Was ist die GvH‑Methode?
Die GvH‑Methode von Susanne Braun-Speck ist ein Ansatz zur fairen und transparenten Honorar-/Stundensatzkalkulation für Freelancer, der vom Kostenbild eines vergleichbaren Angestellten ausgeht und es um typische Selbstständigen‑Aufwände sowie realistisch fakturierbare Arbeitstage ergänzt.
Grundidee (GvH = Gehalt vs. Honorar)
Ausgangspunkt ist nicht nur der „private Finanzbedarf“ (reine Kosten-Nutzen-Rechnung), sondern eine gut vermittelbare Vergleichsbasis: Was kostet ein Angestellter dem Unternehmen tatsächlich pro produktiver Stunde/Tag (inkl. Arbeitgeberanteile und typischer Zusatzleistungen)?
Daraus wird abgeleitet, welches Jahres‑Honorar ein gleichwertiger Freiberufler mindestens erzielen müsste, um ökonomisch auf ein vergleichbares Niveau zu kommen.
Rechenschritte in der Methode
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Schritt 1: Ermittlung des jährlichen „Angestellten‑Gesamtaufwands“ (Bruttogehalt inkl. z. B. Arbeitgeberanteil Sozialversicherung, freiwillige Leistungen, Weiterbildung).
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Schritt 2: Umrechnung auf „produktive Tage/Stunden“ des Angestellten (Kalendertage minus Wochenenden, Urlaub, Feiertage, Krankheit, Weiterbildung) → Kosten pro produktivem Tag/Stunde.
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Schritt 3: Übertragung auf Freelancer-Realität: Addition typischer Betriebskosten (z. B. Büro, KFZ, ggf. Assistenz) und Reduktion auf tatsächlich fakturierbare Tage (Abzug von Akquise/Leerlauf zwischen Projekten sowie internen, nicht fakturierbaren Arbeitstagen).
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Schritt 4: Ergebnis ist ein erforderlicher Tagessatz/Stundensatz (im Beispiel explizit ohne Steuerbetrachtung).
Beispiel aus dem Artikel (Software-Entwickler)
Braun-Speck rechnet beispielhaft mit einem angestellten Entwickler (6–8 Jahre Erfahrung) und leitet aus dem Jahresaufwand und den produktiven Tagen erst einen „internen“ Stundenkostensatz des Angestellten ab und anschließend – nach Hinzurechnung von Freelancer‑Betriebskosten und Reduktion auf fakturierbare Tage – einen Freelancer‑Stundensatz (im Beispiel rund 73 €/h) her.
Wofür die Methode gedacht ist
Der Nutzen liegt vor allem in der Argumentation und Transparenz gegenüber Auftraggebern: Statt „meine Kosten interessieren dich nicht“ basiert die Kalkulation auf dem Vergleich dessen, was der Kunde alternativ für eine vergleichbare Leistung im Angestelltenmodell tragen würde, plus den unvermeidbaren Strukturkosten und Ausfallzeiten der Selbstständigkeit.
Mehr dazu in folgendem Beitrag:
2011: https://sbraun-speck.de/2011-09_computerwoche-wertschaetzung-freiberufler-honorare/











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