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Kann eine Website nachhaltig sein?

Websites sind digitale Produkte, die Hardware* als Speicherort, Energie und andere Ressourcen benötigen. Dennoch ist es möglich, eine Website selbst in nachhaltiger Weise zu entwickeln, zu gestalten und zu betreiben. In Bezug auf das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit müssen dabei drei Bereiche berücksichtigt werden:

  • der ökologische (Umwelt betreffende),
  • der soziale Bereich
  • und der wirtschaftliche.
* Hardware: ein technisches Gerät, z.B. ein PC oder Server (hier: Webserver).

 

In ökologischer Hinsicht ist einiges ganz leicht, anderes arbeitsaufwendig.

Leicht ist zum Beispiel die Auswahl des Internet-Providers, auch Webhoster genannt. “Green Webhosting” ist möglich, in dem erneuerbare Energiequellen genutzt und energieeffiziente Server-Infrastrukturen betrieben werden. Dadurch kann der CO2-Fußabdruck der Website reduziert werden.

Der Internetprovider, auf dessen Servern die BNE-digital liegt, ist so ein Anbieter – siehe Zertifikat. Das kann auf folgender Website geprüft werden: The Green Web Foundation. Der Provider “Artfiles New Media” (Sitz: Hamburg) nutzt ausschließlich zertifizierten Ökostrom sowohl im Rechenzentrum als auch in den Büros. Zudem bemüht er sich, möglichst wenig Energie zu verbrauchen! Allein durch eine Direktkühlung mit Frischluft kann der Verbrauch der Klimaanlagen um bis zu 70 Prozent reduziert werden.

Zudem kann das Webdesign effizient sein – oder auch nicht: Leichtgewichtige und effizient programmierte Websites reduzieren den Ressourcenverbrauch beim Laden und Betreiben der Seite. Allerdings ist das bei umfangreichen Websites, welche auf Content-Management-Systemen wie WordPress basieren, nicht ganz so einfach. Auch können Daten gespart werden, aber beispielsweise auf der BNE-digital.de kann auf Daten wie Fotos und Grafiken nicht verzichtet werden, da sie elementarer Content sind.

Allerdings kann durch zusätzliche Plugins für Bild- und Dateikompressionen gesorgt werden. Durch die Verwendung von komprimierten Dateien wird die Ladezeit der Website verkürzt und der Datenverbrauch minimiert. Und so weiter.


Eine Website kann sozial sein, in dem sie beispielsweise barrierefrei und mehrsprachig ist.

Bedeutet, dass niemand ausgeschlossen oder zurückgelassen wird, weil er/sie/es vielleicht nicht die gleiche Sprache, wie der Website-Betreiber spricht. Außerdem kann ein inklusives Design barrierefrei gestaltet sein, um beispielsweise Menschen mit Sehbeeinträchtigungen die Nutzung zu ermöglichen. Dies wird auf der BNE-digital.de durch zwei zusätzliche Plugins ermöglicht: ein Translator- sowie durch das WP Accessibility-Plugin.

Auch ein verantwortungsbewusster Umgang mit persönlichen Daten der Nutzer ist von großer Bedeutung für den sozialen Bereich. In der EU ist das auch rechtlich vorgeschrieben. Beispielsweise werden Daten durch SSL-Zertifikate (sichtbar durch das s in https in der Adresszeile der URL) geschützt. Zudem können Schriftarten auf der Homepage installiert sein, anstatt sie bei Aufruf der Website von Google zu beziehen.

Natürlich kann auch soziale Verantwortung übernommen werden: Der Betreiber kann selbst Non-Profit arbeiten und kostenfreie Leistungen erbringen. Alternativ kann der Website-Inhaber soziale Initiativen, Spendenaktionen oder Bildungsanbieter unterstützen, um einen positiven Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Nun: die BNE-digital.de ist selbst ein Non-Profit-Projekt und dadurch, sowie durch das Thema Nachhaltigkeit, selbst absolut sozial aufgestellt.


Wirtschaftlich wird eine Website durch Ausgaben- und Einnahmen-Optimierung.

Wirtschaftlich arbeitet der Website-Betreiber dann, wenn beispielsweise die laufenden Kosten für das Website-Hosting gering sind und keine sich wiederholenden Gebühren für Plugins oder Anderes anfallen. Damit ein effizientes Ressourcenmanagement gewährleistet ist, müssen bereits bei der Homepage-Entwicklung ein paar Dinge beachtet werden, etwa die Auswahl des Internet-Providers inkl. Supportleistungen und mögliche Folgekosten, sowie der eventuelle Kauf von Themes und Plugins, wobei der Teufel im Detail in den jeweiligen AGB (Allg. Geschäftsbedingungen) steckt: handelt es sich jeweils um einmalige Preise oder jährlich anfallende?

Elementar wichtig für den Betreiber selbst ist aus wirtschaftlicher Sicht: Wie anpassbar und nachhaltig ist das ausgewählte Design? Bei WordPress wird beispielsweise mit Themes gearbeitet. Es gibt Themes, die erlauben ein einziges Design, welches wenig flexibel ist. Andererseits gibt es Themes, welche ermöglichen, jederzeit und immer wieder das Layout komplett zu ändern – ohne, vom Grund auf alles neu machen zu müssen; und ohne Hilfe von Webdesignern! Auch die BNE-digial.de wurde mit so einem WordPress-Theme entwickelt.

Außerdem ist zu überlegen, was günstiger ist: die Administration selbst zu machen oder jemanden dafür zu bezahlen? Bei einem Non-Profit-Projekt wie diesem hier, bietet sich an, dies selbst zu tun, anstatt eine Firma damit zu beauftragen.

Zudem kann eine Website verschiedene Einnahmequellen nutzen, wie Werbung, Premium-Inhalte, Abonnements oder Verkauf von Zusatzleistungen oder Produkten.


Teilweise überraschende Ergebnisse, liefert ein Test auf: Ecograder.com. Wir schneiden dort mit der BNE-digital teilweise super ab (100%), aber teilweise eben auch sehr schlecht (Bild oben).

Dabei ist allerdings zu bedenken, dass dieser Test lediglich technische Aspekte und Energie-Ressourcen (ökologische Werte), aber keine sozialen und keine wirtschaftlichen Werte (entsprechend des Drei-Säulen-Modells der Nachhaltigkeit) überprüft. Es wäre also falsch, diesen Test als alleinigen Indikator für eine Nachhaltigkeitskeit-Bewertung der Website zu nutzen.


Fragen an die Autorin stellen? Schreib an: s.braun-speck@tiefenschaerfe.de