, dass ich nunmehr seit Tagen morgens durchs Haus laufe und schaue, ob es noch mehr Leckagen gibt. Regentropfen auf dem Dach – wie im Wohnwagen – hat bisher meine Nerven beruhigt. Im Haus, wenn es auf die Glaskuppel regnet, beunruhigt es mich …

Mein Rat an alle, die ein altes Haus kaufen: Guckt es Euch a) leergeräumt an, damit in jede Ecke geschaut werden kann und b) nach tagelangem Regen. c) glaubt niemanden, auch nicht denen, die vertrauenswürdig wirken.

Hätte ich nicht den vorherigen Zeitdruck wg gekündigter Miet-Wohnung gehabt, wäre ich bestimmt nicht so blind gewesen und hätte vorher einen Gutachter bestellt …

So sieht es heute – bei Regen – im Haus aus.

Das ist im Anbau. Im trockenem Zustand sieht die Wand nur etwas dreckig aus ...

Das ist im Anbau. Im trockenem Zustand sieht die Wand nur etwas dreckig aus …

Im Wohnzimmer sieht man, dass es schon mehrfach getrocknet und wieder nass geworden ist ...

Im Wohnzimmer sieht man, dass es schon mehrfach getrocknet und wieder nass geworden ist …

Das ist alles noch nicht fertig, aber die Veränderung deutlich …

Küche
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Treppenhaus

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Ist das Schicksal? Wie der Zufall es wollte, habe ich gestern Morgen einen Freund von früher im Baumarkt getroffen. Nicht nur, dass mit Wohnraum-Design sein Geld verdient.

Nein, er hat eine alte Mühle gekauft – mit 400 qm Wohnfläche.

„Du schläfst zur Zeit im Wohnwagen? Ich habe Zimmer frei!“, sagte er. Nette Idee und das Angebot hätte ich bestimmt angenommen, wäre es 2 Monate früher gekommen!

Und heute Abend, fahre ich nach dem Büro ins Haus, um noch schnell was zu erledigen … Da hält ein noch viel älterer Freund von mir vor meiner Tür. „Du hier?“ „Ja … „. Er sieht sich mein Haus an; wir schnacken und dann erzählt er mir, dass er gerade seine aktuelle Freundin vor die Tür gesetzt hat.

Er wohnt in einem alten Bauernhaus – mit 240 qm. Da wäre Platz genug …

In meiner immer wiederkehrenden Hoffnung, alsbald ins Haus einziehen zu können, lehne ich wieder dankend ab. Aber an seiner Sofalandschaft, die er verkaufen will, bin ich tatsächlich interessiert!

Als ich gestern mittag vor meinem Haus hielt, klingelte gerade eine Dame an der Haustür. Ob ich die WP_20150916_13_39_23_ProBewohnerin wäre? Ja … „Dann darf ich Ihnen DAS überreichen!“, sagte sie. Blumen? Für mich?

Ja. Blumen – als Glückwunsch-Gruß von „Küchen Aktuell (Lübeck)“.

Ein geschmackvoller Strauß ziert nun meine Küche – mitten in der Großbaustelle.

Das Dunkle und Alte im Haus ist nun nach und nach Hellem gewichen.

Mit den neuen Türrahmen, hellem Holz im Treppenhaus und sogar einem fast klinischreinem Keller (mit Chlor gereinigt und cremeweiß gestrichenen Boden …)  werden wir uns hier wohl wohlfüllen können – wenn die Wasserschäden beseitigt sind.

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Blick aus dem Kinderzimmer ins Treppenhaus

 

Selbst der Keller kann sich sehen lassen (okay ... die Klebestreifen kommen noch ab!)

Selbst der Keller kann sich sehen lassen (okay … die Klebestreifen kommen noch ab, bevor meine Tochter dort das „(Musik-/Band-Zimmer“ aufbaut).

Montagmorgen – was soll schon sein? Bevor ich meine Tochter zum Treffpunkt für ihre Klassenreise bringe, fahren wir ins Haus und sehen uns den Schornstein an. Den, den wir am Sonntag ROT gestrichen haben …

Er ist rosa. Altrosa! Meine Tochter findet die Farbe toll, ich zweifle stark!

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Was ich erst sah, nachdem ich von der Schule wiederkehre ist das: Wasser!

Wasser, das über den Fenstersturz im Wohnzimmer eindringt.

Dort, wo wir gerade „Setzrisse“ verputzt und gestrichen haben – sie sind nass. Klitschnass. Am nächsten Tag tropft es sogar herunter …

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Also bisher habe ich ja nicht viel von den „blöden Tagen“ geschrieben … Aber so ein Altbau birgt schon Überrraschungen!

Heute haben wir die Heizung wieder in Betrieb genommen und mussten feststellen, dass zwei Heizungen undicht sind.

Es lief Wasser aus den Anschlussverbindungen. Da wir das schnell bemerkten, ist nicht viel passiert. in einem Raum war noch kein Boden gelegt (und kann jetzt auch nicht, bis das repariert ist); in dem anderen scheint es so, als wenn der neue Fußboden dem Wasser stand halten konnte.

Und im Keller gibt es auch einen Rohrbruch, von dem die Vorbesitzerin eigentlich hätte wissen. Der Wasserzulauf war abgesperrt. Als ich den öffnete, regnete es … Zum Glück im Waschkeller (gefliest).

Sind solche Sachen versichert? Also auch die Reparaturen/Ersatz der betroffenen Rohre?

Heute war der Tag der negativen Überraschungen, anstatt der Tag an dem wir das erste Mal nur schlafen können.

Der eine Klempner, der heute da war, hatte sich das Haus schon Monate vor mir angesehen. Über einen anderen Makler. Dieser Makler hatte ihm gesagt, das Dach des Hauses wäre undicht und müsste erneuert werden!

Das Dach ist undicht?

Die Hausbesitzerin und „mein“ Makler haben mehrfach und immer wieder versichert, das Dach wäre dicht und vor 10 Jahren neu gemacht worden. Hat die Frau mich angeloegen? Stimmt es, was der Klempner mir erzählt hat? Er versichert mir, dass das stimmt. Er hätte es sich selbst angesehen …

Ich bin gefrustet! Und wütend! Und packe meine Sachen und gehe … Mitten am Tag.

Um neue Fliesen an Wand und Boden zu bekommen, braucht man erst einmal „Abreißer“, die die alten Fliesen abstemmen und entsorgen. Achtung: Das Entsorgen kann teuer werden!

WP_20150826_19_58_14_Pro Die Fläche muss danach gut von Resten befreit werden und mit Haft …, Haft … fällt mir gerade nicht ein, vorbehandelt werden. Im Nassbereich muss dann noch eine Wasserschutzschicht rauf und dann kommt endlich der Fliesenkleber (Flex-Kleber) mit den Fliesen … Herrjee. Abschließend wird noch verfugt, etc.

Die Preise dafür gehen echt weit auseinander!

Ich hatte ein Angebot von einem Fliesenleger, der günstig sein soll: 2.225 EUR wollte der nur fürs Badfliesen haben (für 20 qm inkl. Fliesen).

Das ist viel Geld – 111 EUR / qm!WP_20150903_18_25_27_Pro

Soviel wollte ich nicht bezahlen! Und nach einigen verzweifelten Versuchen (auch einen Blogbeitrag wert …) fand ich endlich einen guten und günstigen Fliesenleger. Die neuen Fliesen haben mich jetzt „nur“ 900,- EUR gekostet. Ich bin dem Mann auf ewig dankbar!

 

Hätte mir jemand vorher gesagt, WAS es bedeutet sein Bad komplett zu sanieren, dann hätte ich es nicht getan! Wollte ich auch eigentlich nicht komplett. Nur in Teilen. Meine Mutter hat mehrfach auf mich eingeredet, dass es ich tun soll. Immer wieder. Zum Schluss hat sie mir Geld angeboten – damit ich es tue.

Ich tat es. Und das war ein Fehler! Nichts, wirklich nichts, hat bisher auch nur annähernd soviel Geld gekostet. Nichts hat auch nur annähernd soviele Gewerke gebraucht. Nichts hat mich mehr aufgehalten!

Null Aufklärung im Bad

Hätte der Chef der Sanitärfirma mir z.B. vorher gesagt, was es für ein großer Aufwand es ist, ein Hänge-WC zu installieren – dann hätte ich es nicht getan!!!

Um ein Hänge-WC zu installieren …

  • muss erst das Alte rausgerissen werden – inkl. der Rohre.
  • die Rohre müssen neu verlegt werden, da sie infolge ja nicht mehr aus dem Boden, sondern aus der Wand kommen sollen.
  • sind die Rohre endlich an der richtigen Stelle, baut der Sanitärfachmann das Hänge-WC an.
  • DANN … muss ein Maurer o.ä. den WC-Kasten einmauern (oder aus Leichtbauwänden gezimmert)!
  • Wenn der fertig ist, kann der Fliesenleger den WC-Mauerkasten einfliesen.
  • Danach kommt dann wieder der Klempner und baut die WC-Schüssel etc davor.

Hätte ich das vorher gewusst. Ich hätte ein ganz normales Stand-WC genommen!

Ähnlich aufwendig ist es, eine alte Badewanne durch eine Neue zu ersetzen. Übrigens gibt es immer viel Dreck, wenn Klempner kommen! Ich kann es kaum noch ertragen …

Das müsste es geben: Ablaufpläne für Bauherren – damit sie vorher wissen, was auf sie zukommt!

In der Art sind vermutlich Ausführungsplanungen von Architekten … Aber wer bestellt sich zur Renovierung denn schon einen Architekten? Wenn die Handwerker einem vorher sagen würden, was wie gemacht werden muss und in welchen Reihenfolge, dann könnte ein Hausherr natürlich selbst planen. Aber ohne Infos und ohne Erfahrung, ist das schwer.

Herausforderung an mich, ist also das Projekt- und Krisenmanagement!

Endlich kann ich es anschließen – Telefon und Notebook. Endlich kann ich wieder online gehen und zwischendurch mal Arbeiten – und neue Blog-Artikel schreiben 🙂

Nachdem die Telekom die Hardware VOR Übernahme des Hauses an die neue Adresse gesendet hatte – welche kein Nachbarn annahm, weil mein Name ja unbekannt war – und zurück ans Lager ging …. Kam diese Hardware dann fast 3 Wochen später wieder an. Das nutzte aber auch nichts, da der erste Telekomtechnik-Termin erfolglos endete:

Der Techniker konnte keine Verbindung aufbauen. Er sagte, er müsse ins Nachbarhaus. Von dort würde die Leitung kommen. Das wäre früher so gewesen, dass Leitungen von der Straße nicht einzeln zu jedem Haus führten, sondern von einem Haus zum nächsten!

Nachbar? Der Nachbar, der ein halbes Jahr irgendwo am Meer lebt?

Ja, der. Keiner wusste eine Telefonnummer von dem. Ich legte diese „Baustelle“ beiseite und kümmerte mich weiter um den großen Rest!

10 Tage später rief dann ein anderer Telekomtechniker an und meinte, das könne doch garnicht sein. Es hätte doch vorher schon eine Leitung in mein neues, altes Haus  gegeben … Er überprüfte die Leitung und schickte einen Kollegen zu mir ins Haus.

Ach – und siehe da: Die Verbindung steht. Einen Monat später als geplant! Tja nun, gestern Abend fand ich auch endlich die Zeit, den Router etc in Betrieb zu nehmen.

Ich bin wieder online!

Mein Online-Bautagebuch habe ich ganz schön vernachlässigt! Abends – oft nach 10, 12 Stunden auf dem Bau – bin ich meistens so geschafft, dass die Hände kaum noch bewegen kann. Schreiben? Verlockt dann nicht mehr …

Die Renovierungsphase dauert jetzt schon fast 4 Wochen an – und ich gehe am Stock.

Schon wieder „Stock“ … Mein altes Haus hat mich schon ganz schön herausgefordert und mir einiges an „Muskelhypothek“ abverlangt.

Definition: Muskelhypothek ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Eigenleistungen im Zusammenhang mit dem Bau oder dem Erwerb einer Immobilie. Sie hat das Ziel, Handwerkerlohnkosten durch persönliche Arbeitsleistungen (Selbst-, Verwandten- Nachbarschafts- oder organisierte Gruppenselbsthilfe) zu reduzieren. (Quelle: wikipedia.org)

Der Rausriss hat nicht nur viel Zeit gekostet, sondern auch jede Menge Putzarbeiten notwendig gemacht.

„Spachtel“ und Verputzen“ sind echt DIE Themen in meinem Bau …

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Die größte Herausforderung sitzt in der Mitte des Treppenhauses direkt untern Dach:

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