Geschichte: meine Chronik der Vergangenheit

Folgende Krisen und Gesetzesänderungen habe ich als Selbständige (und Mutter) erlebt: 

Im Jahr 1996 gründete ich mein Start-up in einem Dorf im Süden Schleswig-Holsteins.

1998/99 rollten die Scheinselbstständigkeits-Kriterien erstmals durchs Land und stellten ganze Geschäftsmodelle unter Generalverdacht. Die IT-Branche strauchelte deshalb erheblich.

2001 platzte die New-Economy-Blase und 9/11 zerriss die Welt. Persönlich traf es mich deutlich in meinem Business: Aufträge wurden eingefroren, Budgets gestrichen, Kunden gingen bankrott.

2003 folgten Arbeitsmarktreformen, die auch viele Selbständige trafen und meine Spielräume weiter einengten. Mit Basel II verteuerte sich der Zugang zu Krediten, und die Finanzkrise tat ihr Übriges: Investitionen kamen zum Erliegen.

Persönlich: 2004 wurde ich Mutter und war ab 2005 alleinerziehend, geschieden in 2007. Ich hatte keinen Mutterschutz und keine Elternzeit (arbeitete bis zwei Tage vor der Geburt und am fünften Tag danach wieder), keinen Anspruch auf Elterngeld; zahlte einen teuren Krippenplatz und erlebte ein katastrophales Bildungssystem, in dem besonders kreative und hochbegabte Kinder untergehen.

Während dieser Erziehungszeiten wirkten weitere Faktoren auf mein unternehmerisches Leben ein:

2007/2008 folgten die Finanz- und Wirtschaftskrise, die Kreditlinien aushöhlte und Investitionen stoppte. Begleitet von einer Änderung des Geldwäschegesetzes, das 2008 grundlegend neu gefasst wurde, zerbrachen viele Geschäftsmodelle – auch meins: die IT-Freiberufler-Vermittlung über ein offenes Buchungssystem, das Anderkonten vorsah. Diese Gesetzesänderung raubte mir beinahe meine Existenz.

Was kam danach?

2011: Fukushima und das neue Energiewende-Gesetze. Das erschütterte Wirtschaft und Planungssicherheit, Strompreise stiegen, Aufträge stagnierten. In meiner Firma kriselte es deshalb richtig … Parallel gründete ich den sii-talents e.V., welcher besonders begabte und kreative Kinder und Jugendliche fördert und sich im Bildungssystem engagiert.

2012 zog die Euro-Schuldenkrise – angefangen 2010 in Griechenland – mit einem langen Schatten über Europa. In Deutschland blieb die Wirtschaft zwar stabil, doch die Unsicherheit an den Finanzmärkten und die Schuldenprobleme in Südeuropa belasteten sie trotzdem.

2014–2015 gab es die erste Ukraine-Krise und EU-Sanktionen gegen Russland, was wirtschaftliche Belastungen und Exportverluste für Deutschland bedeutete. Gleichzeitig kam die große Flüchtlingskrise nach Europa. Unsere Gesellschaft stand vor neuen Herausforderungen!

Auch 2015: Das IT-Sicherheitsgesetz erhöhte die Anforderungen an kleine Betriebe, während das neue Bundesdatenschutzgesetz bereits vor der DSGVO lähmende Wirkung entfaltete. Unter anderem wurden 2016 in Schleswig-Holstein die EU-Datenschutzregeln besonders eng gefasst und durchgesetzt. Dadurch wurde mir von der entsprechenden Behörde meine Existenzgrundlage entzogen.

Zum Glück schaffte ich es 2017 – nachdem ich meine GmbH liquidiert hatte und Freiberuflerin geworden war – wenigstens, in der Künstlersozialkasse aufgenommen zu werden. Ohne diese Absicherung hätte ich die hohen Sozialversicherungsbeiträge nicht mehr zahlen können.

Dann folgte 2020 die COVID-19-Pandemie. Panik. Stillstand. Weltweite Maßnahmen, die Leben und Arbeit massiv beeinflussten. Persönlich lief nichts mehr, außer gemeinnütziges, unbezahltes Engagement. Im Laufe der Zeit organisierte ich mich neu, entwickelte Online-Formate für Lehrkräftefortbildungen. Entwarf neue Ideen und Konzepte – auch, um dem nächsten Drama begegnen zu können: dem Ukraine-Krieg, der mitten in der Pandemie, 2022, aufflammte.

Die letzten Jahre waren eine Zeit der weltweiten Krisen und persönlich eine Zeit der ständigen Veränderung, des dauernden Neuerfindens.

Und nun, im Jahr 2025, während Krieg im Osten Europas herrscht, Despoten dieser Welt uns vor sich hertreiben, Zölle steigen, eine Ausbreitung des Krieges droht, Klimawandel und angegriffene AKWs Angst schüren, stand ich da – ohne meine alte Firma und ohne Projektfördermittel im Verein.

Einkommenslos. Dafür mit Forderungen seitens der Investitionsbank.

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