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Susanne Braun-Speck
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Bildungssystem, Digitalisierung /KI, Fachartikel / Essays

WLAN: Elektrosmog im Klassenzimmer – eine unbekannte Gefahr?

Theoretisch sollte es funktionieren, doch: Trotz Glasfaser, neuer Endgeräte wie Tablets sowie WLAN erleben Schulbeteiligte derzeit ständig ein Fiasko: Internetverbindungen gehen nicht. Damit funktioniert digitale Bildung nicht, noch nicht einmal Online-Konferenzen. Das erste, was System- und Netzwerkspezialisten als Lösungsmöglichkeit in Klassenräume stellen, sind WLAN-Verstärker also Access-Points oder Repeater.

Diese strahlen Elektrosmog aus – und der macht nicht nur nervös, sondern auf Dauer krank!

Medienentwicklungs- sowie externe IT-Beratungsteams sind selten interdisziplinär zusammengestellt. Das eine Team besteht aus Lehrkräften, das andere aus System- und Netzwerktechnikern – selten verstehen sie sich gegenseitig. Ihr jeweiliges Berufsfeld ist sehr speziell und von Fachworten geprägt, welche dem jeweils Anderen fremd sind. Das führt zu nichts Gutem. In jedem Fall offensichtlich nicht zu funktionierender digitaler Bildung. Jeder der Beteiligten guckt nicht über den eigenen Tellerrand, niemand ist da, der für ganzheitliche Betrachtung sorgt. Und:

Zwischen Pädagogik und Technik gibt es noch etwas was gänzlich fehlt: Fachleute für Gesundheit und Wohlbefinden – für das körperliche wie das seelische Wohlbefinden!

„Mehrfach habe ich selbst gesehen oder von Lehrkräften gehört, das WLAN-Router im Klassenzimmer stehen, anstatt zum Beispiel auf dem Dach des Schulgebäudes. Router erzeugen Elektrosmog, WLAN-Verstärker und -Repeater ebenso – und zwar dauernd, was bedeutet: Lehrkräfte und Schüler sind dem Elektrosmog den ganzen Schultag ausgesetzt. Täglich. Jahrelang. Das macht krank!“, erzählt Referentin für die digitale Bildung Susanne Braun-Speck. Sie war 20 Jahre lang IT-Personalvermittlerin, die sich zudem aus persönlichem Interesse mal intensiv mit Elektrosmog hat. Grundlegend meint sie, dass Schulen  Digitalisierungs-Manager brauchen, welche unter anderem dafür sorgen, dass Digitalisierungs-Projektteams interdisziplinär zusammengesetzt sind und somit von Anfang an eine ganzheitliche Betrachtung erfolgt.

So oder so: Digitale Bildung ist schwer möglich, wenn sich die Schüler-Endgeräte mit dem Router und damit Internet sowie dem Schulserver nicht stabil verbinden können – über WLAN oder Funk (Mobil-). Damit diese kabellosen Verbindungen besser werden, installieren IT-Experten immer mehr Access-Points oder Repeater in Schulgebäuden, oft in jedes Klassenzimmer.

Dabei lassen sie die gesundheitlichen Auswirkungen völlig außer Acht!

Das Handystrahlung nicht gesund ist, wurde jahrelang in breiter Fläche diskutiert. Nur, weil bisher nicht nachgewiesen wurde, dass durch elektromagnetischer Strahlung Krebs entstehen kann, stuft das Bundesamt für Strahlenschutz (Bundesnetzagentur), die ausgehende Mobilfunk- bzw. WLAN-Strahlung als ungefährlich ein. Die bisher einzige gesundheitsrelevante Wirkung, die nachgewiesen wurde, war die Erwärmung des Körpers. Aber es muss ja nicht gleich Krebs sein!

  • Reaktionen auf Elektrosmog sind Kopfschmerzen, innere Unruhe / Hyperaktivität und Gereiztheit – wer will das im Klassenzimmer?
  • nachgewiesene gesundheitliche Schäden sollen z.B. Schlafstörungen und Erschöpfungszustände sein
  • das vegetative Nervensystem wird beeinflusst und eine erhöhte Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke soll es geben.

Heranwachsende, also Kinder und Jugendliche / die Schüler sollen davon besonders betroffen sein!

Grundsätzlich ist die Mobilfunk-Strahlung von Handys ungefähr 10x höher, als WLAN-Strahlung. Aber: letztere Funken dauerhaft und Handys nur bei Bedarf. Und: WLAN-Verstärker in der Steckdose und Access-Points an der Zimmerdecke erhöhen die Signalstärke des WLAN, wodurch natürlich auch die – gesundheitsrelevanten – SAR-Werte stark steigen. In einem Artikel von der Fachzeitschrift GEO (siehe Quellenangaben) aus 2015 steht:

„Die Belastung durch WLAN an einem Arbeitsplatz neben einem Access-Point kann um das 2500-Fache höher sein.“

Auch steht dort, dass der Umweltausschuss des Europarats im  Jahr 2011 schrieb: “Sämtliche Handys, DECT-Telefone oder W-LAN-Systeme sind in Klassenzimmern und Schulen zu verbieten, wie dies auch von einigen regionalen Behörden, medizinischen Berufsverbänden und Bürgerinitiativen gefordert wird.”

Laut dem Infoblatt Sprach- und Datenübertragung per Funk: Bluetooth und WLAN des Bundesamtes für Strahlenschutz, bleiben die SAR-Werte der WLAN-Geräte bei „körperfernem Einsatz unter den festgelegten Grenzwerten“. Allein „in ungünstigen Situationen (z.B. Laptop auf dem Schoß und Sender unmittelbar über dem Oberschenkel) können Werte in der Größenordnung des empfohlenen Höchstwerts auftreten.“ Nun: Tablets direkt vor dem Gesicht auf dem Schülerpult sind wohl ebenso körpernah. Also werden doch gesundheitliche Grenzwerte, die sogar Krebs verursachen können, überschritten?

Muss das sein? Muss digitale Bildung tatsächlich über WLAN laufen?

Nein. Hätte es interdisziplinäre Teams gegeben, die ganzheitliche Konzepte entwickeln, müsste es sowas nicht geben. Dann wären in Schulgebäuden samt aller Klassenzimmer Netzwerkkabel für kabelgebundene Geräte- und Internetverbindungen installiert worden. Dann würde kein WLAN gebraucht werden – so wie jahrzehntelang in Bürogebäuden, in denen zu jedem Schreibtisch Netzwerkkabel gelegt waren. Dort wurden PCs dann per LAN-Kabel mit dem Internet verbunden.

In Schulen, in denen jetzt WLAN samt Verstärker / Access-Points installiert sind, bleibt nur eines: Ausschalten, wann immer es geht. Das WLAN sollte nur bei Gebrauch im jeweils genutzten Klassenzimmer eingeschaltet werden. Manche Verstärker stecken in der Steckdose des jeweiligen Raums – die können einfach rausgezogen werden. An Access-Points an der Zimmerdecke können hoffentlich die Funkmodule ausgeschaltet werden.

Schulen, die jetzt noch in der Planungsphase ihrer neuen Infrastruktur sind, können auf so etwas achten und möglicherweise auf kabelgebundene Lösungen setzen!

Nun wird der eine oder Andere fragen: Was machen die, die bereits Tablets mit WLAN nutzen müssen? Tablets können doch nicht mit LAN-Netzwerken verbunden werden? Das ist nicht richtig, weiß Referentin Susanne Braun-Speck. In ihren Weiterbildungskursen für Lehrkräfte zeigt sich schon einmal am Bildschirm, wie das gehen kann. Auch in ihrem Blogbeitrag „Funkstille: Wie geht Homeschooling auf dem platten Land?“ beschreibt sie, wie Tablets ohne LAN-Steckplatz trotzdem kabelgefunden ins Home- oder Schulnetzwerk kommen. Über USB (C)-LAN-Adapter bzw. USB-Ethernet-Adapter.

Mit so einem Adapter können Tablets über Kabel und (Telefon-) Router mit dem Internet verbunden werden! Das hilft übrigens auch sehr Zuhause, während Corona-Quarantänen und Homeschooling-Phasen.


Repeater und Access-Points – der Unterschied:

Repeater wiederholen und verstärken WLAN; sie stecken in der (Strom-) Steckdose und erweitern die Reichweite von drahtlosen Netzwerken per Funk. Sie empfangen Signale vom Router, verarbeiten diese und senden sie verstärkt weiter – per Funk. Ein Access Point hängt oft an der Decke und funktioniert ähnlich wie ein Router. Er ist über Kabel mit dem Server und damit über Kabel mit dem Internet verbunden. Er funkt „nur“ innerhalb des Klassenzimmers und verbindet die Endgeräte untereinander und mit sich selbst. Der Access Point funkt anschließend auf einem anderen Kanal, als der Router – damit wird die Internetverbindung entsprechend schneller und stabiler. (Erklärung unter Vorbehalt der Überprüfung durch eine Netzwerk-Techniker)


Weiterführende Informationen / Quellen

  • Funkstille: Wie geht Homeschooling auf dem platten Land: https://media4schools.de/funkstille/
  • GEO-Artikel: https://www.geo.de/natur/nachhaltigkeit/1080-rtkl-elektrosmog-vernetzt-und-verstrahlt
  • Video von Wissenscheck vom ARD: https://www.youtube.com/watch?v=PRajbgfcHLY
  • Baubiologie-Magazin: https://baubiologie-magazin.de/die-welt-des-strahlens-und-schutzmoeglichkeiten/
  • WLAN-Strahlung: Gefährlich oder unbedenklich? https://www.giga.de/extra/wlan/specials/wlan-strahlung-gefaehrlich-oder-unbedenklich/
  • Infoblatt vom Bundesamt für Strahlenschutz: https://www.bfs.de/SharedDocs/Downloads/BfS/DE/broschueren/emf/info-bluethooth-und-wlan.pdf?__blob=publicationFile&v=4
10. November 2020
Schlagworte: digitale Bildung, Elektrosmog, Gesundheitsgefährend, Klassenzimmer, schule, WLAN
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